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Ravensburg
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Flugverbot über Ravensburg ist denkbar

Vorschläge zum Luftreinhalteplan liegen jetzt vor – Gutachter prüft und bewertet

Ravensburg sz Kann Ravensburg bald aufatmen? Für den zwangsverordneten Luftreinhalteplan, den die Stadt wegen der erhöhten Stickstoffdioxidwerte im nächsten Jahr bekommt, sind jetzt alle möglichen Maßnahmen gesammelt worden. Stadtverwaltung, Fraktionen, Bürger, Vereine und Verbände haben dabei Vorschläge unterbreitet, wie die Luft in der Stadt verbessert werden soll. Der vorläufige Maßnahmenkatalog ist am Mittwoch im Ausschuss für Umwelt und Technik erstmals vorgestellt worden.

Thematisch unterteilt sind die Empfehlungen zur Luftreinhaltung in zehn Maßnahmenpakete, die von der Stadtverwaltung im Voraus festgelegt wurden: Ausbau und Förderung von ÖPNV, Förderung des Radverkehrs, Intermodale Angebote und Mobilitätsmanagement, Verkehrsregelung und -verflüssigung, Elektromobilität und andere schadstoffarme Antriebsformen, Nachhaltige Stadtentwicklung, Energieversorgung und Klimakonzept, Verkehrsbeschränkungen und -verbote, Kooperationen und Öffentlichkeit sowie sonstige Maßnahmen.

Die Stadtverwaltung schlägt konkret vor, durch Homeoffice von Verwaltungsmitarbeitern Anfahrtswege zu vermeiden, den Busverkehr auf dem Marienplatz zu reduzieren, Nachtfahrverbote in der Altstadt einzuführen, Lastwagen außerhalb der Lieferzeiten aus der Altstadt rauszuhalten, den Anteil erneuerbarer Energien bei Stadtobjekten zu steigern, Verkehrsflächen zugunsten von Bussen, Fußgängern und Radfahrern zu reduzieren, freie unbebaute Flächen im Siedlungsraum zu sichern sowie das Fußwegenetz zu erweitern und sicherer zu machen.

Bei den städtischen Gebäuden und in Parkhäusern sollen des Weiteren Ladestationen für E-Fahrzeuge gebaut werden, der kommunale Fuhrpark soll Elektrofahrzeuge bereitstellen und es soll Informationskampagnen zu effizienten Fahrzeugen und ökonomischem Fahrverhalten geben. Die Verwaltung will die Baustellen-Logistik verbessern und die „Grüne Welle“ im Stadtgebiet optimieren, sodass der Verkehr besser fließen kann. Auf der möglichen Agenda stehen auch, Car-Sharing-Angebote zu fördern und zu unterstützen, Bike-and-Ride-Möglichkeiten zu etablieren und Lücken im Radwegenetz zu schließen. Hinsichtlich des öffentlichen Nahverkehrs plant die Stadt, Taktzeiten, Anschlüsse und Anbindungen zu verbessern, das Tarifsystem zu überarbeiten, nur schadstoffarme Busse in der Innenstadt zuzulassen und Haltestellen barrierefrei zu machen.

Zahlreiche Empfehlungen

Zu den gesammelten Empfehlungen der Gemeinderatsfraktionen gehören die Beibehaltung des Ein-Euro-Tickets und dessen Ausweitung auf alle Wochentage, die Rückkehr des Stadtbusses zum Zehn-Minuten-Takt, die Schaffung von zusätzlichen Fahrradabstellplätzen auch in Parkhäusern, der Bau einer weiteren Parkgarage zwischen Bahnstadt und Ravensburg-Nord, der Bau von Fußgängerüberführungen zum Beispiel in der Wilhelmstraße und der Schussenstraße, das privilegierte Parken für Elektrofahrzeuge, die Ausweitung der Fußgängerzonen (Gespinstmarkt, Roßbachstraße, Marktstraße) sowie die Begrünung öffentlicher Gebäude. Zudem finden sich Vorschläge, in Neubaugebieten keine Kachel- und Kaminöfen mehr zuzulassen und Anreize für bestehende Gebäude zu schaffen, auf emissionsarme Heizformen umzustellen.

