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Hotel Stadtblick schließt nach 35 Jahren

Nach 35 Jahren schließt das Hotel Stadtblick – Neue Unterkunft auf dem Bahnareal soll im Sommer fertig werden
1982 haben Gertrud und Emil Veit das Hotel Stadtblick eröffnet – jetzt geben sie den Betrieb auf.
1982 haben Gertrud und Emil Veit das Hotel Stadtblick eröffnet – jetzt geben sie den Betrieb auf.
Sebastian Korinth

Pfullendorf sz Nach 35 Jahren ist Schluss: Gertrud und Emil Veit stellen zum Jahresende den Betrieb ihres Hotels Stadtblick am Pfarröschle in Pfullendorf ein. Seit Einbruch des Winters nimmt das Ehepaar keine Zimmerreservierungen mehr entgegen. „Aus Altersgründen haben wir uns dazu entschieden, den Hotelbetrieb aufzugeben“, sagt Gertrud Veit. Pfullendorf verliert damit 14 Zimmer mit insgesamt 25 Betten für Übernachtungsgäste. Die Ferienregion Nördlicher Bodensee sieht die Stadt dennoch weiterhin gut aufgestellt – nicht zuletzt wegen des Hotel-Neubaus auf dem ehemaligen Bahnareal.

Gertrud und Emil Veit hatten das Hotel Stadtblick selbst gebaut und 1982 die Fertigstellung gefeiert. „In den folgenden 35 Jahren hatten wir immer viel Betrieb“, sagt Gertrud Veit. Ob Geschäftsreisende, Urlauber, Monteure oder verschiedene größere Gruppen: Sie alle fanden im Hotel Stadtblick eine geeignete Übernachtungsmöglichkeit. „Wenn zum Beispiel Messe in Friedrichshafen war, war unser Haus voll.“

Im Rückblick auf dreieinhalb Jahrzehnte sind Gertrud Veit aber nicht nur zahllose Begegnungen mit den Gästen in Erinnerung geblieben. „Der Hotelbetrieb bedeutet auch einfach sehr sehr viel Arbeit“, sagt sie. „Wir haben wirklich viel hinter uns.“ Sie selbst sei jetzt 75 Jahre alt, ihr Mann 80. Deshalb sei nun der richtige Zeitpunkt, um aufzuhören. Damit nicht noch einmal das gesamte Gebäude beheizt werden muss, habe das Ehepaar bereits zur Wintersaison keine Reservierungen mehr angenommen. Offiziell sei Schluss zum Ende dieses Jahres.

Zukunft des Gebäudes ist offen

Darüber hinaus steht bislang lediglich fest, dass Gertrud und Emil Veit vorerst in ihrem eigenen Haus bleiben. „Wir wohnen ebenerdig, die Gästezimmer befinden sich unter und über uns“, sagt Gertrud Veit. Darüber, was mittel- bis langfristig mit dem Gebäude am Pfarröschle passiere, müsse sich das Ehepaar erst noch in Ruhe Gedanken machen.

Trotz der Schließung des Hotels Stadtblick gebe es in Pfullendorf weiterhin genügend Übernachtungsmöglichkeiten, sagt Ulrike Schwichtenberg, Geschäftsführerin der Ferienregion Nördlicher Bodensee. In dieser Tourismus-Kooperation arbeiten seit 1999 die Stadt Pfullendorf sowie die Gemeinden Wald, Illmensee, Ostrach und Wilhelmsdorf zusammen. „Auch wenn es in den Sommerferien schon einmal eng werden kann: Im Prinzip gibt es in der Stadt genug Übernachtungsmöglichkeiten“, sagt die Tourismus-Chefin.

Viele Betten vorhanden

Laut Ulrike Schwichtenberg zählten die bei der Ferienregion registrierten Herbergen in Pfullendorf im vergangenen Jahr knapp 27 700 Übernachtungen. Die meisten Zimmer stellen – neben dem Hotel Stadtblick – das Hotel Adler, die Pension Mohren, das Hotel Krone, der Landgasthof Sternen in Schwäblishausen und der Landgasthof Adler in Aach-Linz zur Verfügung. Hinzu kommen gut 30 kleinere Herbergen.

„Falls doch mal alle Zimmer belegt waren, zum Beispiel bei Großveranstaltungen in der Stadt, haben wir Gäste auch schon an Unterkünfte in den anderen Gemeinden der Ferienregion verwiesen“, sagt Ulrike Schwichtenberg. Dank des neuen Hotels auf dem Bahnareal rechne sie für die Zukunft mit einer weiteren Entlastung: Das 120-Betten-Haus der Barfüßer Immobilienverwaltungs-Gesellschaft aus Ulm soll im Sommer kommenden Jahres den Betrieb aufnehmen. „Dann könnten sich die Übernachtungszahlen innerhalb der Ferienregion etwas nach Pfullendorf verlagern“, sagt Schwichtenberg. „Und es gibt eine weitere Möglichkeit, auch größere Gruppen zu beherbergen.“

Nicht alle bestehenden Unterkünfte sind bei der Ferienregion registriert. „Diejenigen, die es sind, unterstützen wir zum Beispiel im Vertrieb“, sagt Ulrike Schwichtenberg. So kann die Ferienregion die Herbergen etwa ins Reservierungssystem im Internet aufnehmen. Ein weiteres Angebot ist die Berücksichtigung im Ferienmagazin. „Das hat eine Auflage von 15 000 Exemplaren – die auch alle einen Abnehmer finden“, sagt Schwichtenberg.

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