5
Schwäbische.de Schwäbische.de
Wolkig 1
Friedrichshafen
Lokales

Feuerwehrmann bricht Rekordversuch ab

Feuerwehrmann Kai Eichler scheitert erneut mit Lauf in voller Arbeitskluft – Unterstützung von RRPS-Chef Schell
Durchhalten! RRPS-Chef Andreas Schell (links) und Kai Eichler auf dem Laufband.
Durchhalten! RRPS-Chef Andreas Schell (links) und Kai Eichler auf dem Laufband.
Lena Reiner

Friedrichshafen ler Er wollte 160 Kilometer laufen, in voller Feuerwehrmontur: Feuerwehrmann Kai Eichler. Doch nach etwa 40 Zyklen jeweils bestehend aus einer Stunde auf dem Laufband und fünf Minuten Pause, hat Eichler den Versuch am Sonntag beendet – 21 Kilometer vor dem Ziel.

139 Kilometer auf dem Laufband in voller Feuerwehrmontur liegen hinter dem Sportler, der auch Werkssicherheitsmitarbeiter bei MTU ist. 21 Kilometer zum Rekord, den er aufstellen wollte, fehlen daher, als er am Sonntagvormittag seinen Rekordversuch im MTU-Trainingscenter abbrechen muss.

Dabei hatte alles gut angefangen. Ein Team aus Helfern unterstützte Eichler bei seinem Rekordversuch, der am Freitagabend gestartet war. Jeweils zwei Helfer waren vor Ort, sorgten dafür, dass er genug zu trinken bekam und jeweils die richtigen Mineralstoffe erhielt. Da war Erfahrung wichtig: Die Ernährung des Rekordläufers wurde nämlich nach einem ersten, gescheiterten Versuch über 150 Kilometer, der in der Region bereits für Aufsehen gesorgt hatte, verbessert.

„In Wasser gelöst kann der Körper die Mineralien besser aufnehmen“, erklärte Kerstin Gaißmaier, eine der Helferinnen. Zwischendurch gab es auch mal eine Tasse Hühnersuppe zur Stärkung. Außerdem war ein Arzt vor Ort, regelmäßige Gesundheitschecks wurden durchgeführt, Eichlers Kreislauf kontrolliert und sein Allgemeinzustand beurteilt. Auch der Rolls-Royce-Power-Systems-Vorstandsvorsitzende Andreas Schell, der Eichler einige Stunden lang auf einem benachbarten Laufband begleitete, wurde diesen Kontrollen unterzogen.

Schuh- und Sockenwechsel

Außerdem waren fünf Minuten Pause nach jeder auf dem Laufband verstrichenen Stunde vorgeschrieben. Darüber hinaus konnte Eichler sich fünf Minuten Extrapause pro Stunde erlaufen und Zeit sammeln um diese dann immer, wenn es nötig war, für Schuh- oder Sockenwechsel nutzen.

Dass es nicht der erste Weltrekord ist, den der Feuerwehrmann aufzustellen versucht, merkte man daran, wie routiniert seine Helfer vorgingen. Ein komplettes zweites Kleidungsset war verfügbar – von Helm bis zu den Socken. So konnte zwischendurch gewechselt werden und die getragene Kleidung wurde heruntergekühlt. Außerdem lagen Mineralientütchen parat.

Zwei Ventilatoren sorgten dafür, dass es Eichler in der Kluft nicht zu warm wurde. „Der Körper selbst kann in voller Montur keinen Temperaturausgleich machen“, erläuterte Gaißmaier und ergänzte, dass dies natürlich der Vorteil an einem Rekordversuch in einer Halle sei. Die ganze Technik sei hier verfügbar, es gebe immer genug Licht und auch die gesundheitliche Kontrolle sei einfacher durchzuführen.

Mitläufer Schell verriet, dass er schon lange nicht mehr auf einem Laufband gelaufen sei. „Ich jogge eher im Wald, auf unebenen Böden. So ein Band ist sehr gleichmäßig und unflexibel. Das ermüdet die Beine viel schneller.“, erläuterte er. Musik – unter anderem live von den „Blechles Buaba“ gespielt – sorgte für gute Laune. Immer wieder kamen Neugierige ins Trainingscenter, um Eichler anzufeuern. Leider reichte alle Vorbereitung am Ende nicht aus, der Rekordversuch musste nach rund 42 Stunden abgebrochen werden. Mit der Aktion wurden allerdings Spenden für den Kinderhospizdienst gesammelt – umsonst waren die Anstrengungen daher nicht.

Ihr Kommentar zum Thema
Kommentare (5)
5
Beitrag melden

Ich finde die Aktion spaßig , in gewisser weise herrlich sinnlos . Denn , wie K1 richtig bemerkte : Kein einziger Feuerwehrmann muss im Brandfall 20 Kilometer zum Einsatzort laufen , denn vermutlich würde da jedesmal wenig Gebäude und Material zum Löschen übrig sein .Ich denke der Versuch wird dennoch solange reduziert wiederholt , bis er gelingt . Die Gründe? Vielleicht eine Überdosis " Grisu , der kleine feuerspeiende Drache " in der Kindheit ? .... Ich will Feuerwehrmann werden ! Feuerwehrmann werden ! Ich wünsche Ihm jedenfalls bei einem etwaigen Neustart ganz viel Erfolg . mehr

Bitte geben Sie den Grund der Meldung ein:

Bitte geben Sie mindestens 10 Zeichen ein!
4
Beitrag melden

Einfach gut sein lassen, man kann sich auch anderst für gute projekte einbringen, man bekommt schon fast den Eindruck, dass dieser Kamerad besondere Anerkennung als Feuerwehrangehöriger benötigt da gibt es andere sinnvollere Projekte. mehr

Bitte geben Sie den Grund der Meldung ein:

Bitte geben Sie mindestens 10 Zeichen ein!
3
Beitrag melden

@2: Da, im Hospiz, wird der Mann früher oder später auch bald liegen, mit solch crazy Belastung für den Körper. Isses das wert? Spenden kann man auch anders sammeln. Aber gut, der Mann ist erwachsen und wird wohl wissen was er tut. mehr

Bitte geben Sie den Grund der Meldung ein:

Bitte geben Sie mindestens 10 Zeichen ein!
2
Beitrag melden

@1: Wenigsten ein positver Aspekt: --- Mit der Aktion wurden Spenden für den Kinderhospizdienst gesammelt.

Bitte geben Sie den Grund der Meldung ein:

Bitte geben Sie mindestens 10 Zeichen ein!
1
Beitrag melden

Man fragt sich langsam, wozu soll das gut sein? Geltungsbedürfnis? Sucht nach Publicity? Absolut sinnlos sowas. Schließlich hat die Feuerwehr Fahrzeuge und kein einziger Feuerwehrler muss zum Einsatz laufen. Schon gar nicht 20-30-40... 160km. mehr

Bitte geben Sie den Grund der Meldung ein:

Bitte geben Sie mindestens 10 Zeichen ein!

 
URL: http://www.schwaebische.de/region_artikel,-Feuerwehrmann-bricht-Rekordversuch-ab-_arid,10757039_toid,310.html
Copyright: Schwäbisch Media Digital GmbH & Co. KG / Schwäbischer Verlag GmbH & Co. KG Drexler, Gessler. Jegliche Veröffentlichung, Vervielfältung und nicht-private Nutzung nur mit schriftlicher Genehmigung.
Bitte senden Sie Ihre Nutzungsanfrage an online@schwaebische.de.