1
Schwäbische.de Schwäbische.de
Wolkig 6
Laupheim
Lokales

Gedenken an Luther stärkt ökumenisches Vertrauen

Vertreter aus Politik, Wissenschaft, Bildung und Kirche würdigen Verdienste des Reformators

Zum 500. Reformationstag sprachen im voll besetzten evangelischen Gemeindehaus: die Planetariums-Vertreter Michael Roosz und Dr. Günther Höhne (beide am Rednerpult) für den Themenbereich Wissenschaft, Realschul-Rektorin Petra Schänzle (vordere Reihe, 2. v. r.) für die Bildung, OB Rainer Kapellen (3. v. r.) für die Politik sowie Pfarrer Alexander Hermann (4. v. r.) für die katholische und Pfarrer Hermann Müller (ganz links) für die evangelische Kirche. Unter den Gästen war auch der frisch gekürte Laupheimer
Zum 500. Reformationstag sprachen im voll besetzten evangelischen Gemeindehaus: die Planetariums-Vertreter Michael Roosz und Dr. Günther Höhne (beide am Rednerpult) für den Themenbereich Wissenschaft, Realschul-Rektorin Petra Schänzle (vordere Reihe
Angelika Gretzinger

Laupheim sz Mit einem Gottesdienst und anschließendem Empfang im Gemeindehaus hat die Evangelische Kirchengemeinde Laupheim am Dienstag den 500. Reformationstag gefeiert. Vertreter aus Politik, Bildung, Wissenschaft und Kirche erinnerten an Luthers Bedeutung für die deutsche Geschichte.

Am 31. Oktober 1517 veröffentlichte Martin Luther seine 95 Thesen zum Ablasshandel am Portal der Schlosskirche zu Wittenberg – dieses Jahr ein bundesweiter Feiertag zum Gedenken an den Beginn der Reformation vor 500 Jahren. „Jetzt, 2017, erfolgte eine überraschend große Rückbesinnung auf dieses Datum“, fasste Pfarrer Hermann Müller das Jubiläumsjahr zusammen. Eine breite Palette an Veranstaltungen, Konzerten und Gottesdiensten rund um Luther habe in diesem Jahr stattgefunden. Unvergessen sei für ihn das Seminar der katholischen Kirchengemeinde zur Fastenzeit. „Dass es so etwas geben konnte, stellte uns anlässlich des Gedenkens wirklich als Brüder und Schwestern ganz nahe zusammen. Ich bin dankbar dafür“, beschrieb er seine Gefühle zum 500. Reformationsjahr.

In seiner Predigt sprach Müller von „einem christlichen Glauben, aber eben aufgeteilt in Konfessionen“. Er bezeichnete die Idee der Konfession als einen wichtigen Schritt im Denken der Menschen. Konfessionen seien Zeichen der Religionsfreiheit. „Es ist ganz gut, dass es diese Freiheit gibt: Eben im Sinne des nicht eingeschränkten Denkens und Glaubens“, meinte er. Ganz besonders hob er die konfessions-verbindenden Familien in der Gesellschaft hervor. Um sie herum bilde sich das ökumenische Vertrauen. Im engsten Familienkreis würde einander vermittelt, was einem am eigenen Glauben wichtig sei.

Beim anschließenden Empfang im evangelischen Gemeindehaus hielten Vertreter aus Politik, Wissenschaft und Kirche Grußworte zum diesjährigen Reformationsjubiläum. Oberbürgermeister Rainer Kapellen sprach davon, dass Laupheim in vielfältiger Weise von der Reformation geprägt sei. Auch ein kritischer Umgang mit dem Wirken Luthers solle in diesem Jahr nicht verschwiegen, aber auch nicht überbewertet werden. Er erinnerte im weiteren Verlauf an den „Baltringer Haufen“ und sprach von der Reformation als „aktuelle Herausforderung für unser Denken und Handeln“.

Pfarrer Alexander Hermann gab in seinem Grußwort zu bedenken, dass es am 31. Oktober 1517 keine zwei oder mehr Kirchen gegeben habe. Als Gastgeschenk überreichte er einen Nachbau des Christuskreuzes 2017, das in der Mitte eines wichtigen ökumenischen Buß- und Versöhnungsgottesdienstes in diesem Jahr stand. Es gebe nicht nur ein katholisches oder ein evangelisches Kreuz, sondern nur das Kreuz Jesu Christ. Es solle dazu einladen, Gemeinsamkeiten zu suchen.

Petra Schänzle, Rektorin der Friedrich-Adler-Realschule Laupheim, hob in ihren Grußworten die Bedeutung Luthers für das Bildungswesen hervor: „Die Reformation schuf die Grundlage für unsere heutigen Schulen und Universitäten.“ Luthers Appelle nach Allgemeinbildung seien noch heute aktuell. „Dummheit regiert, wenn die Bildung krepiert“, zitierte sie Luther.

Abschließend referierten Dr. Günther Höhne und Michael Roosz vom Laupheimer Planetarium über die Bedeutung und die Bildung Martin Luthers in den Wissenschaften, insbesondere der Astronomie.

Ihr Kommentar zum Thema
Kommentare (1)
1
Beitrag melden

Luther war nach heutigen Maßstäben ein bekennender Neoliberaler. Sein Prozess war nichts anderes als Populismus des Adels. Mit seiner Hilfe konnte der Adel sich die Vermögen der Klöster einverleiben und selber die "Göttliche Ordnung" ohne Papst werden.

Luther war ein Mann des Geldes. Wäre es anders gewesen, hätten sie ihn hingerichtet wie Münzer. mehr

Bitte geben Sie den Grund der Meldung ein:

Bitte geben Sie mindestens 10 Zeichen ein!

 
URL: http://www.schwaebische.de/region_artikel,-Gedenken-an-Luther-staerkt-oekumenisches-Vertrauen-_arid,10762440_toid,371.html
Copyright: Schwäbisch Media Digital GmbH & Co. KG / Schwäbischer Verlag GmbH & Co. KG Drexler, Gessler. Jegliche Veröffentlichung, Vervielfältung und nicht-private Nutzung nur mit schriftlicher Genehmigung.
Bitte senden Sie Ihre Nutzungsanfrage an online@schwaebische.de.