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Hubert Rinklin erläutert Wege für die regionale Energiewende

50 Interessierte kommen zum Vortrag der Raiffeisenbank Dellmensingen
Hubert Rinklin erläutert Wege für die regionale Energiewende
Hubert Rinklin erläutert Wege für die regionale Energiewende

Stetten/Dellmensingen sz Zum Auftakt der Vortragsreihe „Regenerative Energieerzeugung – Möglichkeiten und Grenzen“ sind am Donnerstag rund 50 Interessierte ins Gasthaus Hirsch nach Dellmensingen gekommen. Die Reihe wird von der Raiffeisenbank Dellmensingen organisiert. „Jeder Mensch hat etwas, was ihn antreibt“ sei das Motto der Raiffeisenbank, sagte Vorstandssprecher Eugen Schlachter. Ihn treibe an: „Wie schaffen wir die Energiewende?“

Schlachter freute sich, als ersten Referent zu diesem Thema Hubert Rinklin vom Alb-Elektrizitätswerk mit Sitz in Geislingen gewonnen zu haben. Vermehrt kämen bei ihm Anfragen nach Organisation und rechtlicher Absicherung von Energiegenossenschaften, so Schlachter.

Hubert Rinklin erläuterte Wege, wie regional Strom aus erneuerbaren Energien produziert werden könne. Bis 2020 sollen 35 Prozent des Bruttostromverbrauchs daraus gewonnen werden. Im Netzgebiet des AlbElektrizitätswerks würden bereits 147716 Megawatt Ökostrom pro Stunde erzeugt, etwa durch Windkraftanlagen, Wasserkraft, PV-Anlagen, Bio-Klärgasanlagen, sagte Rinklin. Das seien 28 Prozent des Energiebedarfs im Versorgungsbereich des Werks. Die Tendenz gehe aber auch dazu – wie bei Offshore-Anlagen (Windkraftanlagen auf dem Meer) – Energie nicht da zu erzeugen, wo sie gebraucht wird.

Energie zu erzeugen genüge aber nicht, so Rinklin. Die bestehenden Übertragungsnetze stoßen an ihre Kapazitätsgrenzen. Das Leitungsnetz, insbesondere von Nord nach Süd, müsse ausgebaut werden. Durch langwierige Zustimmungsverfahren schreite der Ausbau des Stromübertragungsnetzes aber nicht wie geplant voran, kritisierte er die Politik.

Widerstand gegen Anlagen

Weiteres Hemmnis laut Rinklin: In der Bevölkerung rege sich oft Widerstand gegen Anlagen zur Erzeugung von erneuerbaren Energien. „Viele sind gegen Biogas-, Windkraftanlagen oder Pumpkraftwerke vor der eigenen Haustür“, sagte Rinklin. Aber ohne Energieerzeugung gehe es nicht. „Wenn wir gegen alles sind, wird die Energiewende scheitern.“

Kommunen seien gut beraten, die Standortfrage für Windräder aktiv anzugehen, um ihren Einfluss geltend machen zu können, riet Rinklin. Um Schwankungen bei Sonnen- und Windstrom auszugleichen und eine Grundlastversorgung zu gewährleisten, seien bisher noch Backup-Kapazitäten wie Kohle-Gaskraftwerke, Biomasse, Geothermie oder Wasserkraft notwendig.

Die Herausforderung für die Zukunft liege in der Förderung der Stromspeicherforschung, der Integration verschiedener Energieerzeugungsarten in die Netze und Förderung der Elektromobiliät.

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