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Biberach an der Riß
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Fußball in Biberach: Bolzplatz oder Bundesliga?


Derzeit kämpft der FV Biberach (links Ilyas Aksit) in der Bezirksliga um die Rückkehr in die Landesliga.
Derzeit kämpft der FV Biberach (links Ilyas Aksit) in der Bezirksliga um die Rückkehr in die Landesliga.
Archiv: Volker Strohmaier

Biberach sz Die Situation im Fußball in und um Biberach stellt sich mit Blick auf die überregionalen Ligen überschaubar dar. Mit Tabellenführer Olympia Laupheim, dem SV Mietingen und dem SV Ochsenhausen sind aus dem Bezirk Riß nur drei Teams in der Landesliga vertreten, jedoch kein Verein aus der Kreisstadt. Das einstige Bezirks-Flaggschiff FV Biberach, in den 1990er-Jahren noch Oberligist, ist wieder in die Bezirksliga abgerutscht, wo sich ebenso langjährige Landesligisten wie der SV Reinstetten oder die SF Schwendi tummeln.

„Es ist schade, dass der Bezirk Riß derzeit nur drei Landesligisten stellt und dass der FV Biberach wieder soweit unten angekommen ist“, sagt Gerhard Kloos. Der 62-Jährige aus Ingoldingen ist ein Kenner der hiesigen Fußballszene, war selbst mehr als 30 Jahre als Trainer bei Vereinen im Männer- und Jugendbereich aktiv und hat 27 Jahre in Biberach gearbeitet.

„Damals war ich ein echter FV-Fan“

„In der Oberliga habe ich kein Heimspiel des FV verpasst und war auch bei vielen Auswärtsspielen dabei“, erinnert sich Kloos. „Das waren tolle Zeiten. Wenn Ulm gekommen ist, waren 5000 Zuschauer im Stadion. Damals war ich ein echter FV-Fan.“ Diese Leidenschaft sei mittlerweile deutlich abgekühlt. „Wenn ich heute guten höherklassigen Fußball sehen will, dann muss ich nach Ulm oder Ravensburg fahren, was schade ist.“ Das Geschehen beim FV Biberach verfolgt er aber nach wie vor sehr intensiv.

Als Grund für den Niedergang des FV führt Kloos an, dass nicht mehr so viel Geld da ist wie früher. „In den 1990er-Jahren gab es noch den großen Mäzen Karl Frey, der finanziell eingesprungen ist, wenn es Geldprobleme gab“, so der 62-Jährige. Frey starb im Jahr 1999, 2002 musste der Verein Insolvenz anmelden. Es folgte der Abstieg bis in die Bezirksliga, ab 2006 führte der Weg wieder zurück bis in die Verbandsliga.

Umbruch verläuft erfolgreich

Längst schuldenfrei spielt der FV Biberach seit Saisonbeginn nun in der Bezirksliga, ist im Umbruch, der bisher sehr erfolgreich verläuft. Der Club holte sich den Herbstmeistertitel, hat erst einmal verloren. Kloos rechnet fest damit, dass der FV nächste Saison wieder in der Landesliga spielt. „Dann müssen sie ein richtig gutes Team zusammenbekommen, um vorn mitzuspielen und wieder mehr Zuschauer anzulocken“, sagt er. Ob mehr möglich ist, bleibe abzuwarten. „Es wäre schön, den FV perspektivisch höher als in der Landesliga zu sehen. Dafür braucht es einen langen Atem.“ Eigentlich gehöre der FV mindestens in die Verbandsliga.

Wichtig wäre es laut Kloos auch in puncto Nachhaltigkeit, dass der FV die Jugendarbeit wieder mehr intensiviert, um wieder in die A- und B-Jugend-Verbandsstaffel zu kommen. „Eigengewächse sind viel billiger als gute Spieler, die man von außen holen muss“, so Kloos, der den FV-Verantwortlichen beim Umbruch viel Erfolg wünscht. Er findet auch, dass in Biberach finanziell mehr möglich sein sollte, bei all den großen Firmen: „Aber diese interessieren sich leider nicht für ein großes Sponsoring im Fußball. Warum das so ist, ist unverständlich.“

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