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Dürbheim will 2018 eine ganze Reihe an Projekten stemmen

Auf der Agenda stehen unter anderem die Dachsanierung des Feuerwehrgerätehauses und die Verlegung von Glasfaserkabeln

Bürgermeister Andreas Häse.
Bürgermeister Andreas Häse.
bro

Dürbheim sz Bürgermeister Andreas Häse hat am Montagabend zur Einwohnerversammlung in die Dürbheimer Turn- und Festhalle geladen. Er informierte detailliert über anstehende und abgeschlossene Projekte sowie die finanzielle Situation der Gemeinde.

Günstiger als geplant wurde der erste Bauabschnitt des Baugebiets „Pfaffensteig III“. Mit dem Bau des Regenüberlaufbeckens und der Anbindung wurde mit zirka 1,1 Millionen Euro abgerechnet, laut Häse etwa 170 000 Euro günstiger. Nahezu eine Punktlandung war der Ausbau des ehemaligen Lehrerwohnhauses zum Schulhaus. Dabei wurde auch der Pausenhof in die Probststraße verlegt, wobei die kalkulierten Kosten mit rund 430000 Euro fast exakt eingehalten wurden.

Der Radweg nach Rietheim wurde 2017 endlich fertig. Es fehlten noch Amphibientunneln. Dies ist laut Häse jetzt geschultert durch eine Landes-Finanzspritze von 235 000 bei Gesamtkosten von 382 000 Euro. Der Bürgermeister erwähnte auch den zunächst „holprigen“ Umstieg bei der Straßenbeleuchtung auf LED. Nachdem die 497 Lampen zweimal ausgetauscht waren, hörte das „Flackern“ auf. Durch die „enorme Stromeinsparung“ habe sich die Investition von 46 000 Euro in drei Jahren amortisiert, was auf Dauer den Gemeindehaushalt entlaste.

Beim „Backhaus“ habe sich gezeigt, dass auch mit relativ geringen Mitteln Verbesserungen erreicht werden können. Unter Berücksichtigung der Beihilfen für 125 000 Euro wurden die beiden Flüchtlingswohnungen saniert, außerdem das Dach neu gedeckt und der Putz ausgebessert oder erneuert. Die Wallenburger Zunft hat ihr „Zunftstüble“ für 44 000 Euro neu hergerichtet.

Dann kam der Bürgermeister auf anstehende Aufgaben zu sprechen. 2018 ist der Vollausbau der Weberstraße vorgesehen. Dies musste um ein Jahr geschoben werden, weil drei der vier gestellten Förderanträge abgelehnt wurden. Doch jetzt wurden nachträglich 440 000 Euro für die Kanalsanierung bewilligt. Daher werde mit Ausgaben von zirka 1.35 Millionen Euro und Beihilfen von 655000 Euro gerechnet, was eine „Effektivbelastung“ der Gemeinde von 700000 Euro bedeute. Nach der Fertigstellung soll die „Raserei“ in dieser Straße durch „Schikanen“ abgestellt werden. Außerdem wird die „Rechts-vor-links-Regelung“ eingeführt. Vermutlich werde die Erschließung des zweiten Bauabschnitts die Gemeinde 480000 Euro kosten.

Besonders wichtig war Häse, dass sowohl in der Weberstraße als auch im neuen Baugebiet erstmals Glasfaser verlegt wird. Wahrscheinlich werde die Gemeinde 2019 ans „Backbone“ des Kreises angeschlossen. Auch das „alte“ Schulhaus müsse dringend saniert werden. Hier fehlen zwar noch konkrete Untersuchungen und Planungen, doch der Bürgermeister rechnet mit Kosten von zirka 400 000 Euro und möglichen Zuschüssen von 120 000 Euro. Die Planung müsse soweit fortschreiten, damit Beihilfeanträge gestellt werden können, sobald die Förderrichtlinien vom Land veröffentlicht sind.

Ähnlich sieht es beim Feuerwehrgerätehaus aus. Hier ist geplant, das Dach für 116 000 Euro zu sanieren. Es müsse noch abgeklärt werden, welche Möglichkeiten am jetzigen Standort überhaupt realisierbar wären, um die Probleme (zu schmale Toreinfahrten, Einbiegen in die Hauptstraße, Höhe und Länge der Garage, Umkleideräume und fehlendes Büro) zu lösen.

Größtes Sorgenkind der Gemeinde ist der Kindergarten und der „Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz“. „Die eigentlich erfreuliche Entwicklung bei den Geburtenzahlen könnte zu einer echten Herausforderung für die Gemeinde werden.“ Denn der Rechtsanspruch führe dazu, dass immer mehr Eltern die Betreuung ihres Kindes ab dem zweiten Lebensjahr in einer Einrichtung bevorzugen. Lag der Betriebskostenanteil an die Kirchengemeinde bis 2000 noch bei rund 60 000 Euro, stieg er bis 2013 auf 150 000 Euro und sei durch die Kleinkindbetreuung ab 2014 auf mehr als 300 000 Euro explodiert.

Die Kommune trägt 54 Prozent der Gesamtkosten von gut 600 000 Euro im Jahr, das Land 27 Prozent, die Kirchengemeinde sechs Prozent, die Elternbeiträge liegen bei 13 Prozent. Zum „Stichtag“ lag der Betreuungsaufwand 2016 für ein über drei Jahre altes Kind bei 8036 Euro, bei Kindern unter drei Jahren sogar bei 17277 Euro. Derzeit sieht die Bedarfsplanung des kirchlichen Verwaltungszentrums die Schaffung einer fünften Gruppe vor. Das würde neben einem Um- oder Erweiterungsbau auch eine Personalaufstockung um 2,28 Stellen bedeuten. Deshalb gelte es, vor einer Entscheidung zu ermitteln, welche Optionen es gibt und wie es mit dem finanziellen Teil aussieht.

Schwierig sei auch, wie innerorts ein zukunftsfähiges Glasfasernetz aufgebaut werden kann. Die Strukturplanung für den ganzen Ort inklusiv Risiberg gehe von Gesamtkosten von 3,6 Millionen bei 750 000 Euro Zuschuss aus. Mittlerweile sind die Preise des künftigen Netzbetreibers (NetCom BW – eine Tochtergesellschaft der EnBW) für die Privatkunden und Gewerbebetriebe bekannt. 2018 soll ein Informationsabend stattfinden.

Zum Schluss kam der Bürgermeister auf die finanzielle Entwicklung der Gemeinde von 2014 bis 2017 und die Planung für 2018 bis 2023 zu sprechen. Lag der Schuldenstand am 1. Januar 2013 noch bei 600 000 Euro, schnellte er bis 31. Dezember 2017 auf „beängstigende“ 1,6 Millionen Euro nach oben. Doch müsse gesehen werden, dass innerhalb dieser vier Jahre auch Sachwerte in Höhe von 4,8 Millionen geschaffen wurden. Bis 2023 sollen Sachwerte von weiteren 5,3 Millionen Euro hinzukommen, obwohl der Schuldenstand wieder auf eine Million Euro gesenkt werden soll. Durch Auflösung der „Sonderrücklage Erddeponie“ könnte die Gemeinde rund eine halbe Million Euro einsetzen, um einen ersten Teilabschnitt ohne Schuldenaufnahme umzusetzen. „Insgesamt ist die Gemeinde in der Lage, ihren Aufgaben auch in Zukunft gerecht zu werden“, so der Bürgermeister.

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