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In der neuen Spielzeit ist Musik drin

9. Kulturparcours lockt am Freitag, 15. September, in die Biberacher Kultureinrichtungen
„Die Fexer“, Sieger des Biberacher Volxmusik-Grandprix 2016, machen beim Kulturparcours Appetit auf Volxmusik-Grandprix 2018 in Biberach.
„Die Fexer“, Sieger des Biberacher Volxmusik-Grandprix 2016, machen beim Kulturparcours Appetit auf Volxmusik-Grandprix 2018 in Biberach.
Archiv: Georg KLiebhan

Biberach sz „Rund und bunt“ – so lautet das Motto des Kulturparcours in Biberach am Freitag, 15. September. Ab 16 Uhr können Interessierte bei freiem Eintritt durch die Kultureinrichtungen der Stadt flanieren, um Appetit darauf zu bekommen, was alles in der neuen Spielzeit zu erleben ist. Daniel Häfele hat bei Kulturdezernent Jörg Riedlbauer nachgefragt, wie sich die Veranstaltung entwickelt hat.

Zum neunten Mal findet der Kulturparcours statt. Welche Neuheiten erwarten die Besucher?

Wir haben etliche Programmpunkte dabei, die es bislang noch nicht gegeben hat. Um nur einige herauszugreifen: die Ausstellung des Kunstvereins von Ergül Cengiz im Komödienhaus, die Stadtführung zu „500 Jahre Reformation“, neue syrische Lieder in der Volkshochschule, das Projekt „Soundwave“ im Museum, die Fotofreunde im Haus der Archive, digitale Garagenmusik und die Rockband unserer Musikschule in der Stadtbücherei oder die Sieger des letztjährigen Biberacher Volxmusik-Grandprix in der Stadthalle.

Wie hat sich der Kulturparcours entwickelt?

Erfreulich gut hat sich der Kulturparcours entwickelt. 2009 und 2010 kamen ein paar Hundert Leute. Mittlerweile sind es, vor allem wenn das Wetter mitspielt, fast 4000. Zudem waren es anfangs einzig die städtischen Kultureinrichtungen, die sich am Parcours beteiligt haben. Inzwischen sind auch mehr und mehr die Kulturvereine aus der Bürgerschaft mit dabei, was dem Netzwerkgedanken der Veranstaltung sehr schön entspricht.

Unter welchen Einflüssen steht die Biberacher Kultur in der kommenden Spielzeit?

Die Spielzeit 2017/2018 wird einen Musikschwerpunkt haben. Das hängt mit zwei kulturgeschichtlich bedeutsamen Daten unserer Stadt zusammen: Am 1. Dezember 1817, also vor 200 Jahren, starb der weit über die Ortsgrenzen Biberachs hinaus bedeutsame Komponist, Dirigent und Musiktheoretiker Justin Heinrich Knecht, und 2018 blicken wir auf 250 Jahre Biberacher Orchesterkultur zurück. 1768 wurde hier nämlich das Collegium Musicum ins Leben gerufen. Natürlich betreiben wir da keine verstaubte Traditionspflege, sondern wir vermitteln dieses kulturelle Erbe lebendig und innovativ. Den Anfang macht unsere Opern-Eigenproduktion von Beethovens „Fidelio“ ab dem 23. September.

Wie geht es danach weiter?

Am Wochenende um den 1. Dezember gibt es ein Symphonie- und Kirchenkonzert, die Session „Knecht goes Jazz“ und das Bürgerkulturgespräch zum Thema „Musik in Biberach“. Bis ins Jahr 2018 hinein läuft eine musikgeschichtliche Kabinettausstellung zu Knecht und dem Biberacher Orchester im Museum, und selbstverständlich gibt es auch wieder ein neues kulturelles Jahresleitthema: „1968 - 2018 - 2068?“ Hier wollen wir mit einer Vielfalt an Veranstaltungen der Frage nachgehen, welche Auswirkungen die 1968er-Bewegung auf Kultur und Gesellschaft gehabt hat, inwieweit sie heute noch spürbar sind und möglicherweise noch in den nächsten 50 Jahren Bedeutung haben werden.

