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Biberach an der Riß
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„Jeder Ton macht Musik“

Menschen mit und ohne Behinderung musizieren am Samstag, 20. Mai, gemeinsam

Musik soll verbinden: Johanna Wiedergrün und Rico Marquart freuen sich auf den ersten inklusiven Orchester-Erlebnistag in der Bruno-Frey-Musikschule Biberach.
Musik soll verbinden: Johanna Wiedergrün und Rico Marquart freuen sich auf den ersten inklusiven Orchester-Erlebnistag in der Bruno-Frey-Musikschule Biberach.
Daniel Häfele

Biberach sz Menschen mit und ohne Behinderung treten am kommenden Samstag, 20. Mai, gemeinsam auf die Bühne: Die Bruno-Frey-Musikschule veranstaltet in Kooperation mit dem Verein für familien-unterstützende, integrative Behinderten-Arbeit (fiB) einen inklusiven Orchester-Erlebnistag. Ab 9 Uhr beginnen die Teilnehmer mit den Proben, gegen 12.15 Uhr zeigen sie dann ihr Können im Bruno-Frey-Saal am Bismarkring.

Rico Marquart, Schlagzeuglehrer an der Bruno-Frey-Musikschule, und Johanna Wiedergrün von der fiB haben sich ein ambitioniertes Projekt vorgenommen. Innerhalb von drei Stunden sollen Musikschullehrer sechs Lieder aus den Bereichen Rock, Pop und Klassik, mit den Teilnehmern einstudieren. Dabei werden die Mitwirkenden nach Instrumenten in insgesamt sieben Gruppen eingeteilt: Blockflöte-Saxofon, Klavier, Akkordeon, E-Bass, Violoncello-Geige, Trompete und Schlagzeug. Bei einem Abschlusskonzert wird das Geprobte dann gezeigt.

Ein Angebot von vielen

„20 Menschen im Alter von 14 bis über 60 Jahre mit und ohne Behinderung haben sich angemeldet“, erläutert Marquart. Er ist mit den Anmeldezahlen zufrieden: „Mehr könnten wir auch nicht betreuen.“ Unterstützung bekommen die Teilnehmer an diesem Tag von den Schwarzbach-Musikanten.

Der Orchester-Erlebnistag ist eine Veranstaltung innerhalb des Inklusionsprojekts „Mittendrin – voll inklusiv“. Das inklusive Angebot ist bei der fiB angesiedelt, Kooperationspartner sind die Lebenshilfe Biberach, Mariaberg und die St.-Elisabeth-Stiftung. Die Koordinatorin Wiedergrün erklärt: „Mit der Musikschule, der Volkshochschule und der Katholischen Erwachsenenbildung haben wir mehrere Angebote im außerschulischen Bereich ,Freizeit und Bildung‘ organisiert.“ Im Fall des Orchester-Erlebnistags laufen die Vorbereitungen seit etwa einem Jahr. Einen geeigneten Termin finden, Fahrdienste organisieren und Gespräche mit allen Beteiligten führen – all das brauche seine Zeit, schildert Marquart. „Die Logistik, die hinter so einem Tag steckt, ist riesig.“

Ziel der Veranstaltung ist es, Begegnung zwischen Menschen mit und ohne Behinderung zu ermöglichen. „Berührungsängste gibt es viele im Alltag“, sagt Marquart. Gemeinsames Musizieren könne dabei helfen, Hürden abzubauen. Diese Ansicht teilt Wiedergrün: „Alle Teilnehmer verfolgen an diesem Tag dasselbe Ziel: Gemeinsam auf der Bühne stehen und ein Konzert geben.“ Es werde an diesem Vormittag nicht unterschieden, ob jemand eine Behinderung habe oder nicht. Der Schlagzeuglehrer ergänzt: „Jeder Ton macht Musik.“

Hineinschuppern erlaubt

Wer nicht selbst zum Instrument greift, der kann den Teilnehmern bei den Proben zuschauen. „Wir wollen möglichst vielen Interessierten Einblicke in die musikalische Arbeit mit Menschen mit Behinderung geben“, sagt Marquart. Denn auch wenn der Orchester-Erlebnistag in diesem Jahr erstmals stattfindet, ganz neu ist das Thema an der Bruno-Frey-Musikschule nicht. „Wir haben seit 30 Jahren ein Lehrerteam für die Arbeit mit Behinderten“, so Marquart. Daraus ist der Verein „Musik fürs Leben“ entstanden. Dieser hat sich zum Ziel gesetzt, die musikalische Ausbildung von Menschen mit Behinderung zu fördern. Der Verein wird am Samstag die Bewirtung übernehmen, um Geld für seine Projekte zu sammeln.

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