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Westerheim (Württemberg)
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Elektrotankstelle auch in Westerheim?

Gemeinderat befasst sich mit der E-Mobilität und erhält Infos von der EnBW

Florian Teichmann, Kommunalberater im Regionalzentrum Oberschwaben der EnBW, am Westerheimer Ratstisch zusammen mit Bürgermeister Hartmut Walz. Teichmann sprach über die E-Mobilität.
Florian Teichmann, Kommunalberater im Regionalzentrum Oberschwaben der EnBW, am Westerheimer Ratstisch zusammen mit Bürgermeister Hartmut Walz. Teichmann sprach über die E-Mobilität.
Steidle

Westerheim sz „Es gibt viele Gründe, auf den E-Zug aufzuspringen.“ Dies erklärte Bürgermeister Hartmut Walz, als in der jüngsten Sitzung des Westerheimer Gemeinderats Florian Teichmann von der EnBW Baden-Württemberg AG über die E-Mobilität in Deutschland referierte. „E-Tankstellen und ein flächendeckendes Netz mit Ladesäulen werden kommen. Jede Gemeinde wird früher oder später ihre Stromtankstelle haben“, meinte der Kommunalberater im Regionalzentrum Oberschwaben der EnBW Energie Baden-Württemberg AG. Teichmann ist dort Ansprechpartner für die Themenbereiche E-Mobilität und E-Mobilitätslösungen.

„Die Frage, der wir uns heute stellen, ist nicht, ob die E-Mobilität kommt, sondern wann sie kommt“, erklärte Florian Teichmann im Westerheimer Gemeinderat. Gemeinden, die jetzt schon bereit sind, beim Aufbau einer E-Ladeinfrastruktur mit den entsprechenden Energieversorgern zu kooperieren, seien auf dem richtigen Weg. Dies werde in der Zukunft auch ein Wohn- und Standortfaktor bei den Bürgern und Unternehmen werden, vergleichbar mit dem aktuell massiven Ausbau des Breitbandnetzes. Die Diskussion über die Elektrofahrzeuge betreffe nicht nur die Autohändler und ihre Kunden, auch die Kommunen müssten langfristig ihre Infrastruktur der neuen Technologie anpassen, so der Kommunalberater.

Diese Meinung teilten Bürgermeister Walz wie die Ratsmitglieder, zumal zu einem Luftkurort wie Westerheim E-Tankstellen gehörten. „Die E-Mobilität ist für Kommunen wichtig. Das Thema müssen wir auf jeden Fall anpacken“, betonte Walz. Doch auf einem anderen Blatt stehe, ob die Kommune eine E-Tankstelle errichten und betreiben muss. Diese könnten auch Privatleute, Firmen oder Vereine installierten, meinte der Bürgermeister und verwies auf den Höhlenverein, der beispielsweise bei seinem Rasthaus eine Ladestelle für Radfahrer mit E-Bikes installieren könne, die dann während des Landevorgangs die Schertelshöhle anschauen oder einen Kaffee trinken. „Wir von der Gemeinde können Impulse geben, die dann Privatleute umsetzen“, erklärte Walz.

Ähnlich sah dies auch Gemeinderat Robert Baumeister, der in Sachen E-Mobilität von einer Riesenherausforderung und einem Riesenwandel sprach. Die Etablierung der E-Mobilität könne jedoch nur mit einer entsprechenden Ladeinfrastruktur gelingen, meinte Baumeister und verwies auf Voraussetzungen für ein Gelingen des Umstiegs auf elektrisch betriebene Fahrzeuge: Ein Umstieg bedeute ein ausreichendes Netz an Landestationen, ausreichend Strom aus erneuerbaren Energien und die Bereitschaft der deutschen Autofirmen für den Wandel. Zum Luftkurort Westerheim inmitten des Biosphärengebiets gehöre eine Elektrotankstelle, ergänzte Pius Kneer.

Ladestationen & Stromtankstellen in der Region

Florian Teichmann teilte diese Ansicht und sprach ebenfalls von einem „Riesenwandel“, dem sich die Automobilindustrie wie die Energiekonzerne stellen müssten. „Wir wollen in Baden-Württemberg nicht abgehängt werden. Wir sind auf einem guten Weg“, sagte Teichmann. Strom stehe ausreichend zur Verfügung. Momentan sei die deutsche Automobilindustrie bei elektrisch betriebenen Fahrzeugen noch im Hintertreffen, doch den Rückstand könnte sie schnell aufholen, zeigte er sich zuversichtlich. In den nächsten fünf Jahren werde sich viel tun. Dem Klimawandel sei Rechnung zu tragen.

Wie der Kommunalberater berichtete, stellt die EnBW derzeit viele schnell ladende Säulen auf Autobahnrastplätzen auf. Solche Schnellladestellen kosten 70 000 Euro. Teichmann wartete noch mit Zahlen und Daten auf. Geladen werden können Fahrzeuge klassisch über die Haushaltssteckdosen, was bis zu zehn Stunden dauern kann, dann gebe es die Schnellladestationen, mit 22 kW, 4,5 kW oder 2,3 kW, bei denen die Autobatterie zwischen einer und zehn Stunden voll aufgeladen sei. Die AC-Ladestation stelle je Ladepunkt über den Schukostecker bis zu 3,6 kW (AC – Wechselstrom) und über den Typ 2 Stecker bis zu 22 kW (AC – Wechselstrom) zur Verfügung. Die AC-/DC-Ladestation stelle über den CCS- und CHAdeMO-Stecker bis zu 50 kW (DC - Gleichstrom) und über den Typ 2 Stecker bis zu 43 kW (AC - Wechselstrom) zur Verfügung. Rund 400 Kilometer könne ein Elektroauto mit einer vollen Batterie fahren.

Über 700 Ladepunkte beziehungsweise rund 350 Ladestationen für AC-Wechselstrom verfügt die EnBW in Baden-Württemberg. Schell-Ladestationen mit 150 kW will sie in Deutschland entlang von Autobahnen von Bayern über Baden-Württemberg Richtung Ruhrgebiet 117 schaffen, 34 davon sind bereits fertiggestellt. Was eine Ladestation in Westerheim mit zweimal 22 kW angeht, so müsse im Installationskosten von netto 15 000 Euro gerechnet werden.

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