Die Müllabfuhr sollte die Tonnen außerhalb der Hauptverkehrszeit leeren, es sollte Zufahrtsbeschränkungen für die Innenstadt sowie vier autofreie Sonntage im Jahr geben und ständige Luftmessstationen sollten installiert werden. Auf der Vorschlagsliste landete auch die Idee, Funkenfeuer und städtisches Feuerwerk zu verbieten.

Das wollen die Bürger

Die Bürger wünschen sich Tarifreduzierungen im öffentlichen Nahverkehr, eine bessere Busanbindung von Ravensburg nach Tettnang und in andere entlegene Gebiete, Rikschas als Beförderungsmittel, die (Wieder-)Einführung einer Straßenbahn oder eines futuristischen Bähnles, die Bewirtschaftung bisher kostenloser Parkplätze, die komplette Verbannung aller Parkplätze aus der Altstadt sowie eine kostenlose Vermietung von (Stadt-)Fahrrädern gegen Pfand. Außerdem würden sie es befürworten, wenn es eine Baumschutzordnung und mehr Sitzmöglichkeiten geben würde. „Grün statt Beton, Pflastersteinen und Teer“ ist die Devise. Daneben gibt es Vorschläge, den Schwerlastverkehr aus der Innenstadt rauszuhalten, Fahrverbote für Oldtimer zu erlassen und Mooswände aufzustellen. Fahrschulen sollten über ökologisches Fahrverhalten aufklären. Auch sollten Abbrucharbeiten, Sanierungen und Neubauarbeiten auf Staubentwicklung kontrolliert werden.

Vereine und Verbände wollen, dass Busse direkt auf den Marienplatz fahren können und die Bushaltestellen insgesamt attraktiver platziert werden. Außerdem sollte es ihrer Ansicht nach eine Ampelvorrangschaltung für den öffentlichen Nahverkehr, Fußgänger und Radfahrer geben und Fahrradabstellplätze mit Überdachung angeboten werden. Sie präferieren eine Art „Tramper-App“, also eine per Smartphone organisierte Mitfahrzentrale, und eine eigene Spur für Fahrgemeinschaften.

Mehr Kreisverkehre

Die Burgstraße sollte bergab nur noch in eine Richtung befahrbar sein – aber dafür zweispurig. Es müssten mehr Kreisverkehre eingerichtet, die Innenstadt von Straßenverkehr befreit und ein autofreier Sonntag im Monat eingeführt werden. Hilfreich wäre auch eine „Blaue Plakette“, wodurch nur berechtigte Fahrzeuge in eine Umweltzone einfahren dürften. Zudem steht auf der Liste der Verbände und Vereine, dass private, häusliche, offene Kleinfeuerungsanlagen verboten beziehungsweise stärker kontrolliert werden müssten. Und: Der Anflug von Flugzeugen auf den Friedrichshafener Flughafen über die Stadt Ravensburg sollte verboten oder zumindest reduziert werden.

Baubürgermeister Dirk Bastin lobte am Mittwoch das Engagement aus Politik und Bürgerschaft. „Was an Vorschlägen einging, ist in dieser Vielfalt einzigartig“, sagte er, betonte aber auch: „Es gibt einen Plan für eine Stadt, deshalb muss eine gesamtverträgliche Lösung her.“

Ein Gutachter des Regierungspräsidiums Tübingen (RP) wird die Maßnahmen prüfen und qualifizieren. Anschließend erarbeitet das RP den Luftreinhalteplan für die Stadt Ravensburg.

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Kommentare (11)
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@10 - jep!! Wenn nicht über RV, dann fliegen sie eben über Mecke'beure, Weingarten und Baindt. Was kümmert's uns! - Nick

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Man könnte meinen, RV liegt im Endanflugbereich des Flughafen FfM... Hauptsache die Luft wird nicht nur verschmutzt, sondern auch warmgeredet... Wäre aber trotzdem interessant, zu sehen, wenn RV "seinen" Luftraum sperrt - und vor allem: wie die Stadt das durchsetzt?! Ich sehe schon die Partriot-Stellungen um die Stadt... Alles in Allem: nur Geschnattere von den Verantwortlichen - wie immer und überall!! mehr

