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Kanufreunde überreichen 6000 Unterschriften

Kanuverleiher überreichen der Umweltministerin Gönner 6000 Unterschriften pro Kanufahren – Angler klagen, wenn der Mindestpegel nicht angehoben wird

Altheim sz Das Ringen um das Kanufahren auf der Donau geht weiter. Die Kanuverleiher und der Verein Donautaltourismus-Hohenzollern haben Umweltministerin Tanja Gönner im Altheimer Bürgerhaus 6000 Unterschriften überreicht. Die Unterschriften sind innerhalb sieben Tagen per Internet gesammelt worden und sprechen sich dafür aus, die bisherige Verordnung, die das Kanufahren auf der Donau zwischen Beuron und Sigmaringen regelt, beizubehalten.

Weil die Gültigkeit der Verordnung, die den Abschnitt Laiz-Hundersingen regelt, demnächst ausläuft, hat das Regierungspräsidium entschieden, in der neuen Verordnung auch den Bereich Beuron-Sigmaringen neu und strenger zu regeln. „Wir kamen mit der bisherigen Verordnung alle klar. Mit den Behörden, Anglern und Naturschutzverbänden lebten wir in guter Nachbarschaft“, sagt Bernhard Frei, Vorsitzender des Tourismusvereins, in dem die Kanuverleiher Mitglied sind.

Das Regierungspräsidium will nun unter anderem den Mindestpegel von bisher 50 Zentimeter, bei dem das Kanufahren erlaubt war, auf 65 Zentimeter anheben und wirft dem Landratsamt vor, sich nicht an die gesetzlichen Vorgaben zu halten. „Das Regierungspräsidium hat seine naturschutzfachliche Stellungnahme abgegeben. Das Landratsamt muss abwägen und die Interessen unter einen Hut bringen“, sagt Axel Bernhard, Pressereferent des Regierungspräsidiums. Das Landratsamt könne sich nicht einfach über eine rechtlich begründete Stellungnahme hinwegsetzen.

Verleiher schlagen Alarm

Die Kanuverleiher schlagen die Alarmglocke: Bei 65 Zentimeter ist der Betrieb auf der Donau nicht mehr zu planen und konsequenterweise zu halten. Auch das Landratsamt ist verärgert und versteht die Haltung des Regierungspräsidiums nicht. „Wir hatten seit 2005 eine Regelung, die alle im Donautal mitgetragen haben. Sie hatte überregional sogar Modellcharakter“, so Pressesprecher Manuel Zipperer. Das Landratsamt hat den Standpunkt: Ein Mindestpegel von 50 Zentimetern trägt allen Belangen - Natur, Tourismus und Wirtschaft – Rechnung. „Die Anhebung des Mindestpegels auf 65 Zentimetern ist aus unserer Sicht nicht nachvollziehbar. Landrat Gaerte wird in einem Termin mit Regierungspräsident Hermann Strampfer darüber verhandeln“, kündigte Zipperer an.

Gönner nahm das schwere Bündel mit 6000 Unterschriften und Kommentaren pro Kanufahren entgegen. „Neben dem Bootsverleih gibt es auf der Donau auch andere Interessen. Als die Verordnung 2005 in Kraft trat, wusste man, dass das Gutachten des Regierungspräsidiums in Arbeit ist und nur so konnte man die Klage der Angler und Naturschutzverbände verhindern“, so Gönner.

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