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Ochsenhausen
Lokales

Glasfaser-Rohre könnten die Lösung sein

Für Rohrbach-Durchlässe liegt eine förderfähige Planung vor – Ausschuss entscheidet am 23. Mai darüber

Ochsenhausen sz Nach langem Ringen scheint sich eine Lösung für die zerstörten Durchlässe am Rohrbach im „Reinstetter Holz“ abzuzeichnen: Laut derzeitigen Planungen soll nördlich ein sogenanntes Gfk-Rohr mit einem Durchmesser von drei Metern eingebaut werden. Südlich soll es eine ähnliche Lösung geben. „Damit haben wir eine tragfähige Lösung gefunden“, sagt Stadtbaumeister Rolf Wiedmann. Tragfähig soll diese auch für den städtischen Haushalt sein. Zwar liegen die errechneten Kosten mit 210 000 Euro über den veranschlagten 170 000 Euro, aber die Stadt könnte in den Genuss einer 70-prozentigen Förderung kommen.

Der Rohrbach ist ein idyllisch gelegenes Rinnsal inmitten des „Reinstetter Holzes“. Vor knapp einem Jahr verwandelte sich der Bach aufgrund der Starkregenereignisse in einen reißenden Strom und schwemmte die beiden Durchlässe weg. Seitdem sind die beiden Wege im Wald, einer davon ist der Gemeindeverbindungsweg Reinstetten–Ringschnait, für Waldarbeiter unpassierbar. Die Stadtverwaltung hat beide Abschnitte für den Verkehr gesperrt. „Derzeit müssen die Forstarbeiter einen großen Umweg in Richtung Längenmoos in Kauf nehmen, wenn sie auf die andere Seite möchten“, erläutert Wiedmann. Das betrifft auch Breitensportler und Spaziergänger, die dort unterwegs sind. Die beiden Durchlässe haben sich zu einem Dauerthema in den Gemeinderatssitzungen entwickelt, vor allem wegen der Kostenschätzung. Die Höhe der Kosten könne man der Bevölkerung nicht vermitteln oder die Pläne seien fernab der Realität – das waren einige Aussagen der Ratsmitglieder. Insbesondere vor dem Hintergrund des Sparkonzepts der Stadt kamen diese Summen im Gremium nicht gut an.

Anforderungen erfüllt

Das Problem der hohen Kosten lässt sich an folgenden Dingen festmachen: „Es gelten für Durchlässe dieser Art neue Wassergesetzrichtlinien und weitere Anforderungen wie beispielsweise das Naturschutzgesetz“, sagt Wiedmann. So muss durch die Rohre beispielsweise die Wassermenge eines 100-jährigen Hochwassers passen, sie müssen Platz für ein Kiesbett haben und gleichzeitig dem Schwerlastverkehr standhalten können. Zudem sind viele Materialien ausgeschieden, weil sie nicht ohne schweres Gerät installierbar gewesen wären. Wiedmann: „Wir können in einem Waldbiotop ja kein Fundament für einen Kran errichten.“

In konstruktiven Gesprächen mit dem Wasserwirtschaftsamt, so berichtet der Stadtbaumeister, habe sich jetzt die Lösung mit den Gfk-Rohren ergeben. Diese bestehen aus glasfaserverstärkten Kunststoffen. „Ein großer Kettenbagger wird den Aushub machen und anschließend werden die Rohre eingelegt“, erläutert Martin Berg vom Stadtbauamt den Ablauf der Arbeiten. Über die Rohre führt dann wieder ein Kiesweg.

70-prozentige Förderung

Wann genau die Arbeiten starten können, ist noch unklar. „Erst einmal müssen wir uns die Genehmigung im Ausschuss für Umwelt und Technik holen“, sagt Wiedmann. Das Thema steht am Dienstag, 23. Mai, auf der Tagesordnung. Danach kann die Verwaltung den Förderantrag stellen. Sobald es einen Förderbescheid gibt, können die Arbeiten ausgeschrieben werden. Sollte die Stadt das Projekt zu 70 Prozent gefördert bekommen, blieben noch etwa 63 000 Euro an Kosten bei der Verwaltung hängen. Spielraum für weitere Diskussionen sieht Wiedmann nicht mehr: „Wir kommen nicht umhin, die Durchlässe auf diese Weise zu reparieren.“

