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Häfler Baustellen erschweren Schiffstransporte

Genehmigte Alternativrouten zum Yachthafen laut Transportunternehmen zu teuer
Uwe Werner ist sauer: Wegen der Baustellen in der Waggershausener- und der Ehlerstraße ist der Transport von größeren Schiffen in den Hafen Friedrichshafen nur mit großem Aufwand möglich.
Uwe Werner ist sauer: Wegen der Baustellen in der Waggershausener- und der Ehlerstraße ist der Transport von größeren Schiffen in den Hafen Friedrichshafen nur mit großem Aufwand möglich.
ANDY HEINRICH

Friedrichshafen sz Der Häfler Uwe Werner, seit 17 Jahren Inhaber des Werner Bootsservices im Fallenbrunnen, hat offenbar Ärger mit Schiffstransporten zum Hafen. Grund dafür sollen aktuelle Baustellen in der Ehler- sowie in der Waggershausenerstraße sein, die es ihm schwer machen, große Yachten mit Überbreite und -höhe in den Häfler Hafen zu transportieren.

Werner ist laut eigener Aussage mächtig sauer. Der Grund: Derzeit läuft bei ihm die Hochsaison. Viele Schiffe werden in den Wochen vor, während und nach Ostern vom Winterlager im Fallenbrunnen in den Hafen Friedrichshafen transportiert, wo er die Boote mittels eines angemieteten Krans zu Wasser lässt. Das Problem: Durch die beiden Baustellen Ehlerstraße und Waggershausenerstraße, sind seine beiden wichtigsten Hauptrouten quasi abgeschnitten. „Wir haben im Jahr zwischen 30 und 50 Transportbewegungen mit Übergröße. Wenn ich die Schiffe nun transportiere, muss ich sehr aufwendige Umwege in Kauf nehmen, die mich sehr viel Geld, Zeit, Stress und Aufwand kosten“, sagt Uwe Werner. Seine diesbezüglichen Anfragen bei der Stadt Friedrichshafen nach sinnvollen Lösungsvorschlägen seien bislang unbeantwortet allerdings geblieben.

Rathaus bleibt gelassen

Er habe bei den Ämtern keine Lobby, erhalte keinen festen Ansprechpartner und werde stets nur weitergeleitet. „Man nimmt meine Sorgen im Rathaus einfach nicht Ernst“, klagt der Schifffahrer, der eine Genehmigung hat, um Boote bis zu einer Länge von 22 Metern, einer Breite von 4,70 Meter und einer Höhe von sechs Metern zu transportieren, im Gespräch mit der SZ.

Im Rathaus sieht man die Sachlage freilich anders: „Wir haben Herrn Werner im Gespräch mit der Verkehrsabteilung des Amtes für Bürgerservice, Sicherheit und Umwelt zwei Alternativrouten genehmigt. Leider lässt es sich nicht vermeiden, gerade bei innerstädtischen Routen, dass bei solchen Ausnahmen kleinere Beeinträchtigungen in Kauf genommen werden müssen“, heißt es in einer Stellungnahme, die der SZ vorliegt. Weiter wird betont, dass sich die Verantwortlichen im Rathaus mehrmals im Jahr abstimmen würden, um Behinderungen durch Baustellen so gering wie möglich zu halten. „Wir versuchen immer den bestmöglichen Kompromiss zu finden, um die größtmögliche Rücksicht auf die verschiedenen Anliegen zu nehmen“, kommentiert die Stadtverwaltung.

Schilder weggedreht

Besagte Alternativrouten seien laut Uwe Werner jedoch keine echte Lösung, denn hohe Masten über der Straße, über die Straße quer hängende Ampeln oder Verkehrsschilder seien Hindernisse. Und die müssten je nach Ausmaß, für Großtransporte, weggedreht oder abgebaut werden, was freilich nicht umsonst zu haben sei. „Die Kosten für den Bauhof oder für die Fremdfirmen, die die Streckenabschnitte präparieren, jede einzelne Beantragung bei der Polizei, kostet richtig Geld, das ich nicht auf meine Kunden abwälzen kann“, so Uwe Werner. Er sei finanziell am Anschlag, klagt der Unternehmer, dessen Vater bereits viele Jahre lang in Friedrichshafen das Unternehmen leitete.

Seine Forderung: Das Amt solle ihm eine akzeptable Streckenführung anbieten, die keine großen Mehrkosten und zeitlichen Aufwände mit sich brächte. So sehe er eine Behelfsstraße parallel zur Baustelle an der Waggershausener Straße für durchaus geeignet für seine Transporte an: „In unserer Stadt wird so viel gebaut und getan, da muss doch als Zwischenlösung, auch für die Anwohner, diese Überlegung umsetzbar sein“, meint der 55-jährige. Er hofft nun, dass es mit der Stadt doch noch zu einem für ihn konstruktivem Gespräch kommt.

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