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Biberach an der Riß
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Historie der Pflugschule sichtbar machen

Sanierung des Gebäudes läuft auf Hochtouren – Fertigstellung Ende dieses Jahres

Lagebesprechung in einem neu gestalteten Gang der Pflugschule: Christian Kuhlmann (links), Irene Woitun und florian Scheytt.
Lagebesprechung in einem neu gestalteten Gang der Pflugschule: Christian Kuhlmann (links), Irene Woitun und florian Scheytt.
Daniel Häfele

Biberach sz Die etwa 5,7 Millionen Euro teure Sanierung der Pflugschule in der Wielandstraße in Biberach erfordert nicht nur Fingerspitzengefühl im Umgang mit dem Denkmalschutz, sondern auch ein hohes Maß an Koordination. Wurde und wird das Gebäude doch größtenteils während des Schulbetriebs erneuert. Nach rund eineinhalb Jahren neigen sich die Bauarbeiten langsam dem Ende zu. Noch in diesem Jahr sollen die Arbeiten abgeschlossen werden.

Beim Rundgang mit Projektarchitekt Florian Scheytt, Projektleiterin Irene Woitun und Biberachs Baubürgermeister Christian Kuhlmann wird schnell deutlich, wie sehr sich die Pflugschule im Innenbereich verändert hat. Während das Gebäude von außen betrachtet – einmal abgesehen vom 18 Meter hohen Fluchtturm im Innenhof – wie jeher aussieht, sind Gänge und Räume nach der Modernisierung deutlich heller und moderner geworden. „Die um die Jahrhundertwende gebaute Pflugschule wird komplett saniert. Sie wird nach dem Abschluss der Arbeiten wie eine neue Schule erstrahlen“, erläutert Kuhlmann.

Denkmalschutz ist große Herausforderung

Das Besondere – und gleichzeitig eine große Herausforderung – bei dem Projekt ist, dass die Pflugschule unter Denkmalschutz steht. Für Scheytt ist es daher wichtig, die Geschichte des Hauses sichtbar zu machen. So kam beispielsweise in den Fluren unter den Linoleum- und Spachtelschichten ein Terrazzobelag zum Vorschein. Dieser Belag gilt nicht nur als belastbar und funktionell, sondern auch als schmückendes Bauelement. Terrazzoböden waren vor allem in der Gründerzeit und um die Jahrhundertwende sehr beliebt. „Es ist schön, dass wir nach der Sanierung so etwas wieder zeigen können“, sagt Scheytt. Ein anderes Beispiel für das Sichtbarmachen der Historie ist eine etwa 120 Jahre alte Beton-Skelett-Konstruktion, die in die neuen Decken integriert wurde.

Gleichzeitig geht es bei der Sanierung auch darum, die heutigen Anforderungen des Brandschutzes zu erfüllen und eine Barrierefreiheit herzustellen. In Sachen Brandschutz musste unter anderem jeweils ein Fluchttreppenhaus im Freien und im Inneren errichtet werden. Die Schwierigkeit darin bestand, das Ganze so zu planen, dass möglichst wenig in die Gebäudesubstanz eingegriffen werden muss.

Aufzug ist eine Entlastung im Alltag

Eine große Entlastung für den Alltag in der Schule beziehungsweise in der städtischen Kindertagesstätte und auch für die Aktivitäten auf der Schützenbühne dürfte der neue Aufzug sein. Auch dessen Planung war eine Herausforderung, denn der Aufzug musste unter dem Dach zwischen den Querverstrebungen passend herauskommen. Seit April 2016 laufen die Arbeiten, Ende dieses Jahres soll die Sanierung abgeschlossen sein. Damit liegt das Projekt im Zeitplan – und auch im Kostenrahmen.

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