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Isny im Allgäu
Lokales

Kleingärtner wetteifern mit ganz Baden-Württemberg

Landes-Jury besucht Anlage „Ursprung“

Alexander Fürst von Quadt (v.l.), Reinhold Hackl und die Landesjury mit Klaus Otto vom
Alexander Fürst von Quadt (v.l.), Reinhold Hackl und die Landesjury mit Klaus Otto vom
Tobias Schumacher

Isny sz Die Kleingartenanlage „Ursprung“, benannt nach der nicht weit entfernt liegenden Quelle der Isnyer Ach, konkurriert mit 15 Mitbewerbern in ganz Baden-Württemberg um eine Auszeichnung im Wettbewerb „Kleine Gärten – Bunte Vielfalt“. Die Sieger werden am 29. Juli von Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch in der Stuttgarter Geschäftsstelle des Landesverbandes der Gartenfreunde Baden-Württemberg e.V. gekürt.

Reinhold Hackl, Vorsitzender der Isnyer Kleingärtner, empfing unlängst die Bewertungs-Jury, die sich die 38 Parzellen umfassende Anlage genau anschaute. Sie bestand aus Landesverbandspräsident Klaus Otto, Franz Stefan, dem Bezirksvorsitzenden im Württembergischen Allgäu, Rolf Hurlebaus, Vizepräsident im Landesverband und Fachberater, sowie dem hauptamtlicher Gartenfachberater im Landesverband, Jörg Gensicke. Dieser ist selbst Gärtner, und außerdem Imker, weshalb er sich höchst erfreut zeigte, dass in einem „Ursprung“-Garten Bienenstöcke aufgestellt sind. „Generell wünschen wir uns eine hohe Artenvielfalt bei Insekten und Bepflanzung, etwa Mischkulturen, die dazu beitragen, Schädlinge zu verwirren“, erklärte Gensicke nur ein Detail der Bewertungskriterien.

„Was ich gesehen habe, hat mir gefallen“, lobte so auch Präsident Otto, nachdem er und seine drei Jury-Kollegen auf den Wegen zwischen den unumzäunten Gärten durch die Anlage gestreift waren. Insgesamt sechs Themenfelder mit zahlreichen Unterpunkten wurden beim Spaziergang und in einem anschließenden Gespräch mit Hackl abgearbeitet: städtebauliche Einbindung und Funktion der Anlage, Gestaltung und Ausstattung, die Einzelgärten – hier etwa, ob ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Nutz- und Zierpflanzen vorliegt –, das Engagement im Verein, seine Öffentlichkeitsarbeit und „Sonderpunkte“ wie Teamarbeit, Altersstruktur und Eingliederung ausländischer Gartenfreunde. Letzteres hob Otto allgemein für Kleingartenanlagen hervor: „Gartenfreunde betreiben Integration, wir haben Anlagen, in denen 98 Prozent der Gärtner einen Migrationshintergrund haben.“

Dem stimmte Reinhold Hackl unumwunden zu. Auch der Isnyer Verein habe unter den 53 Mitgliedern zahlreiche Menschen mit ausländischen Wurzeln. Der Altersdurchschnitt liege bei 62 Jahren, wenngleich auch „Mittdreißiger“ Parzellen erworben hätten. Derzeit ist keine zu vergeben. Ziel des Wettbewerbes, der 2018 auch auf Bundesebene läuft, ist, Städte und Gemeinden für eine nachhaltige Kleingartenpolitik auszuzeichnen. Anlagen wie jene an der Achquelle gelten mittlerweile auch als ökologische Ausgleichsflächen, der „Ursprung“-Grund gehört der Stadt Isny. „Bewahrt Euch Euer Paradies“, legte Präsident Otto dem Vorsitzenden Hackl deshalb ans Herz und fügte hinzu: „Wenn Ihr es pflegt, kommt die Stadt nicht auf die Idee einer Bebauung.“

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