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Biberach an der Riß
Lokales

Im Landkreis sprudeln die Steuern

Finanzamt Biberach erzielt mit 840 Millionen Euro zweithöchstes Ergebnis überhaupt
Nicht stolz, aber erfreut über hohe Steueriennahmen: (v.l.) Willi Maurer (Geschäftsstellenleiter Finanzamt Biberach), Rudolf Halder (Leiter Außenstelle Riedlingen), Amtsleiter Dr. Karlheinz Maier und Andreas Fesseler, (Ausbildungsleiter und Hauptsachg
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Biberach gem Mit 840 Millionen Euro hat das Finanzamt Biberach, das für den gesamten Landkreis zuständig ist, die zweithöchsten Steuereinnahmen in seiner Geschichte erzielt. Das sind 44,8 Millionen mehr als im Vorjahr. Den bisherigen Höchststand gab es 2008 mit 852 Millionen Euro. „Wir sind nicht stolz auf dieses Ergebnis, weil wir selbst nichts dafür können“, sagt Gerd Kehm, Leiter der Finanzkasse im Biberacher Finanzamt, „aber wir freuen uns natürlich, weil Biberach wirtschaftlich so ein starker Landkreis ist.“ Das wiederum sei aus den Zahlen ganz klar abzulesen, sagt Kehm.

Eine hohe Steigerung gab es bei der Lohnsteuer von 368,6 Millionen auf 400,8 Millionen Euro. „Das finde ich das Erfreulichste, weil es in direkter Relation zur niedrigen Arbeitslosenquote im Landkreis steht“, sagt Kehm. Die fast 100-prozentige Steigerung bei der Körperschaftssteuer (von 29,2 Mio. auf 57,6 Mio. Euro) zeige, dass sich die Gewinnsituation bei den Unternehmen verbessert hat. Die Umsatzsteuer, die von 220,3 Mio. auf 198,6 Mio. Euro zurückgegangen ist wiederum macht deutlich, dass die großen Firmen im Kreis stark exportorientiert sind, denn die Waren, die ins Ausland geliefert werden, sind von der Umsatzsteuer befreit.

Auch für das laufende Jahr sei aus derzeitiger Sicht mit guten Zahlen zu rechnen, sagt Kehm. Der Januar 2012 liege nach einer ersten Prognose vom Steueraufkommen her um 15 Prozent über dem Januar 2012. „Die Auftragsbücher der Firmen sind voll, deshalb rechnen wir auch weiterhin mit hohen Steuereinnahmen.“

Auszubildende fehlen

Während die Steuergelder sprudeln, hat das Biberacher Finanzamt an anderer Stelle mit Mangel zu kämpfen. Es fehlen ausreichend Auszubildende. „Wir bekommen den demografischen Wandel zu spüren“, sagt Ausbildungsleiter Andras Fesseler. Anders als Industrieunternehmen habe aber das Finanzamt nicht die Möglichkeit, in der freien Wirtschaft nach geeignetem Personal zu suchen.

Weil landesweit in den Jahren 2014 bis 2016 etwa 300 bis 400 Beschäftigte des mittleren und gehobenen Diensts in Ruhestand gehen, wollen die Finanzämter nun gegensteuern. „Wir setzen auch darauf, dass wir durch den Wegfall der Wehrpflicht und durch die doppelten Abiturjahrgänge, die 2012 auf den Markt kommen, genügend Bewerber finden“, sagt Fesseler.

Beim Biberacher Finanzamt sind momentan 19 junge Menschen in Ausbildung, das entspricht einer Quote von 11 Prozent. Durch höhere Einstellquoten soll sie auf 15 Prozent steigen. Um die attraktiven Seiten des Berufs herauszustellen, hat das Finanzministerium eine Kampagne unter dem Motto „Was gibt’s zu glotzen? Mein Chef ist Finanzminister.“ auf die Beine gestellt.

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