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Frank Walser spricht von „beispielloser Hetzjagd“ auf ihn und seine Familie

Narrenzunft legt Streit mit Hexenmusik bei – Zunftmeister spricht bei Versammlung
Die Zunftmeister Frank Lange (links) und Frank Walser (rechts) verabschieden ihren Kollegen Markus Wetzel (Mitte) mit einem großen Geschenk und der Hubert-Missel-Medaille.
Vera Romeu

Mengen sz Zu einer eigentlich harmonischen, wenn auch nicht besonders gut besuchten Jahresversammlung hat sich die Narrenzunft Mengen getroffen. Zunftmeister Markus Wetzel berichtete, dass der Streit mit der Hexenmusik und der Stadtkapelle inzwischen beigelegt sei. Zweimal hätten sich die Beteiligten getroffen. In der Walke habe man sich offen ausgesprochen und dann im Probelokal der Musiker den Frieden besiegelt. Dennoch gab Zunftmeister Frank Walser bei der Versammlung eine persönliche Erklärung ab, die es in sich hatte.

Bei der Fasnet hatte es Ärger gegeben, weil sich die Mengener Narrenzunft bei ihren Auftritten nicht mehr – wie sonst üblich – von der Hexenmusik begleiten ließ. Auch wenn der Streit inzwischen beigelegt ist und man ab kommendem Jahr wieder gemeinsame Wege gehen will, hat die Auseinandersetzung bei Frank Walser Spuren hinterlassen. Das wurde in seiner Erklärung deutlich.

Mitglieder der Hexenmusik und der Stadtkapelle hätten sich ihm und seiner Familie gegenüber beleidigend verhalten, sagte Walser. „Sie haben nicht die Gelegenheit gesucht, klärende Worte mit uns zu sprechen. Sie trennen nicht zwischen Verein und Privatpersonen.“ Diese beispiellose Hetzjagd gegen ihn und seine Familie sei unangemessen, so der Zunftmeister weiter.

Als Privatperson habe er daraus seine Schlüsse gezogen, sagte Walser. Er wolle die Vorfälle nicht unkommentiert hinnehmen und werde als Privatperson entsprechend handeln. Was er damit konkret meinte, sagte Walser nicht – nur, dass sein Handeln als Privatperson dann nichts mit der Narrenzunft zu tun haben werde.

Beim Tagesordnungspunkt Wahlen kündigte Zunftmeister Markus Wetzel an, sein Amt nach reiflicher Überlegung abzugeben. „Das hat zu 100 Prozent familiäre Gründe. Ich möchte die wenige Freizeit, die mir aus beruflichen Gründen bleibt, voll und ganz meiner Familie widmen“, sagte Wetzel. Weil kein geeigneter Nachfolger gefunden werden konnte, bleibt sein Amt vorerst vakant.

„Frank und Frank machen weiter“, sagte Zunftmeister Markus Wetzel. Die übrig gebliebenen Zunftmeister Frank Walser und Frank Lange würdigten Wetzels außerordentliches Engagement. Gerade in schwierigen Zeiten habe er die Narrenzunft allein und kommissarisch geführt und sie wieder in ruhigere Gewässer gelotst. Walser und Lange hefteten dem sichtlich bewegten Markus Wetzel dafür den seltenen Hubert-Missel-Orden ans Revers.

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