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Bad Waldsee
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Jungstörche in Steinach sind kerngesund

Biologin Ute Reinhard hat die Vögel auf dem Brauereikamin beringt und gewogen

Bad Waldsee sz Die drei Jungstörche auf dem Brauereikamin in Steinach in kerngesund. Das hat Ute Reinhard, Storchenbeauftragte des Regierungspräsidiums Tübingen, bei der Beringung der Vögel am Donnerstagnachmittag festgestellt. Weil die Drehleiter der Feuerwehr Bad Waldsee beim ersten Anlauf aus ungeklärten Gründen nicht funktionierte, war zunächst nicht klar, ob die Biologin an diesem Tag überhaupt noch zu den Jungtieren hoch kommt.

Nachdem das Problem mit der Drehleiter nach etwa 30 Minuten wieder gelöst war und Feuerwehrmann Theo Egle mit dem Fahrzeug samt Drehleiter auf den Brauereiparkplatz zurückkehrte, ging es die 23 Meter steil nach oben. Woran der kurzzeitige Defekt der Drehleiter lag, konnte Eger nicht erklären. Nachdem er weggefahren und auf dem Betriebshof angekommen war, funktionierte sie einfach wieder – und so kehrte er schnell zurück zur geplanten Storchenberingung.

Das fand auch Ute Reinhard gut, die derzeit einen prall gefüllten Terminkalender hat. Sechs bis acht Beringungen hat sie zurzeit täglich. Die Biologin aus dem Kreis Tuttlingen kümmert sich größtenteils ehrenamtlich um 120 Nester im Bezirk des Regierungspräsidiums Tübingen. In dieser Saison sind das knapp 300 Störche. „Ich bin überall unterwegs, von Isny bis Bad Mergentheim“, erzählt sie. Am Donnerstag war sie am Vormittag bereits in Markdorf, in Stetten bei Meersburg und in Radolfzell. Danach ging es nach Steinach und anschließend nach Moosheim (Bad Saulgau) und am Abend nach Mochenwangen.

Die Beringung der Störche auf dem Brauereikamin in Steinach dauerte etwa 15 Minuten. Mit eingeübten Handgriffen bekamen die Jungstörche Jo, Nick und Johann die Ringe ans Bein, wurden mit einer Handwaage gewogen und bekamen den Schnabel gereinigt. „Alle drei sind gesund und wiegen etwa drei Kilo. Von ihnen stirbt keiner mehr. In ein paar Tagen sind sie voll befiedert“, erklärte Reinhard. Die Storcheneltern Siegfried und Sieglinde drehten während der Prozedur an den Jungtieren einige beobachtende Runden um das Nest oder saßen auf dem Kamin des Nachbarhauses und klapperten schimpfend mit den Schnäbeln.

Die Ringe sind sozusagen der Personalausweis der Tiere. Die jeweilige Nummer wird in einer Datenbank hinterlegt. „Wenn man einen Storch irgendwo findet, weiß man aufgrund der Nummern sofort, wie alt er ist und wo er herkommt“, so Reinhard.

Wieder unten angekommen war die Erleichterung nicht nur bei der Höhenangst geplagten Biologin groß – auch Storchenvater Hans Daiber freute sich, dass die Jungtiere alle gesund sind. Er kümmert sich bereits seit 30 Jahren ehrenamtlich um Störche, sein erstes Nest hatte er in Bad Wurzach gebaut.

Noch etwa vier Wochen werden die Jungstörche im Nest sein. Dann, so schätzt Reinhard, wird der erste davon fliegen.

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