Mit dem Kulturparcours starten auch die Interkulturellen Wochen. Wie kam es zu dieser Kooperation?

Als ich vor neun Jahren nach Biberach gekommen bin, ist mir aufgefallen, dass rund 100 Nationalitäten in dieser Stadt leben. Wir haben daher schon damals, also lange vor dem Zuzug unserer geflüchteten Mitbürger, die interkulturelle Arbeit als einen von drei Schwerpunktthemen definiert. Als vor einigen Jahren von der Integrationsstelle der Stadt die Interkulturellen Wochen ins Leben gerufen worden sind, lag es nahe, deren Eröffnung mit dem Kulturparcours zu verbinden und auch auf diese Weise den Netzwerkgedanken von kommunaler Kulturarbeit zu unterstreichen. Beide Veranstaltungen ergänzen einander und sind Orte lebendiger Begegnung.

An neun Orten in der Stadt gibt es beim Kulturparcours Angebote. Die Zeit ist begrenzt. Haben Sie einen Tipp, wie man als Besucher möglichst viel in kurzer Zeit sieht?

Am besten nimmt man sich als Erstes die Programmübersicht zur Hand und schaut nach, was einen am meisten interessiert. Wir wollen ja bewusst Vielfalt anbieten, und die kulturellen Vorlieben sind so mannigfaltig, wie es eine Stadtgesellschaft insgesamt ist. Der Rock- und Popfan soll genauso seine Freude an diesem Abend haben wie der Opernliebhaber, der Literaturfreak, der Kabarett- oder Kunstfreund. Und manche Programmpunkte werden auch mehrfach angeboten, so dass man ziemlich flexibel sein persönliches Programm in den Kultureinrichtungen zusammenstellen kann.

Das Programm im Überblick:

Kulturdezernent Jörg Riedlbauer eröffnet den Kulturparcours offiziell um 18 Uhr in der Bruno-Frey-Musikschule, die dort anschließend ein Mini-Märchen-Musical nach einer Vorlage des amerikanischen Schriftstellers James Thurber präsentiert. In der Stadthalle gibt es in Auszügen ein Vorgeschmack auf die Oper „Fidelio“ (21.15 Uhr).

Der Dramatische Verein und die Jugendkunstschule mit einer Revue „25 Jahre Juks“ in der Stadthalle (20 Uhr) oder der Kunstverein mit einer Ausstellung der deutsch-türkischen Künstlerin Ergül Cengiz als Grenzgang zwischen islamisch geprägter ornamentaler Kunst und westlicher Tradition im Komödienhaus wirken ebenfalls mit. Die Stadtbücherei startet um 16 Uhr mit einem Programm für Kinder von fünf bis acht Jahren, das Abendprogramm dort steht im Zeichen des Kulturleitthemas 2017 „Makerspaces“. Das Museum bietet unter dem Motto „Soundwave“ (19.30, 20.30 und 21.30 Uhr) ein Musikprogramm zur „Wasser“-Ausstellung, durch die es um 20, 21 und 22 Uhr Führungen gibt. Im Rathaus trifft man sich zu den Stadtführungen „500 Jahre Reformation“ (17.30 Uhr) und „Oh du liabs Herrgöttle von Biberach!“ (18 Uhr).

Die Volkshochschule zeigt unter anderem Kabarett, Jazz und Salsa. Zudem gibt es syrische Lieder und persischer Rap zu hören. Im Stadt- und Wieland-Archiv im Roten Bau blickt man zurück ins 18. Jahrhundert: Volker Angenbauer führt als Wieland durch die Magazinräume (19, 20 und 21 Uhr). Einen besonderen Blick auf die Stadt bieten die Fotofreunde Biberach, die ihre Arbeiten im Haus der Archive (Roter Bau) präsentieren.

In bewährter Weise beginnen am Abend des Kulturparcours auch die Interkulturellen Wochen. Zahlreiche Organisationen und Vereine präsentieren auf dem Interkulturellen Markt die Vielfalt Biberachs.

Das ausführliche Programm gibt es im Internet unter www.kulturparcours.de

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