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Flugverbot über Ravensburg? Selbstfahrende Tramp? - Das ist bereits OB-Wahlkampf (3/18). -- Wir brauchen keine Machbarkeitsstudien für ein "Bähnle" im Schussental oder sonst etwas, sondern wir brauchen endlich die Rahmenbedingungen für die Machbarkeit einer vernünftigen, zukunftsorientierten Verkehrspolitik in Ravensburg, die alle infrage kommenden Aspekte im Blick haben. Und dazu gehört übrigens auch die endgültige Komplettschießung der MTG! Ich stimme Herrn Angele grundsätzlich zu - bis auf den Molldietetunnel.


Wann endlich hört die Stadtverwaltung Ravensburg auf die wirklichen Experten, wie z.B. Professor Dr. Wolfgang Ertel, statt eine "Obergrenze für contraproduktive Phantastereien" abzulehnen.

Stefan Weinert, Ravensburg
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@4:) das mit den Monatskarten ist schon der Hammer. Unsere Tochter geht nun an das Klösterle - Kostenpunkt von Schlier aus per Bus ca. 35.- . Dazu muss sie dann vom Konzerthaus oder Bahnhof den Rest zu Fuß gehen (ca. 20min pro Strecke). Das heißt dann, dass sie täglich ca. 1,5 Stunden unterwegs ist für eine Strecke, zur Schule und zurück. Es gibt auch welche von weiter außerhalb, die haben es nich schlimmer... das nur mal dazu.

Ebenso verhält es sich mit diversen Arbeitsplätzen in und um Ravensburg oder Weingarten herum. Alleine nur um von Schlier in die Weststadt zu kommen ist man ewig in überfüllten Bussen unterwegs und muss am Bahnhof umsteigen.
Da man sich Zeit nicht kaufen kann und das das kostbarste Gut ist , vor allem wenn man z.B. Kinder hat, kann man es sich schlichtweg nicht leisten Stunden in der Woche STUNDEN mit Busfahrten zu vergeuden. Also liegt es nahe ins Auto zu steigen um flexibel zu sein (Einkäufe kann man gleich unterwegs erledigen).

Außerdem könnte es ja auch einen Notfall mit dem Kind geben - da warte ich dann bestimmt nicht auf den nächsten Bus.
Alles nicht so einfach die Autos aus der Stadt zu verbannen. Wenn beispielsweise die Innenstadt für KFZ gesperrt werden würde. Wo führt der Verkehr denn dann durch ? mehr

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Naja, Ravensburg war ja schon immer eine Stadt, in der ich mich nur ungern aufgehalten habe. Das wird durch solche Aktionen nicht besser. Tschüß Ravensburg, schon ein Bürger weniger, der diese unatrraktive Stadt betritt. mehr

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@5) schon 1987, als die CDU Fraktion die Bundesstraße Marienplatz in die Burgstraße verlegt hat, was eigentlich irrsinnig war, wären Aktionen für die Zukunft von Verwaltung und Gemeinderat geboten gewesen. mehr

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Was bringen die Überlegungen hier und da Straßen zu sperren, zu Einbahnstraßen zu machen usw so lange der Verkehr zweier Bundesstraßen zwangsweise mitten durch die Stadt muss? Es wurde schlicht schon vor Jahrzehnten versäumt die B30 und B32 aus der Stadt raus in Randgebiete zu verschieben.
So lange der Altsstadtkern von zwei Bundesstraßen eingerahmt wird ändert sich rein gar nichts. Und die glorreichen Behinderungsmaßnahmen bewirken eher das Gegenteil dessen was angedacht war. Aber Gut gemeint ist eben das Gegenteil von Gut gemacht, aber wichtig ist das die Stadt Altionismus zeigt, mit oder ohne Nutzen ist egal. mehr

