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Biberach an der Riß
Lokales

Kommunen schaffen planerische Voraussetzung für Baugebiete und Gewerbe

Verwaltungsgemeinschaft Biberach treibt Änderung und Fortschreibung des Flächennutzungsplans voran

Biberach mad Der gemeinsame Ausschuss der Verwaltungsgemeinschaft Biberach hat einen überarbeiteten Entwurf für die 4. Änderung des Flächennutzungsplans (FNP) 2020 beschlossen. Außerdem leitete er das Verfahren für die grundlegende Fortschreibung des FNP bis 2035 ein.

Der FNP legt in Grundzügen fest, wo Wohnbebauung vorgesehen ist, wo Gewerbe angesiedelt werden kann und welche Gebiete zum Beispiel der Landwirtschaft vorbehalten bleiben oder die Natur ihr Recht bekommt. Bei der 4. Änderung des FNP 2020 geht es vor allem um den Tausch potenzieller Wohnbauflächen: In mehreren Mitgliedsgemeinden sollen hierfür vorgesehene Areale aus dem FNP gestrichen werden, weil sich dort tatsächlich keine Baugebiete ausweisen lassen – zumeist scheitert dies am Erwerb der Grundstücke. Dafür sollen gleich große Gebiete an anderer Stelle neu als potenzielles Bauland gekennzeichnet werden. Außerdem sollen einige Flächen in den Karten neu für eine gewerbliche Nutzung markiert werden, um die Erweiterungswünsche ortsansässiger Betriebe befriedigen zu können.

Die Änderungsinhalte waren in den jeweiligen Gemeinderäten ausführlich besprochen worden. Der Ausschuss der Verwaltungsgemeinschaft (VG) hat jetzt ohne Diskussion den überarbeiteten Entwurf förmlich beschlossen. In diesen sind Anpassungen eingeflossen, die sich aus den Stellungnahmen der ersten Anhörungsrunde ergaben. Zudem gab es seit dem Verfahrensstart weitere Tauschwünsche seitens der Gemeinden. Zur überarbeiteten Fassung können sich jetzt erneut Bürger und Behörden äußern, Anfang 2018 soll das Werk dann unter Dach und Fach sein, sagte Carola Christ, die Leiterin des Biberacher Stadtplanungsamts.

Der derzeitige FNP stammt aus dem Jahr 2006 und ist in vielen Punkten überholt – was sich allein daran zeigt, dass die vierte Änderung läuft und die fünfte soeben eingeleitet wurde. Da die vorbereitende Bauleitplanung einen Horizont von 10 bis 15 Jahren umfasst, „wird es langsam Zeit“ für eine grundlegende Fortschreibung des FNP bis zum Zieljahr 2035, sagte Carola Christ. Der VG-Ausschuss hat dafür den Startschuss gegeben und zugestimmt, dass Fachbüros den erforderlichen Landschaftsplan und ein Klimagutachten erstellen sollen.

Bedarf ist nachzuweisen

Im Sinne des sparsamen Umgangs mit Flächen muss der Bedarf für zusätzliche Wohnbauflächen begründet und belegt werden. Die Stadtverwaltung ist dabei, die Kriterien dafür mit den Behörden abzustimmen. Im Herbst 2018 sollen die Umlandgemeinden dann melden, welche Wohnbauflächen sie gerne im FNP 2035 verankert hätten. Für Gewerbeflächen ist gleichfalls ein Bedarfsnachweis erforderlich. Hier sind die Vorarbeiten aber bereits geleistet mit dem Entwicklungskonzept des Büros Imakomm – auf dem übrigens auch die 4. FNP-Änderung und das angestrebte Industriegebiet im Rißtal fußen und das in derselben Sitzung als verbindliche Grundlage für den FNP 2035 beschlossen wurde.

Bis Anfang 2019 soll ein Entwurf stehen und nach zwei Runden der Öffentlichkeitsbeteiligung der FNP 2035 bis zur Jahresmitte 2021 rechtswirksam werden. „Das ist ein ehrgeiziger Zeitplan“, sagte Christ, „ich hoffe, dass wir das so hinbekommen.“ Seite 21

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