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„Ich liebe die Stadt und das sage ich von Herzen“

Alexander Schmidt möchte Bürgermeister werden – Er spricht über seine Ziele und einen Duschvorhang
Alexander Schmidt hat einige Fortbildungen absolviert, weil er schon vor Jahren den Plan gefasst hat, Bürgermeister zu werden.
Alexander Schmidt hat einige Fortbildungen absolviert, weil er schon vor Jahren den Plan gefasst hat, Bürgermeister zu werden.
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Meersburg sz Eine neugeordnete Verwaltung, die mehr entscheiden darf sowie ein Meersburg für die Einheimischen und nicht nur für die Touristen – das sind die Ziele von Alexander Schmidt. Nadine Sapotnik hat mit dem Bewerber für das Amt des Bürgermeisters in Meersburg gesprochen.

Sie haben Ihre Unterlagen zur Bewerbung erst kurz vor Weihnachten eingereicht. Wie waren die vergangenen Wochen für Sie?

Erst war Weihnachten, dann Neujahr und ich hatte schon im Vorfeld angekündigt, dass es bei mir ab dem 5. Januar losgeht. Insofern bin ich erst knapp eine Woche im Einsatz. Seitdem ist jeder Tag gefüllt mit neuen, positiven Erlebnissen mit den Bürgern Meersburgs und genau so habe ich es mir vorgestellt. So kann es weitergehen. Ich hatte am Dienstag meine zweite Veranstaltung in Meersburg, die erste war in Baitenhausen. Wir haben natürlich mit dem Wetter ein bisschen zu kämpfen. Durch den Schnee kommen nicht unbedingt mehr Besucher, aber ansonsten läuft es wirklich zufriedenstellend.

Was wollen Sie als erstes anpacken, wenn Sie zum Bürgermeister gewählt werden?

Als erstes werden die Aufgaben in der Verwaltung neu geordnet werden müssen. Ohne eine funktionierende Verwaltung wird in Meersburg keine erfolgreiche Weiterentwicklung mit Gemeinderat und Bürgerschaft möglich sein. Es wird also einiges im Rathaus passieren. Ich möchte Verantwortungen und Kompetenzen dahin zurück geben, wo sie herkommen und hingehören. Das ist nichts weltbewegendes und das tut auch nicht weh. Ich halte die Mitarbeiter der Stadt für sehr fähig und kompetent. Man sollte ihnen die Anerkennung und den Respekt geben, den sie verdienen. Für mich hat es sich auch herauskristallisiert, dass das Motto „Meersburg den Meersburgern“ sehr wichtig für mich ist.

Haben Sie den Eindruck, dass es in der Verwaltung derzeit in Meersburg nicht gut läuft?

Bislang ja. Ich will Ihnen auch gerne ein Beispiel dazu nennen: Bei einem meiner Bürgerstammtischabende in den vergangenen Tagen schilderte mir eine Bürgerin als aktive Thermenbesucherin, dass sie ein seltsames Ereignis in der Umkleidekabine erleben durfte. Es ging um einen kaputten Duschvorhang, der dafür sorgte, dass die dort duschenden Besucherinnern nicht ungestört ihre Körperwäsche verrichten konnten. Dies bemängelte sie beim dafür zuständigen Bäderpersonal, das sich über mehrere Wochen nicht dazu in der Lage sah, den Vorhang auszutauschen. Daraufhin blieb ihr auf Anraten des Bäderpersonals nur die direkte schriftliche Kommunikation mit dem dafür zuständigen Bürgermeister der Stadt – und siehe da: Der Vorhang war innerhalb von wenigen Tagen ausgetauscht.

Sie leben in Stockach. Wie nah sind Sie an Meersburg und den Themen?

Zwischenzeitlich sehr, sehr nah. Für mich ist es aber als überparteilicher Kandidat etwas beschwerlicher. Ich muss mir meine Informationen mühsam zusammentragen. Hinzu kommt, dass mit mir keiner gerechnet hat. Viele wissen nicht, was ich kann. Deshalb halten sich viele Bürger bedeckt, die trotzdem den Kontakt zu mir suchen. So wird am Ende auch mein Wahlergebnis zusammenkommen: Keiner wird mich gewählt haben, aber jeder wundert sich, woher meine Stimmen gekommen sind und wird vor allem froh sein, dass ein freier unabhängiger Kandidat nun Bürgermeister wird.

Wieso wollen Sie gerade in Meersburg Bürgermeister werden?

Ich bin in Meersburg geboren und habe dort viele schöne Momente erlebt. Ich liebe die Stadt und das sage ich von Herzen. Deshalb führe ich diesen Wahlkampf auch mit viel Leidenschaft und Emotionen. In Meersburg begann mein Leben und hier möchte ich beruflich und privat den Rest meines Lebens fortsetzen.

Bei unserem letzten Gespräch haben wir darüber gesprochen, dass Sabine Becker sie inspiriert hat, Bürgermeister werden zu wollen. Wieso?

Ich habe ihr von all den Kandidaten am wenigsten zugetraut, dass sie über die acht Jahre hinaus in Meersburg Bürgermeisterin sein möchte. Von ihrem Auftreten und ihrer Persönlichkeit her, ist ihr Meersburg auf Dauer einfach zu klein. Mir war klar, dass ich der nächste sein möchte, der dort ins Rennen steigt und Bürgermeister wird. Dass es überraschend sogar etwas früher der Fall war, dass Frau Becker Meersburg verließ, war für mich ein Unglück. Damals war ich noch nicht soweit und das hat mir daher weitere vier Jahre warten eingebracht.

Was hat sich in der Zwischenzeit getan?

Ich habe mehrere Fortbildungen gemacht. Ich war an den Fachhochschulen in Kehl, Ludwigsburg und Stuttgart und habe viele politiknahe Stiftungen besucht.

Ihre Mitstreiter Robert Scherer und Martin Brütsch haben auch praktische Erfahrungen im Verwaltungsbereich. Wie schätzen Sie Ihre Chancen neben den beiden ein?

Im Dreiergespann sehe ich meine Chancen als sehr gut. Ich bin unabhängig und frei und werde von niemanden unterstützt, das ist nur einer von vielen Vorteilen.

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