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Die Schlagzeile mit dem Flugverbot ist markant aber bei täglich maximal drei Fliegern, die ich über RV sehen kann, wird kein Weg daran vorbeigehen, doch auch selbst etwas zu unternehmen, und da gebe ich Herrn Angele unumwunden recht, man braucht kein Expertengremium, um die Probleme in RV zu sehen. Wenn man dann schon zur Mitarbeit für eine Begutachtung aufgefordert wird, wie beim Verkehrsentwicklungsplan Mittleres Schussental oder beim Fahrradklimatest will ich dann wenigstens von der Stadt oder den Initiatoren auf dem Laufenden gehalten werden.
Die Diskussion muss in die Richtung Verkehrsvermeidung gehen, also darf die Durchfahrt auf keinen Fall flüssiger und damit attraktiver sein. Fliessender Verkehr zieht Verkehr nach sich. Menschen entscheiden nach Angebot und Kosten. Warum nicht in den doppelspurigen Hauptverkehrsadern wie Schussenstrasse, Wilhelmstrasse und Georgstrasse eine Spur für Bus, Radl und Emissionsfreie PKW oder wie in anderen Ländern Fahrgemeinschaften. Dann gerne auch Tempo 30, da an Schulen und Altersheimen gelegen und sicherer bei gemischten Fahrzeugen. Es wird sich keine Verbesserung der Luftwerte einstellen, solange jeder alleine im PKW sitzt und der öffentliche Nahverkehr auch im Stau steht und vor allem die Kosten für eine Monatskarte deutlich höher sind als die Autos in den Wohngebieten umsonst zu parken.
Da der Schwerverkehr an der Wilhelmsstrasse und Schussenstrasse irrwitzige Ausmaße hat, gibt es denn keine Möglichkeit, diese Routen in das LKW-Mautsystem einzunehmen? Zum Thema Molldietetunnel glaube ich inzwischen, dass wir das alle nicht mehr erleben werden, da aber der Pendlerverkehr immer mehr wird, sollte das Bürgermeistergespann sich mit greifbaren Sofortmassnahmen beschäftigen. mehr

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zu 2) oberflächlich gesehen, haben Sie recht. Allerdings bringen Sie den Durchgangsverkehr durch die Altstadt damit auch nicht weg, da die Abkürzungsstrecken sogar in den Leitsystemen der Autos enthalten sind. Solange die Altstadt von verschiedenen Interessengruppen als "Eierlegende Wollmilchsau" betrachtet wird, kann sich höchstens etwas ändern, wenn das Regierungspräsidium seinem Auftrag unbeeinflusst wahrnimmt. mehr

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Um die Luft „sauberer“ zu bekommen usw. muss man folgende Punkte einfach mal MACHEN:
- Fußgängerunterführung am Frauentor inkl. Kreisverkehr !
- LOGISCHE Ampelschaltungen
- MolldieteTunnel
- Optimierung sämtlicher Buslinien

Das alles ab sofort - Fertigstellung spätestens 2022 !!!!

Das wäre Fortschritt und während der Bauphase den LKW-Verkehr ähnlich wie in Leutkrich umleiten damit die Lkws nicht auch noch durch die Stadt müssen.

Zudem könnte der Verkehr entschärft werden, wenn u.a. Schulbusse etc. auch durch das Lauratal fahren würden - denn momentan muss man über Ravensburg fahren um nach Weingarten per Bus zu kommen etc. - das Mittelalter lässt Grüßen.

Mal abgesehen davon haben wir inzwischen Straßen, wie in Ungarn vor 20-30 Jahren. Es wird Zeit, dass wieder Geld in die Infrastruktur gesteckt wird - nur dann kann dem Schussental geholfen werden - auch müssen gewisse Anträge der Stadt durch höhere Instanzen auch mal ZEITNAH bearbeitet werden - wenn jedes Amt blockiert und pro Antrag ein gefühltes Jahr gebraucht wird um diesen zu bearbeiten, erleben wir in 30 Jahren noch keine Verbesserung oder Lösung des Problems.

Noch etwas - steckt eure Hunderttausende von Euros an Beratergelder lieber in sinnvolle Dinge. Ihr habt doch sämtliche Stellen mit dementsprechenden studierten Personen besetzt, die Lösungen herbeizuführen haben - warum wird deren Arbeit von teueren außenstehenden Beratern abgenommen, die teilweise die Brennpunkte gar nicht richtig beurteilen können ?!


Da ist meine Meinung.
Mfg
Andreas Angele mehr

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