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Lindau (Bodensee)
Lokales

Kindern in Syrien eine Chance geben

Adnan Wahhoud kümmert sich auch um Waisen

Diese Kinder in der Nähe von Aleppo haben ihren Vater und teilweise sogar beide Eltern im Bürgerkrieg verloren. Dank des Projekts Waisenhilfe von Adnan Wahhoud (hinten Mitte) können Angehörige die verwaisten Buben und Mädchen wenigstens einigermaßen mitversorgen.
Diese Kinder in der Nähe von Aleppo haben ihren Vater und teilweise sogar beide Eltern im Bürgerkrieg verloren. Dank des Projekts Waisenhilfe von Adnan Wahhoud (hinten Mitte) können Angehörige die verwaisten Buben und Mädchen wenigstens einigermaßen mitversorgen.
Lindauhilfe für Syrien

Lindau sz Als der Lindauer Adnan Wahhoud vor rund vier Jahren sein Projekt Waisenhilfe im Nordwesten seines Geburtslandes Waisenhilfe gestartet hat, half er damals damit rund zwei Dutzend kleinen Syrern, die bedingt durch den Bürgerkrieg in ihrer Heimat ihren Vater und manchmal auch beide Eltern verloren hatten. Vor allem mit Hilfe der Peter-Dornier-Stiftung, aber auch mit weiteren Lindauer Spenden hat Wahhoud dieses Projekt ausgebaut. Wie wichtig seine Waisenhilfe heute ist, zeigt eine Zahl: 266 Buben und Mädchen unterstützt Wahhoud jeden Monat mit einem kleinen Betrag.

Keine Waisenhäuser in der Region

Während der Lindauer seine ersten Ambulanzen im Raum Aleppo aufbaute, lernte er im Umfeld dieser Medical Points immer wieder Kinder kennen, deren Väter im Bürgerkrieg in Syrien verschollen oder verstorben waren. Diese Kinder hatten kaum eine Chance, ohne Ernährer in den Kriegswirren über die Runden zu kommen. Waisenhäuser gebe es in dieser Region nicht. Deswegen hat Wahhoud beschlossen, die Waisen und Halbwaisen regelmäßig monatlich mit einem kleinen Betrag finanziell zu unterstützen: Die Mutter (oder Großmutter) erhält 40 Dollar, pro Kind kommen zehn Dollar hinzu. Den Empfang dieses Geldes lassen sich Wahhoud – er fährt alle acht Wochen selbst nach Syrien – von den Frauen im Zweifelsfall per Fingerabdruck quittieren.

Damit diese Waisenhilfe zuverlässig jeweils zum Monatsbeginn ausbezahlt wird, hat sich Wahhoud in den Orten Takad und Fattiere zwei Männer aus seinem Bekannten- und Helferkreis gesucht, die das Geld während seiner Abwesenheit übergeben. Immer wieder sorgt der Lindauer auch dafür, dass die Kinder Kleidung erhalten oder jetzt im Winter Brennholz ins Haus kommt. „Denn auch in Syrien kann es jetzt frostige Nächte geben“, schildert Wahhoud im Gespräch mit der LZ.

Sein Koffer ist schon gepackt: Am 1. Dezember fährt er wieder in den Nordwesten Syriens. Mit im Gepäck: Spendengelder aus Lindau. Damit bezahlt Wahhoud die Gehälter der fast 40 Beschäftigten in den sieben Medical Points und die benötigten Medikamente. Aber eben auch die Waisenhilfe an die Familien, die sich um die kleinen Syrer kümmern.

Wer die Arbeit von Adnan Wahhoud direkt unterstützen will, der kann ihn per E-Mail erreichen an

wahhoud@aol.com

Alle Beiträte zur Weihnachtsspendenaktion der Schwäbischen und Lindauer Zeitung sind im Internet unter

www.schwaebische.de/weihnachtsspendenaktion

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