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Ein Gestaltungsbeirat für Tettnang

Stadtbauamt will neutrales Sachverständigengremium bei Bauvorhaben – Landesförderung liegt bei 20 000 Euro

In den kommenden Jahren könnte die Stadt Tettnang in Sachen Infrastruktur und Baumaßnahmen von einem „Gestaltungsbeirat“ unterstützt werden.
In den kommenden Jahren könnte die Stadt Tettnang in Sachen Infrastruktur und Baumaßnahmen von einem „Gestaltungsbeirat“ unterstützt werden.
Archiv: Jens Lindenmüller

Tettnang sz In den kommenden Jahren könnte die Stadt Tettnang in Sachen Infrastruktur und Baumaßnahmen von einem „Gestaltungsbeirat“ unterstützt werden. Der Technische Ausschuss hat die Einrichtung und den Antrag, den Stadtbaumeister Achim Straub Ende Oktober beim Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau gestellt hat, mehrheitlich befürwortet. Landesweit fördert das Ministerium den Einsatz von Gestaltungsbeiräten. Wie das Ministerium am Montag bekanntgab, sei im kommenden Jahr auch eine Förderung der Stadt Tettnang geplant.

Der Gestaltungsbeirat soll als ein unabhängiges und beratendes Sachverständigengremium fungieren. Vor Ort werden die Mitglieder, drei Experten unterschiedlicher bau- und planungsverbundenen Tätigkeitsfeldern, über Bauvorhaben beraten, die städtebaulich bedeutend sind. Die Empfehlungen, die laut Straub „nicht verpflichtend“ sind, sollen in Bau- und Planungsprozessen berücksichtigt werden. „Städte und Gemeinden bekommen durch das extern besetzte Gremium einen unabhängigen Expertenrat zu aktuellen Projekten an ihre Seite gestellt. Diesen können sie maßgeschneidert in den lokalen Kontext und die örtlichen Rahmenbedingungen, also in das Planungs- und Baugeschehen vor Ort, einbinden“, so Ministerin Nicole Hoffmeister-Kraut. Gestaltungsbeiräte seien zudem ein effektives und erfolgversprechendes Instrument zur Stärkung der lokalen Baukultur, heißt es seitens des Ministeriums.

„Insbesondere das Stadtbild und die Stadtentwicklung werden so optimiert“, teilt Hoffmeister-Kraut mit. Seit der erstmaligen Auslobung der Landesförderung im Jahr 2015 haben bereits die Städte Filderstadt, Kirchheim unter Teck, Künzelsau, Radolfzell am Bodensee, Reutlingen, Schorndorf, Stuttgart und Ulm sowie die Gemeinden Baiersbronn und Walheim eine finanzielle Unterstützung zur Einrichtung eines solchen Fachgremiums erhalten. Weitere Kommunen haben bereits Förderbescheide erhalten, mehrere Gestaltungsbeiräte sollen folgen. Denn mit vergleichsweise geringem finanziellen Aufwand könnten diese laut Ministerium einen wertvollen Beitrag für gute Planungs- und Bauqualität leisten: „Gemessen an seinem großen Mehrwert für historisch gewachsene Stadt- und Ortskerne, neue Wohn- und Arbeitsquartiere und nachhaltige Bauvorhaben ist ein Gestaltungsbeirat vor allem ein kostengünstiges Instrument für mehr lokale Baukultur“, so Hoffmeister-Kraut. Mit einer Landesförderung, die auf maximal 20 000 Euro festgesetzt ist, werden die Kommunen unterstützt. Die Kosten für den Einsatz eines Gestaltungsbeirates belaufen sich in Tettnang auf insgesamt rund 56 000 Euro. Heißt: Der Kommune bleiben einer ersten Kostenaufstellung zufolge ein Eigenanteil von rund 36 000 Euro.

Nach dem Empfehlungsbeschluss des Technischen Ausschusses, wird noch im Dezember der Gemeinderat einen Beschluss fassen. Sollte sich der Rat für den Beirat aussprechen, wird für Anfang des Jahres mit dem Förderbescheid des Landes gerechnet. Daraufhin sollen im Februar dann die Beiratsmitglieder ausgewählt werden.

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