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Gardena und Noerpel investieren Millionen

Zehn Jahre nach der Übernahme durch die Husqvarna-Gruppe stellt der Ulmer Standort die Weichen für die Zukunft - Finanzbürgermeister beklagt Flächenmangel
Spatenstich am Heuweg: (von links) Sascha Menges (Gardena), Florian Hecher (Bremer), Stefan Rapp (Rapp Architekten), Martin Bendel (Stadt Ulm), Stefan Noerpel-Schneider.
Spatenstich am Heuweg: (von links) Sascha Menges (Gardena), Florian Hecher (Bremer), Stefan Rapp (Rapp Architekten), Martin Bendel (Stadt Ulm), Stefan Noerpel-Schneider.
Alexander Kaya

Ulm sz Es ist die größte Einzelinvestition der 135-jährigen Firmengeschichte: 16 Millionen Euro nimmt die Noerpel-Gruppe in die Hand, um im Donautal ein neues Logistikzentrum zu bauen. Die Anlage mit 33 000 Quadratmetern Fläche hat nur einen einzigen Mieter. Die Husqvarna-Gruppe mit ihrer Ulmer Marke Gardena lagert hier ab Herbst Einzelteile und Komponenten für die Gardena-Produktion.

Genau zehn Jahre nach der Übernahme von Gardena durch den schwedischen Konzern Husqvarna bewertet Gardena-Chef Sascha Menges das Projekt als eine weitere Stärkung des Ulmer Standorts. Sechs Millionen Euro investiert Husqvarna zudem noch dieses Jahr in ein neues vollautomatisches Lagersystem. Roboter erledigen künftig die Arbeit „auf allen Ebenen“ des Hochregallagers.

Es läuft rund bei Gardena: Im vergangenen Jahr konnte der zweite Rekordumsatz in Folge erzielt werden. Und damit sind auch die Anforderungen an das Logistikzentrum Ulm der Husqvarna-Gruppe deutlich gestiegen. Bis zu 3000 Paletten mit Ware laufen in Zukunft täglich vom Lager in die direkt angeschlossene Produktion. Externe Lieferanten fahren das Gardena-Werk dann nicht mehr an.

Neben der reinen Lagerfläche findet sich in der Immobilie auch Platz für Produktionsaufgaben. Auf 3000 Quadratmetern entsteht eine Montagelinie für die neue Generation von Schlauchwagen. Etwa 100 Menschen finden in der neuen Produktionsstätte künftig einen Arbeitsplatz.

Wie Stefan Noerpel-Schneider, der geschäftsführende Gesellschafter des Logistikers, betont, ist das auch eine nachhaltige Investition: Denn durch die direkte Nachbarschaft würden viele Lkw-Fahrten vermieden. Bereits 2006 kaufte Noerpel das ehemalige Coop-Gelände, das noch weiteres Entwicklungspotenzial bietet.

Nach der Fertigstellung des ersten Bauabschnitts soll zeitnah eine Erweiterung für 7,5 Millionen Euro errichtet werden. Neu ist die Kooperation mit Noerpel nicht: Seit über 20 Jahren verantwortet der Logistikdienstleister die nationale und internationale Distributionslogistik von Gardena.

Nachverdichten bedeutet keine Option

Ulms Finanzbürgermeister Martin Bendel zeigte sich erfreut, dass mit den Firmen Noerpel und Gardena zwei traditionsreiche Ulmer Firmen einen Standort stärken, der aus allen Nähten platzt. Denn die Stadt Ulm hat im Donautal keine Flächen mehr anzubieten. Und auch die Grundstücke im Gewerbegebiet im Ulmer Norden würden langsam knapp. „Wir stehen unter Druck. Da muss etwas geschehen“, sagt Bendel.

Eine „Nachverdichtung“, also das Nutzen freier Flächen im Bereich bereits bestehender Bebauung, sei bei Gewerbegebieten keine Option. Also helfe nur die Ausweisung neuer Flächen. Hier gebe es bereits Gespräche mit Nachbargemeinden wie Dornstadt. Zudem kooperiert Ulm auch im Stadtentwicklungsverband mit Neu-Ulm. Als Finanzbürgermeister ist Bendel allerdings eine Firma auf Ulmer Grund am liebsten, denn das spült mehr Gewerbesteuer in die Kasse.

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