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Husky fällt Hund samt Herrchen an

Ein Schreckmoment für Anton Lung und „Chila“
Ein Husky soll einen Hund angefallen haben.
Ein Husky soll einen Hund angefallen haben.
Symbolbild: Reuters/Pfaffenbach

Bad Waldsee sz Der Schreck sitzt Hund und Herrchen noch immer in den Knochen: Am Freitag vergangener Woche wurden Hundehalter Anton Lung und sein angeleinter „West Highland White Terrier“ bei einem Spaziergang im Waldseer Wohngebiet Frauenberg von einem herrenlosen Husky angefallen.

Größere Verletzungen sind zum Glück ausgeblieben, weil sich der bedrängte Hundehalter mit einem heftigen Faustschlag zur Wehr setzte. „Ich wusste mir nicht mehr anders zu helfen, nachdem der Husky nach meiner ‚Chila’ geschnappt und sie schon in seinem Maul hatte. Ich entriss sie ihm mit aller Gewalt, nahm sie auf meinen Arm, wehrte weitere Angriffe ab und nach weiteren, lauten Drohungen meinerseits ließ er schließlich von uns ab und ging langsam davon“, lässt Lung im SZ-Gespräch den Vorfall Revue passieren.

Ähnliches Erlebnis zuvor

„Als er an mir hochgesprungen ist, habe ich seinen Atem gespürt“, erinnert sich der Senior mit Schaudern an das Geschehen zurück. Ein ähnliches Erlebnis hatte Lung bereits vor zwei Jahren – ebenfalls am Frauenberg. Den aktuellen Vorfall habe er deshalb sofort beim örtlichen Polizeiposten zu Protokoll gegeben. Dort wurde ihm bedeutet, dass bei Husky-Hundehaltern im Wohngebiet recherchiert werde, ob ihr Tier zur fraglichen Zeit alleine unterwegs gewesen sei. Lung: „Mir geht es weniger um mich. Aber die Lortzingstraße ist Schul- und Kindergartenweg und ich möchte es nicht erleben, dass hier ein freilaufender Hund ein Kind anfällt.“ Der SZ-Leser hat sich deshalb an die Lokalredaktion gewandt mit der Bitte um Veröffentlichung.

Das Polizeipräsidium Konstanz bestätigte das Geschehen der Sache nach und hält Tipps bereit für den Fall, dass sich Erwachsene oder Kinder unvermittelt einem herrenlosen Hund gegenübersehen sollten. „Grundsätzlich ist jeder Hund ein Raubtier, was leider viele Hundehalter außen vor lassen, weil sie sich das von ihrem ,Freund auf vier Pfoten’ nicht vorstellen können“, heißt es dazu seitens der polizeilichen Hundeführerstaffel. Aber es sei schwierig, allgemeine Ratschläge zu erteilen. „Bei dem einen Tier kann Weglaufen das Richtige sein, bei einem anderen könnte dieses Verhalten den Jagdtrieb ansprechen und die Situation verschärfen. Ebenso verhält es sich mit lautem Brüllen, Anstarren, Wegschauen, reglosem Verharren oder Gestikulieren“, wissen die Spezialisten vom Bodensee.

Auch in der Tierwelt gibt es Sympathie und Antipathie

Einen Einfluss auf das Verhalten des Hundes hätten zudem Alter, Geschlecht, Wesen,Gesundheits- und Gemütszustand sowie Rasse oder Größe. In anderen Fällen verteidige ein Haustier vielleicht nur sein Revier. Es könne aber durchaus vorkommen, dass „sich zwei Tiere einfach ,nicht riechen’ können. Auch in der Tierwelt gibt es Sympathie und Antipathie.“

Der Ratschlag von Polizeisprecher Jens Purath an die Hundehalter hingegen ist eindeutig: „Sie sollten ihre Tiere verantwortungsbewusst halten, sodass keine anderen Personen oder Tiere gefährdet oder geschädigt werden. Hier ist an die Vernunft der Hundehalter beziehungsweise Hundeführer zu appellieren, ein leicht reizbares, aggressives Tier nicht frei laufen zu lassen und beim Gassigehen an der kurzen Leine zu halten.“ Deshalb mache auch „der nahezu überall gültige Leinenzwang innerhalb von Stadt- und Ortsgrenzen Sinn“.

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