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Weingarten (Württemberg)
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Engelsstimmen führen durch Vorweihnachtszeit

Windsbacher Knabenchor und Salaputia Brass-Blechbläserensemble zu Gast in Weingarten
Engelsstimmen führen durch Vorweihnachtszeit
Engelsstimmen führen durch Vorweihnachtszeit
Helmut Voith

Weingarten sz Feierlicher A-cappella-Gesang hat am Mittwochabend den vollbesetzten Großen Saal im Kultur- und Kongresszentrum erfüllt, als der Windsbacher Knabenchor unter der Leitung von Martin Lehmann mit Advents- und Weihnachtsliedern zu Gast war.

Es ist schon etwas Besonderes, wenn helle Knabenstimmen aus der Stille heraus pianissimo beginnen, aufblühen, wie Engelsgesang sich erheben. In immer neuen Aufwärtsbewegungen stiegen die Stimmen in Eric Whitacres Motette „Lux aurumque“ empor, die hellen Stimmen charakterisierten das Stück, und doch kam die eigentliche Spannung hier wie bei den übrigen Chorsätzen vom Miteinander von Knaben- und Männerstimmen.

Denn der über sechzigköpfige Knabenchor umfasst nicht nur die Knaben vor dem Stimmbruch, sondern auch junge Männer, die mit Tenören und Bässen das Spektrum abrunden. So war es gerade in dieser Motette ein spannendes Klangerlebnis, wie zu den hellen Engelsstimmen die älteren wie gestandene Erzengel hinzutraten.

Vertraute Melodien wie „Macht hoch die Tür“ oder „Übers Gebirg Maria geht oder „Ich steh an deiner Krippen hier“ zogen vorüber, ebenso weniger bekannte wie ein gregorianischer Weihnachtshymnus aus dem 11. Jahrhundert oder ein barockes Advents-Kyrie. Wirkungsvoll setzte der äußerst kultivierte Gesang die Unterschiedlichkeit der Stimmen ein. Da waren nicht nur insgesamt die wunderbare Pianokultur, auch die gute Artikulation zu bewundern, sondern auch der wechselnde Einsatz von Knabenstimmen und Männerstimmen, die bald alternierten, bald miteinander in Dialog traten und sich zu großer Stimmkraft vereinten.

Hatte man beim Auftakt mit „Macht hoch die Tür“ etwas verwundert die leeren Stufen zu beiden Seiten des Chores betrachtet, hörte man sich bald vom Gesang eingehüllt, denn die noch fehlenden Sänger hatten sich zu beiden Seiten der Zuhörer aufgestellt und von hier aus mitgesungen, ehe sie zum folgenden Hymnus ebenfalls auf die Bühne kamen.

Betörend schöner Klangteppich

Ein besonderes Hörerlebnis war Jan Sandströms Clustermotette für zwei Chöre zur alten Weise „Es ist ein Ros entsprungen“, denn hier legte ein Chor auf der Bühne vielstimmig summend einen betörend schönen Klangteppich, der ins Überirdische zu entschweben schien, während ein zweiter Chor von der Galerie aus das Lied anstimmte.

Eine weitere Klangkomponente kam vom Blechbläserensemble „Salaputia Brass“. Das Quintett erfreute einerseits mit instrumentalen Stücken, glänzte beispielsweise mit der Ouvertüre zu Händels Feuerwerksmusik oder einem Arrangement zu Johann Sebastian Bachs Kantate „Wie will ich mich freuen“ und agierte andererseits mit dem Chor zusammen, ob im Wechsel wie in der Motette „Machet die Tore weit“ oder gemeinsam. Sehr schön war hier die Einstimmung zu „Es ist ein Ros entsprungen“ mit einer Trompete, die aus dem Off anhob, bis das restliche Quartett auf der Bühne übernahm und schließlich der Chor mit Sandströms Clustermotette fortfuhr.

Ein Jazz-Medley der Musiker führte schließlich in den Zugaben von „Vom Himmel hoch“ zu „Stille Nacht“, mit dem der Chor den besinnlichen Abend abschloss.

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