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Feuerwehr übt in verrauchten Röhren

Im Albabstiegstunnel und im Westringtunnel bekämpfen die Einsatzkräfte fiktive Brände
Mit Kunstnebel täuschend echt verraucht: Der Albabstiegstunnel der künftigen ICE-Strecke.
Mit Kunstnebel täuschend echt verraucht: Der Albabstiegstunnel der künftigen ICE-Strecke.
Feuerwehr Ulm

Ulm sz Gleich in zwei verschiedenen Tunnels haben die Feuerwehren aus Ulm und Dornstadt am Samstag die Brandbekämpfung geübt. Am Nachmittag suchten die Einsatzkräfte den neu entstehenden Albabstiegstunnel der künftigen Bahnstrecke auf. Nach 23 Uhr kam es zu einer auffälligen Übung im Westringtunnel, den die Jugendfeuerwehr Söflingen für einen fiktiven Brand vernebeln durfte. Wegen einer Sicherheitsprüfung musste der Tunnel auf der Bundesstraße 10 sowieso gesperrt werden.

100 Feuerwehrleute aus Ulm, Lehr, Söflingen und Dornstadt waren an allen drei Zugängen des Albabstiegstunnels eingesetzt. Bei der Übung wurde angenommen, dass in der westlichen Röhre ein Lastwagen in Brand geraten war und mehrere Arbeiter vermisst wurden. Ein seit Jahren existierender und immer wieder verbesserter Einsatzplan für Feuerwehr und Rettungsdienst konnte so getestet werden.

Die Söflinger Wehr postierte ihren großen Lüfter vor dem Tunnelportal unterhalb des Kienlesberges, um mit Frischluft den künstlich erzeugten Rauch durch das knapp sechs Kilometer entfernte Tunnelende in Dornstadt hinaus zu drücken. Gleichzeitig machten sich Feuerwehrleute vom Zugang Kienlesberg auf, um den Brandherd zu finden.

Der neue Tunnel wird extra so gebaut, dass Feuerwehrfahrzeuge ihn komplett durchfahren können. Allerdings brauchen die Rettungskräfte dort eine spezielle Grubenwehr-Ausstattung mit zwei Atemluftflaschen.

Bei der Übung versperrte zusätzlich ein Hindernis den Feuerwehrautos den Weg. Der Fahrer einer Hubarbeitsbühne, so die Annahme, war vor dem Feuer geflohen und hatte sein Fahrzeug einfach stehen gelassen. So ging es für die Helfer zunächst nur zu Fuß weiter. Hinter der Blockade nahmen die Feuerwehrleute das nächste Fahrzeug, das im Tunnel stand: ein normaler Transporter. Nachdem das Übungsfeuer gelöscht war, führte ein Seitenstollen sie wieder zurück ans Tageslicht.

Neben dem Löschen eines Brandes gehört auch die Rettung von Menschen zu den Kernaufgaben der Feuerwehr. Dabei wird sie von der „Rettungswehr Tunnel Albabstieg“ und für den medizinischen Teil vom Rettungsdienst unterstützt. Innerhalb der vorgegebenen Zeit gelang es den Kräften, drei von Puppen dargestellte Verletzte zu finden und an den Rettungsdienst zu übergeben. Damit aber nicht genug: In Dornstadt sollte bei der Übung noch ein brennendes Auto gelöscht werden. Weil dazu das Löschwasser nicht ausreichte, war es nötig, lange Wasserleitungen von der Rommelkaserne und der Schießanlage zum Tunneleingang zu verlegen.

Jugendfeuerwehr im Westringtunnel aktiv

Ortswechsel zur zweiten Übung: Um die Sicherheitseinrichtungen im Ulmer Westringtunnel wie automatische Schranken und Notausgangstüren testen zu können, hatte die Stadtverwaltung am Samstag gegen 22 Uhr beide Fahrtrichtungen des Tunnels gesperrt und den Verkehr oberirdisch umgeleitet. Diese Sperrung war ein Glücksfall für die Söflinger Jugendfeuerwehr, die am Wochenende einen „Berufsfeuerwehrtag“ veranstaltete.

Der Feuerwehr-Nachwuchs war dazu 24 Stunden auf der Wache, es wurden verschiedene Einsätze geübt, darunter eben auch ein Brandeinsatz im Tunnel. Gegen 23 Uhr wurde die Röhre in Fahrtrichtung Neu-Ulm mit künstlichem, schwarzen Rauch vollgeblasen. Verletzte mussten aus einem Unfallauto gerettet werden, wobei eine Person sogar unter dem Auto lag. Zum zweiten Mal kam an diesem Tag der Großlüfter aus Söflingen zum Einsatz: Er blies dicke Rauchschwaden aus der Röhre heraus, sodass sich auf Facebook schnell das Gerücht verbreiteten, es würde im Tunnel brennen. Die jungen Feuerwehrleute konnten die Übungsaufgaben lösen und den Tunnel wieder aufräumen, bis die Sicherheitsüberprüfung beendet war. So wurde der Verkehr nicht nicht länger als nötig behindert.

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