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Kontroverse Debatte um Gebäudehöhen

Erste Entwürfe für eine Wohnbebauung im „Frisch-Areal“ in Bad Buchau vorgestellt

Mehrfamilienhäuser, Doppelhaushälften und ein größerer Komplex, der in einem ersten Entwurf als „Pflegeheim“ benannt wurde, sollen auf dem Frisch-Areal entstehen. Zumindest sieht dies der Vorentwurf vor.
Mehrfamilienhäuser, Doppelhaushälften und ein größerer Komplex, der in einem ersten Entwurf als „Pflegeheim“ benannt wurde, sollen auf dem Frisch-Areal entstehen. Zumindest sieht dies der Vorentwurf vor.
Grafik: Architekt

Bad Buchau sz Das sogenannte „Frisch-Areal“ zwischen der Insel- und der Grabenstraße in Bad Buchau soll neu überplant werden. Die Investoren haben in der Gemeinderatssitzung einen ersten Vorentwurf präsentiert. Elf Mehrfamilienhäuser, mehrere Doppelhäuser und ein weiterer großer Häuserblock sind bislang geplant. Der Gemeinderat nahm die Planungen im Grundsatz positiv auf, hatte aber große Bedenken wegen der geplanten Höhe der Gebäude.

„Das ist lediglich der Startschuss“, betonte Hauptamtsleiter Helmut Müller in seinen einleitenden Worten. Dies bestätigte auch der Architekt des Investors, Manfred Gruber aus Bad Saulgau. Planer und Investor wollten die Pläne vorab vorstellen, um die Stimmung im Gemeinderat auszuloten – vor dem endgültigen Erwerb des Grundstücks. Auch die Bevölkerung und vor allem die Anwohner zeigten großes Interesse an den Plänen: Rund 30 Bürger verfolgten die Ratssitzung.

In dem Entwurf ist eine verdichtete Wohnbebauung auf dem „Frisch-Areal“ vorgesehen, die rund 150 Bewohnern Platz bieten könnte. Im Anschluss an die Wohnhäuser der Grabenstraße sind vier Doppelhäuser vorgesehen. Daran anschließend sind auf der großen zusammenhängenden Fläche elf Mehrfamilienhäuser mit 66 Wohneinheiten vorgesehen, die sich um einen Spielplatz als zentrales Element der Siedlung gruppieren.

Und jenseits der Inselstraße ist ein größerer Gebäudekomplex vorgesehen, den der Architekt als „Pflegeheim“ bezeichnete. Doch die Nutzung stehe noch nicht fest. Nachdem nördlich der Fläche das bisherige Marienheim steht, wurde dieses Thema an der Stelle aufgegriffen. Aber: „Wir sind nicht fixiert auf ein Pflegeheim, es geht um eine bedarfsgerechte Nutzung“, so Gruber.

Gruber wies bei seinen Erläuterungen auch auf die Topografie an der Stelle hin. So senkt sich das Gelände vom westlichsten zum östlichsten Punkt um 9,5 Meter. Dies spielte in der Diskussion um die Gebäudehöhen eine große Rolle. Die Doppelhaushälften würden sich demnach an die umgebenden Wohnhäuser von der Höhe her anpassen. Die Mehrfamilienhäuser werden demnach dreigeschossige sogenannte Attika-Gebäude, wobei unter die Attika eine geschlossene, fensterlose Aufmauerung über dem Hauptgesims eines Gebäudes zu verstehen ist, um die Dachkonstruktion zu verdecken. Die Höhe würde bei rund zwölf Metern liegen. Allerdings wären die Häuser dank des abschüssigen Geländes nur rund neun Meter über dem Anfangsniveau. Das sogenannte Pflegeheim hätte eine Höhe von rund 15 Metern (wie das benachbarte Marienheim), sieben bzw. zehn Meter über Anfangsniveau.

Anwohnerinteressen im Fokus

Diese Höhen auch im Vergleich zur Nachbarschaft rief Widerstand im Rat hervor. Vor allem das mächtige „Pflegeheim“ in direkter Nachbarschaft zu zwei Einfamilienhäusern erntete Kritik. „Die beiden Häuser westlich werden erschlagen“, sagte etwa Stefan Hohl und Stefan Feurle betonte: Er verstehe die Logik nicht, zuerst kommen zwei kleine Gebäude und dann so ein großer Komplex. Seine zentrale Forderung: Die Interessen der Anwohner müssen berücksichtigt werden.

Dies sagten sowohl Gruber als auch die Stadtverwaltung zu. Schließlich kommt noch das offizielle Bebauungsplanverfahren, in dem die Träger öffentlicher Belange, aber auch die Anwohner ihre Einwände geltend machen können. Dies wird dann vom Landratsamt in einem Abwägungsprozess mit aufgenommen.

Die Gemeinderäte wünschten sich für die künftige Diskussion ein 3-D-Modell oder eine Holzkonstruktion, um sich die Höhenverhältnisse besser vorstellen zu können. Eine solche Darstellung wurde ihnen auch in Aussicht gestellt, auch wenn Investor Michael Bazlen, Geschäftsführer der Enzian Seifen GmbH in Metzingen auf die Folgekosten verwies. „Jeder will billigen Wohnraum, aber je mehr Anforderungen an den Investor gestellt werden, desto teurer die Wohnung.“ Und letztlich müsste dies der bezahlen, der die Wohnung dann kaufen will.

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