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Lokales

Diskussion über Einkäufe an Heiligabend

SZ-Artikel löst auf Facebook eine intensive Debatte aus – Viele verteidigen Beschäftigte im Einzelhandel

Sollen Geschäfte an Heiligabend öffnen oder nicht?
Sollen Geschäfte an Heiligabend öffnen oder nicht?
Daniel Bockwoldt/dpa

Ravensburg sz Sollen Geschäfte an Heiligabend, der dieses Jahr auf einen Sonntag fällt, öffnen oder nicht? Darüber wird im Netz heftig diskutiert – als Reaktion auf einen Artikel der „Schwäbischen Zeitung“. In dem Text kamen auch die Ravensburger Kirchen zu Wort, die forderten, der Sonntag müsse als Ruhetag im christlichen Sinne bestehen bleiben. Ihre Forderung wird erhört: In der Region Ravensburg bleiben die Supermärkte an Heiligabend zu. Dieser Text wurde in der Facebookgruppe „Du bist ein Ravensburger weil...“ geteilt und löste dort zahlreiche, sehr unterschiedliche Reaktionen aus. Viele User sind gegen offene Geschäfte an Heiligabend – aus Rücksicht auf die Verkäufer. Beschäftigte in der Gastronomie ärgern sich jedoch darüber.

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Wenn ich das richtig verstehe hätten diejenige, die arbeiten müssen weil sie einen entsprechenden Beruf ausüben (Gastronomie, Krankenkaus, Notdienst, usw. ) gerne frei an Weihnachten. Weil sie aber arbeiten müssen gönnen Sie all den Anderen auch keinen freien Tag! Leute was ist los mit Euch? mehr

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HEILIG ABEND -- WIE ER IST
Kennt der Leser die Geschichte von dem alten und wohl etwas verwirrten Weib, das in einer zerfallenen Hütte am Stadtrand lebte?
Am 1. Advent nämlich entzündete es alle vier Kerzen an seinem Adventskranz. Am 2. Advent brannten drei Kerzen und am 3. Advent gaben nur zwei Kerzen ihren Schein von sich. Und – wie sollte es nun anders sein – am 4. Advent entzündete das arme Weib nur eine Kerze am Adventskranz. Den Heiligen Abend aber und die Weihnachtsfeiertage verbrachte das Weib in ihrer stockfinsteren und kalten Stube.

Das alles hatte der Bürgermeister bei seinen sonntäglichen Spaziergängen hinüber zum Wald über Jahre beobachtet. Eines Tages fasste er sich ein Herz und klopfte an die Türe der alten Hütte. Das Weib bat ihn auf eine Tasse Wachholdertee hinein und auf seine Frage, warum es denn die Adventskerzen immer in genau der falschen Reihenfolge entzünde, antworte das Weib so:
Wenn ich in der ersten Adventswoche durch die Gassen der Stadt schlurfe, dann werde ich von allen Leuten gegrüßt und angelächelt. In der zweiten Adventswoche werde ich zwar auch gegrüßt, aber das Lächeln in den Gesichtern fehlt. In der dritten Adventwoche nicken mir noch einige wenige Menschen zu, doch in der darauf folgenden Woche bin ich für die geschäftigen Bürger und Bürgerinnen nur noch Luft. Ja, und am Heiligen Abend und den Feiertagen sitze ich einsam und allein, Jahr für Jahr, in meiner Stube.
„Von Woche zu Woche wird es immer dunkler um mich herum und deshalb mache ich es mit meinem Adventskranz so.“ Da stand der Bürgermeister betroffen auf und fragte das Weib. „Weißt du, wo mein Haus steht?“ – „Aber ja doch,“ antwortete das Weib, dort wo die meisten Lichter brennen.“ – „Sehr gut,“ meinte der Schultes, „dann komme doch am Heiligen Abend dorthin. Du bist eingeladen, mit meiner Familie und mir das schönste Fest des Jahres mit tausend Lichtern zu feiern.“ Da fing’ das Weib an zu weinen und auch der Bürgermeister weinte.

© NN@001​

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