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Festpredigt widmet sich dem Namenspatron

Festpredigt widmet sich dem Namenspatron
Festpredigt widmet sich dem Namenspatron

IMMENSTAAD hke Mit einer glanzvollen Aufführung der „Missa solemnis“ von W.A. Mozart und einem bereichernden Festgottesdienst feierte die katholische Kirchengemeinde St. Jodokus am Sonntag ihr Patrozinium.

Erstmals war der Landshuter Jodokus-Experte Pfarrer Alfred Rößler Gast in Immenstaad und hielt die Festpredigt.

Fünf Geistliche

Mit fünf Geistlichen feierte die Kirchengemeinde St. Jodokus den Todestag ihres Schutzheiligen in der nahezu voll besetzten Kirche. Es konzelebrierten Pfarrer Wolfgang Demling, Pater Klaus Walter, Pfarrer i.R. Dieter Holderried aus Kluftern, Pfarrer i.R. Wilhelm Weßbecher aus Pfullendorf, ehemals Pfarrer in St. Jodokus, und Pfarrer i.R. Alfred Rösler aus Landshut.

Zum Festtag hatte der katholische Kirchenchor eigens die „Missa solemnis“ von W.A. Mozart einstudiert. Orchestermusiker aus dem Bodenseekreis begleiteten unter Konzertmeister Johannes Eckmann, Musikschule Markdorf, den Chor.

Stimmliche Strahlkraft

Die Gesangssolisten waren Alexandra Schmid aus Konstanz, Sopran, Waltraud Flatscher aus Friedrichshafen, Alt, Matthias Begemann aus Kreuzlingen, Bass, und Adam Müller aus Tettnang, Tenor. Die Gesamtleitung lag in den Händen der Dirigentin des Kirchenchors Bettina Opel.

Johannes Bair aus Stuttgart musizierte sowohl in der Messe als auch als Solist mit Werken von G.F. Händel an der Orgel.

Streicher, Bläser und Paukist verstärkten die gesangliche Präsenz des Kirchenchors. Besonders im Agnus Dei und beim „Dona nobis pacem“ wirkte die stimmliche Strahlkraft der Solosopranistin und des Chors. Insgesamt eine beeindruckende Gesamtleistung aller beteiligten Musiker, allen voran auch der musikalischen Leiterin Bettina Opel.

Jodokus-Experte

Der Leiter der Seelsorgeeinheit Pfarrer Wolfgang Demling hieß besonders den Jodokus-Experten Pfarrer i.R. Alfred Rösler aus Landshut willkommen, dessen Kommen den guten Kontakten von Elisabeth und Rolf Hiß zu verdanken war. In seiner Festpredigt setzte Pfarrer Rösler den heiligen Jodokus in Beziehung zu den ersten Eremiten, den Wüstenvätern, und zu Johannes dem Täufer, der ebenfalls als „Aussteiger“ in die Wüste gegangen war.

Von Nordägypten bis in die Türkei hatte sich damals die Bewegung der Einsiedler ausgebreitet, die in die Wüste gingen, um Gott zu begegnen. Etwa 600 n.Chr. habe sich der heilige Jodokus in der Bretagne auf den Weg in die Einsiedelei gemacht, erklärte Rösler – und sich damit von einem herzöglichen Leben und seiner Familie mit 25 Geschwistern gelöst. Er habe sich der Begegnung und dem inneren Kampf mit sich selbst ausgesetzt.

Auf der Suche nach Gott müsse man jedoch nicht Eremit werden, tröstete Rösler seine Zuhörer, sondern sich bewusst machen, „dass wir uns hier und heute bereits auf dem Weg befinden“. Erstrecht solle Weihnachten zeigen, dass „Gott sich auf den Weg gemacht hat zu uns“. Das Publikum bedankte sich am Ende des Festgottesdiensts mit heftigem Applaus.

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