Besserer Schutz vor Starkregen

Knapp ein Jahr nach den Starkregenereignissen ist der Großteil der Schäden beseitigt. Demnächst soll auch die zerstörte Brücke bei Wennedach erneuert werden. Im Zusammenhang mit baulichen Veränderungen, die die Folgen von Starkregenereignissen verhindern sollen, spricht Wiedmann von „einer Aufgabe für die nächsten 20 Jahre“. Kleinere Projekte wie das Hochsetzen der Lichtschächte sollen demnächst angegangen werden. Darüber hinaus werden Hochwasser- beziehungsweise Starkregengefahrenkarten ausgearbeitet. Diese sollen Aufschluss darüber geben, welche Gebiete besonders heftig von sintflutartigen Regenfällen betroffen sein könnten. Wenn diese vorliegen, kann die Verwaltung mit dem Gemeinderat darüber entscheiden, an welchen Stellen Maßnahmen sinnvoll sind.

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Kommentare (3)
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Aus teuer wird noch teurer, nach der Dauerdiskussion es sollte doch billiger und nicht teurer werden! Beide Rohrvarianten erhalten die Förderung! Wie kommt es dann zu der Aussage: „Wir kommen nicht umhin, die Durchlässe auf diese Weise zu reparieren.“ Zum Einbringen der Wellplatten ist kein stationärer Kran notwendig. Beide Rohrvarianten erhalten die Förderung nur ist die GFK Variante um 40 000 Euro teurer was weit mehr als ein Jahr Miete des Bildungswerkes ist.
Schade das wir ein solches Dauerthema nicht bei den andauernden Massenmehrungen (welche im Einzelnen um den Multiplikator 20 höher sind) erleben. Das GFK Rohr dürfte eine Sonderanfertigung sein, mit breiten Kanalgrund Maulprofil gibt es die in GFK nicht von der Stange . GFK Rohrware in Form eines Reuleaux-Dreiecks ist extrem teuer und hat Nachteile mehr

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Und falls es den Zuschuss aus irgendeinem "unerfindlichen" Grund nicht gibt, 40 000 Euro Mehrkosten gegenüber den 170 000 Euro.Ein kalkulierbares Risiko. Wie wird das nicht sedimentierende Rohr gegen das Auswaschen des Kiesbetts gesichert. Ein maulförmiger Querschnitt ist ganz nebenbei weniger anfällig gegen das Treibgut bei einem normalen mittelprächtigen Regen. Die Flanken des Polysterrohr müssen auch noch extra geschützt werden. Wer hat das GFK Rohr eigentlich vorgeschlagen, Planungsbüro, Bauamt, irgendein Unternehmer oder das Hochwasseramt? mehr

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Das ist doch reichlich komisch, in der Regel werden solche Bauwerke u.a. wegen den Kosten, der Dauerhaftigkeit, ökologischen Durchlässigkeit immer als Wellstahl Maulprofil ausgeführt, für welche, da sie in der Regel von jedem hydrologischen Büro standardmäßig verwendet werden, es auch Zuschuss gibt. Polyesterharz kann in halboffener Bauweise, sprich ein Teil des Polyesters liegt frei, Probleme mit sich bringen u.a ist das Standardrohr nicht als statisch und ökologisch vorteilhaftes Rohr in Maulform verfügbar.
Weshalb strebt da Ochsenhausen mit einem riesen Aufwand eine absolute Sonderlösung an?
Zusätzlich müssen beim GFK Rohr ja evtl hinderliche wie problembereitende Strömungskörper eingebracht werden da das sedimentierende Wellprofil fehlt. Dazu noch die Polysterharz- und Glasfaserbearbeitung in der Natur. Alles sehr sehr sinnvoll.
Weshalb die Österreicher wohl fast jeden Skitunnel in Wellstahl herstellen?
Wie hatten bei der letzten Baustelle "Lerchenstraße" ungeheure Massenmehrungen. Mit den zusätzlichen Kosten hätte die Bildungswerkmiete fast zwei Jahrzehnte bezahlt werden können, ob da Experimente angebracht sind?Ganz nebenbei, seit nun sieben Monaten hat die Lerchenstraße wie so manch andere Straße in Ochsenhausen keinen Feinbelag. Soll es so weitergehen? mehr

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