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Jumelage: Herzlichkeit unterschreibt mit

Aufmerksame Zuhörer auf dem Rathausplatz - inklusiv der Bürgermeister Jean-Michel Billon und Bruno Walter: Der Frauenchor "Alleg
Aufmerksame Zuhörer auf dem Rathausplatz - inklusiv der Bürgermeister Jean-Michel Billon und Bruno Walter: Der Frauenchor "Allegro" singt die "Marseillaise".
Alexander mayer

Tettnang alx Einen weiteren Meilenstein in der Geschichte der Städtepartnerschaft haben Tettnanger und ihre Gäste aus St-Aignan über die vergangenen vier Tage in der Montfortstadt gesetzt. Im Mittelpunkt der Feierlichkeiten mit dem Fokus auf 20 Jahre Städtepartnerschaft standen die offizielle Erneuerung des Verbrüderungseides durch die Bürgermeister Bruno Walter und Jean-Michelillon und ein dem Anlass entsprechender Galabend im Barockschloss. Das offizielle Besuchsprogram war eingebettet in ein touristisches Rahmenprogramm rund um Zeppelinmuseum und Grillparty im VauDe-Bädle.

Sei es vor dem Rathaus, als die Bürgermeister zur Unterschritt schritten und die Frauen von Allegro die Nationalhymnen sangen, sei es bei Reden in Tettnangs „guter Stube“ und verwöhnt von kulinarischen Köstlichkeiten oder beim Pflanzen der Jubiläumslinde von Realschülern am Manzenberg: Tiefe Festesfreude und beeindruckende Herzlichkeit waren stets Wegbegleiter des bemerkenswerten Treffens. Jumelage-Präsidentin Sonja Hänle und ihr frankophiles Team hatte gehörig die Ärmel hochgekrempelt, damit auch dieses Treffen, wie so viele andere in der Vergangenheit, zu einem erlebnisreichen Kapitel in der Geschichte der Partnerschaft zwischen der Montfortstadt und dem kleinen Tourainestädtchen werden sollte. Keine Frage, alle Mühen der Vorbereitung haben sich gelohnt. Als der Reisebus der Franzosen am Sonntagmorgen die 800 Kilometer in die Heimatstadt am Cher unter die Räder nahm, war vielen Tettnangern, die im Sinne der Jumelage Gastfreundschaft als Gastfamilie gelebt haben, warm ums Herz. Ja, hier und da war auch Abschiedsschmerz spürbar. „Wir werden uns wiedersehen“, waren vielgehörte Worte.

Höhepunkt der Festivitäten war zweifellos der öffentliche Unterzeichnungsakt der Urkunden, die Alt-Bürgermeister und Vater der Städtepartnerschaft, Viktor Grasselli, sowie St-Aignans damaliger Bürgermeister Guy Martineau am Cher vor 20 Jahren das erste Mal unterschieben hatten. Sie assistierten die Zeremonie, die am Samstag von Bruno Walter und Jean-Michel Billon würdevoll vollzogen wurde.

Apropos würdevoll, der Frauenchor „Allegro“ hatte die musikalische Umrahmung in einer Abendstimmung auf dem Rathausplatz, die besser nicht hätte sein können, übernommen. Deutsche Nationalhymne, die „Marseillaise“ und schließlich mit „Freude schöner Götterfunken“ eine Hommage an Europa – Elke Sorg und ihre Frauen kamen vor großem Bahnhof mit ihrer Interpretation bestens rüber.

Wurde vorher die Jubiläumsausstellung im Rathaus (ein von Stadtarchivarin Dr. Angelika Barth zusammengestellter Fotorückblick auf 20 Jahre Städtepartnerschaft sowie St-Aignan-Tettnang-Impressionen von Katharina Gluche) eröffnet, bewegte sich zum Abschluss des Abends der deutsch-französische Tross Richtung Rittersaal. Wer geladen war, erlebte einen Galaabend mit erlesenen Speisen, herzlich-familiären Reden von Tettnangs Jumelage-Präsidentin Sonja Hänle und ihrem frischgebackenen französischen Pendant, Jean-Christophe Mandard.

Freilich, teils machten die Redner dem Anlass entsprechend auch große Ausflüge in die Geschichte der deutsch-französischen Kriege, in die große Politik, in die Europa-Politik. Sprach Guy Martineau in einem bestechenden und mitreißenden Französisch von den letztendlich so friedenstragenden Folgen der deutsch-französischen Aussöhnung, bezeichnete Bruno Walter beide heute so eng miteinander liierte Nationen als Motoren der europäischen Einigung. Ehrensache für den Tettnanger Bürgermeister: Seine Rede hielt er auf Deutsch wie auf Französisch. Auch bei seinen Ausführungen rauschte viel Applaus durchs Schloss.

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