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Elisabeth Kugel tritt zur Bürgermeisterwahl an

Erste Gegenkandidatin für Amtsinhaber Andreas Schmid – „Meckenbeuren liegt mir am Herzen“

Elisabeth Kugel will dazu beitragen, „dass Meckenbeuren sich authentisch weiterentwickelt“.
Elisabeth Kugel will dazu beitragen, „dass Meckenbeuren sich authentisch weiterentwickelt“.
pr

Meckenbeuren sz Paukenschlag knapp zwei Wochen vor Ablauf der Bewerbungsfrist: Elisabeth Kugel hat ihre Bewerbungsunterlagen für die Bürgermeisterwahl am 22. Oktober eingereicht. Die 46-Jährige ist damit die erste Gegenkandidatin für Amtsinhaber Andreas Schmid.

„Elisabeth Kugel blickt nach fast 15 Jahren im Jugendreferat Meckenbeuren zurück und voraus auf neue Wege“, hatte die SZ im August im Interview getitelt. Das Bürgermeisteramt als neuen Weg hatte Elisabeth Kugel erstmals im Herbst 2016 ins Kalkül gezogen, wie sie im SZ-Gespräch erzählt. Nach der Reflektion mit Vertrauten überwog aber noch der Respekt vor der „umfassenden Aufgabe“, die reichlich Fachwissen erfordere und bei der sich die Frage der Belastbarkeit stelle.

Eine Frage, die Elisabeth Kugel für sich inzwischen uneingeschränkt positiv beantwortet. „Hier habe ich nochmals eine große Entwicklung gemacht“, weiß sie um ihre Potenziale und Grenzen. Und um ihre Kompetenzen, sodass sie sich gerüstet fühlt. Hinzu kam, dass sie aus der Bevölkerung angesprochen wurde, ob sie nicht kandidieren wollte, bestätigt Elisabeth Kugel.

Vier Termine in vier Ortsteilen

Der Entschluss, zu kandidieren, fiel vor zwei Wochen: „Ich habe Sicherheit und Selbstvertrauen gewonnen und gemerkt: Das ist mein Weg“, hat sie sich seither in die Vorbereitungen gestürzt. Dazu gehören Homepage, Flyer, Gründung eines Helferteams, Terminplanung und manches mehr. Anzutreffen ist die Kandidatin am Dienstag, 19. September, in Hildes Vesperstüble Kehlen, am Donnerstag, 21. September, im Wirtshaus Schloss Brochenzell, Mittwoch, 27. September, in der Pizzeria Leone in Buch sowie eine Woche später (4. Oktober) im Gasthof Hirsch Liebenau – stets ab 19.30 Uhr.

Als „bodenständig und tatkräftig“ bezeichnet sie sich, gepaart damit, „dass ich früh geübt habe, Verantwortung zu übernehmen und den Blick auf das Gemeinwesen zu richten“. Abgeschlossen hat sie 1995 das Studium der sozialen Arbeit in der Verwaltung. Berufliche Stationen waren dann die Bezirkssozialarbeit beim Kreisjugendamt und seit 2003 die kommunale Jugend- und Schulsozialarbeit in Meckenbeuren. Dass dieses Anstellungsverhältnis Ende August endete, nennt Elisabeth Kugel als Grund, dass sie nicht früher den Hut in den Ring warf – das wäre dem Arbeitgeber (personalisiert im jetzigen Konkurrenten) gegenüber „nicht fair“ gewesen, findet sie.

Wuchern kann Elisabeth Kugel mit dem Pfund der ehrenamtlichen Erfahrungen – von der Jugendarbeit in der evangelischen Kirchengemeinde (wo sie heute Rätin ist) über die Tätigkeit als Mesnerin und Hausmeisterin an der Lutherkirche Gerbertshaus bis zur Schöffin am Landgericht – um nur einige zu nennen.

Ein Parteibuch hat sie nie besessen, sieht sich als „unabhängig und frei“ an. Wichtig ist ihr, mit der Bürgerschaft und zentralen Multiplikatoren ins Gespräch zu kommen und dann ihre Vorstellungen für die Gemeinde zu verfeinern.

Was sie jetzt schon als wichtig hervorhebt, hat abermals mit Bodenständigkeit zu tun. „Ich will, dass Meckenbeuren sich authentisch weiterentwickelt“, ist Elisabeth Kugels Ziel, das sie konkretisiert: Die Gemeinde zukunftsfähig zu machen, das sieht sie mit dem Erhalt dessen verbunden, „was Meckenbeuren prägt“. Nachhaltigkeit ist ist ihr hier wichtig – da muss es auch in manchen Bereichen nicht zu schnell vorangehen.

„Meckenbeuren liegt mir am Herzen“, sagt sie zur Motivation für die Bewerbung, die sie mit zwei Erfahrungen verbindet. „Oft muss die Zeit erst reif werden“, ist die eine, „nur wer wagt, gewinnt“ die andere. Beides spürt Elisabeth Kugel tief in sich.

BLICK

Elisabeth Kugel, 1971 in Tettnang geboren und verheiratet von 1993 bis 2005, hatte Oberdorf zur „ersten Heimat“, ehe sie 1993 nach Meckenbeuren zog, das ihr zur „zweiten Heimat“ wurde. Als Tochter eines Obstbauerns und einer Erzieherin („der ersten überhaupt in Oberdorf“) stellt sie sich vor – samt einem Opa, der in Oberdorf schon als Ortsvorsteher amtierte. Noch heute ist der Name „Kugel“ in Oberdorf tief verankert: Während ihre älteste Schwester den Hof führt, ist ihr Cousin Christof im Gasthaus „Adler“ zu finden.

KOMMENTAR

22. Oktober als Gradmesser

Da reibt sich mancher verduzt die Augen: Elisabeth Kugel wirft den Hut in den Ring für die Bürgermeisterwahl. Unbesehen ihrer Chancen und Beweggründe: Eine Gegenkandidatin tut der Bürgermeisterwahl gut, tut jeder Wahl gut. Vor allem für den Amtsinhaber wird die Wahl damit zum Gradmesser: Wie groß ist die Zufriedenheit, wie groß die Unzufriedenheit mit dem, was Andreas Schmid seit 2010 geleistet hat? Das lässt sich nun anders messen als nur an der Wahlbeteiligung (wie zuletzt in Neukirch) – wenn alleinig der Amtsinhaber zur Wahl steht. Zumal die bloße Prozentzahl immer Interpretationen offen lässt.

Elisabeth Kugel ist eine ernstzunehmende Gegnerin für Andreas Schmid. Ein bloßer Spaßkandidat hätte eine wirkliche Wahl am 22. Oktober nicht zu gewährleisten vermocht. Vielmehr ist jetzt zu hoffen, dass mit dem Auftreten dieser seriösen zweiten Bewerbung die Jux-Kandidaten abgehalten werden, ihre Bühne in der Schussengemeinde zu suchen.

r.weiss@schwaebische.de

Weitere Informationen gibt es unter

www.elisabeth-kugel.de

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