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Aulendorf
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Ein ehrenamtlicher Begleiter auf Zugfahrten

Bahnhofsmissionen in der Region starten zum 1. Juni mit neuem Serviceangebot für Menschen, die nicht alleine reisen können
„Bahnhofsmission mobil“ bietet eine Reisebegleitung in Regionalzügen an und richtet sich an Menschen, die nicht alleine reisen können.
„Bahnhofsmission mobil“ bietet eine Reisebegleitung in Regionalzügen an und richtet sich an Menschen, die nicht alleine reisen können.
Paulina Stumm

Aulendorf sz Zum 1. Juni startet das neue Angebot „Bahnhofsmission mobil“ in der Region Ulm-Oberschwaben. Es bietet eine kostenlose Reisebegleitung in Regionalzügen und richtet sich an Menschen, die nicht alleine reisen können.

Ulrich Köpfler, Leiter der Bahnhofsmissionen Aulendorf und Biberach, beschreibt in einer Pressemitteilung zwei Fälle, in denen das Angebot greifen könnte: Die Kinder der 85-jährigen Frau wohnen nicht mehr in der Nähe. Um sie zu besuchen, müsste sie mit dem Zug fahren. Doch sie traut sich nicht mehr alleine. Die Neunjährige Schülerin geht aufs Internat. Übers Wochenende fährt sie nach Hause – aber nicht alleine.

„Menschen wollen mobil sein. Menschen müssen mobil sein. Doch nicht alle können oder möchten alleine fahren, etwa Menschen, die eingeschränkt sind, Menschen mit einer Behinderung, jüngere Kinder, Menschen in schweren seelischen Nöten“, heißt es in der Pressemitteilung weiter. „Bahnhofsmission mobil“ bietet in allen Regionalzügen in Baden-Württemberg und angrenzenden Gebieten eine Reisebegleitung durch Ehrenamtliche an, um auch diese Menschen wieder mehr Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen.

Zugbegleiter vorher anfragen

Konkret geht es so: Wer eine Begleitung auf der Zugfahrt wünscht, meldet sich etwa zwei Wochen vorher – entweder bei der nächstgelegenen Bahnhofsmission oder bei der Einsatzzentrale in Stuttgart. Am Reisetag trifft der ehrenamtliche Zugbegleiter den Reisenden am Ausgangsbahnhof und fährt bis zum Zielbahnhof mit. Er hilft gegebenenfalls beim Kartenkauf und beim Ein- und Aussteigen, gibt Sicherheit auf der Fahrt, ist als Gesprächspartner da und gibt Orientierung beim Umsteigen an den großen Bahnhöfen. Auch bei Verspätungen oder plötzlich auftretenden Problemen hilft der Begleiter. Für alle Fälle ist er telefonisch mit der Einsatzzentrale und den Angehörigen verbunden.

Die Ehrenamtlichen, die diese Aufgabe übernehmen, arbeiten bereits in einer der Bahnhofsmissionen Ulm, Biberach oder Aulendorf mit. Sie wurden mit einer mehrtägigen Schulung und einem Erste-Hilfe-Kurs dafür qualifiziert. Außerdem hospitierten sie zur Vorbereitung bei einem erfahrenen Kollegen auf einer Begleitfahrt. Die Bahnhofsmission will das Projekt nun auch gezielt in Einrichtungen für behinderte Menschen, in Begegnungsstätten für Senioren oder psychisch Erkrankte und in Jugendhilfeeinrichtungen der Region vorstellen und bekannt machen.

Da die Verantwortlichen in den Bahnhofsmissionen mittelfristig mit einer starken Nachfrage rechnen, suchen sie weitere Ehrenamtliche, die sich zum Reisebegleiter ausbilden lassen. Die Bahnhofsmission in Aulendorf freut sich auch für die regulären Einsätze am Bahnhof über Menschen, die sich dort ehrenamtlich engagieren wollen. Weitere Informationen zur Reisebegleitung gibt es bei Ulrich Köpfler, Leiter der Bahnhofsmissionen Aulendorf und Biberach, telefonisch unter 07351/3400663 oder 07525/7510 sowie per E-Mail an

u.koepfler@invia-drs.de

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