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Höchster Anstieg an Lungenkranken im Land

Heute ist weltweiter COPD-Tag – Kreis Tuttlingen bei Neuerkrankungen im Land an der Spitze
Raucherin
Rauchen
Christoph Schmidt/dpa

Tuttlingen pm Anlässlich des Welt-COPD-Tags am 15. November weist die AOK Schwarzwald-Baar-Heuberg auf die Chronisch-Obstruktive Lungenkrankheit hin (englisch: chronic obstructive pulmonary disease, kurz COPD) hin. Im Landkreis Tuttlingen sei der stärkste Anstieg der Lungenkrankheit im Land festgestellt worden, so die AOK. In Deutschland ist sie die sechsthäufigste Todesursache.

Allein im Landkreis Tuttlingen seien im vergangenen Jahr 2860 AOK-Versicherte wegen COPD in Behandlung gewesen. Männer seien mit einem Anteil von 54 Prozent an allen Erkrankten etwas häufiger betroffen als Frauen. „Innerhalb von fünf Jahren ist die gesamte Erkrankungshäufigkeit um 21 Prozent gestiegen. Dies ist der höchste Anstieg unter allen Stadt- und Landkreisen in Baden-Württemberg“, so Frank P. Wehinger, Leiter Stabsstelle Kommunikation und Politik der AOK. Allerdings liege der Anteil der Betroffenen an der Gesamtbevölkerung mit 3,8 Prozent noch unter dem Landeschnitt von 4,0 Prozent.

Lunge dauerhaft geschädigt

„Bei der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung ist die Lunge dauerhaft geschädigt und die Atemwege sind verengt“, so Ärztin Sabine Knapstein. „Dadurch bekommt man bei fortgeschrittener COPD nur schwer genügend Luft. Schon Alltagstätigkeiten können dann ausreichen, um außer Atem zu geraten – wie Treppensteigen, Gartenarbeit oder ein Spaziergang.“

Das Erkrankungsrisiko steigt mit dem Lebensalter. Bei den 65- bis 69-Jährigen etwa sind laut AOK-Auswertung bereits neun Prozent der Menschen im Landkreis Tuttlingen betroffen. „Eine COPD entsteht nicht plötzlich, sondern entwickelt sich langsam über Jahre hinweg. Beschwerden wie hartnäckiger Husten werden anfangs oft für ‚normalen‘ Raucherhusten, eine Bronchitis oder Asthma gehalten“, so Knapstein. Dass eine fortschreitende Erkrankung dahintersteckt, werde häufig erst erkannt, wenn bereits stärkere Beschwerden spürbar sind. Viele Betroffene seien dann älter als 60 Jahre.

Fortschreiten verhindern

Die Behandlung der COPD ziele darauf ab, das Fortschreiten der Erkrankung aufzuhalten oder zumindest zu bremsen. Wichtig ist vor allem, aufs Rauchen zu verzichten. Denn Rauchen das sei nach wie vor Risikofaktor Nummer eins, so die Kasse.

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