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Diskopläne in Birkendorf sind vorerst passé

Potenzieller Betreiber verfolgt Projekt mehr weiter – Stadtverwaltung ist verärgert

In der Haberhäuslestraße in Biberach wird es erst mal keine Diskothek geben.
In der Haberhäuslestraße in Biberach wird es erst mal keine Diskothek geben.
Marijan Murat

Biberach gem/tab Die Pläne, in einem Gewerbegebäude in der Haberhäuslestraße 14 im Biberacher Stadtteil Birkendorf eine rund 200 Quadratmeter große Diskothek einrichten (SZ berichtete), haben sich vorerst zerschlagen. Der potenzielle Betreiber verfolge das Projekt nicht mehr weiter, wie Baubürgermeister Christian Kuhlmann diese Woche im Hauptausschuss mitteilte.

In der Sitzung hatte Freie-Wähler-Stadtrat Reinhold Hummler wissen wollen, wie weit die Diskopläne inzwischen gediehen seien. Kuhlmann sagte daraufhin, dass die Stadt ihren Beitrag insofern erfüllt habe, als dass sie unter Auflagen Planungsrecht für einen Diskothekenbetrieb in dem Gewerbegebiet geschaffen habe. Der potenzielle Betreiber der Disko, der sich im vergangenen Jahr für das Projekt stark gemacht hatte, habe anschließend jedoch keinen Bauantrag eingereicht. „Vor einigen Monaten hat er uns dann erklärt, dass er das Projekt aktuell nicht mehr weiterverfolge und seine Prioritäten woanders setze“, so Kuhlmann. Darüber habe sich die Stadtverwaltung sehr geärgert.

Nach dem Bekanntwerden der Diskopläne hatte der Gemeinderat im vergangenen Sommer die entsprechende Rechtsgrundlage geschaffen. Eine Diskothekennutzung in dem privaten Gewerbegebäude ist seither möglich, mit der Auflage, dass nach Süden eine Lärmschutzwand errichtet wird und rund 70 Parkplätze im Innenhof ausgewiesen werden. Mehrere Anwohner befürchteten Lärm, Verkehrsprobleme, mögliche Trinkgelagen und eine Zunahme an Kriminalität durch die Disko. „Durch unsere Auflagen hätten wir das aber alles in den Griff bekommen“, ist sich Kuhlmann sicher. Man habe dafür einen enormen Aufwand betrieben.

Planungsrecht für Disko gilt weiter

Das Planungsrecht gilt weiterhin. „Sofern es interessierte Betreiber gibt, die sich mit dem Gebäudeeigentümer einig werden, könnte dort eine Diskothek entstehen“, so der Baubürgermeister. Wer sich an die Auflagen halte, bekomme auch eine Baugenehmigung.

Auch der Gemeinderat hatte in der Vergangenheit mehrfach betont, wie wichtig ihm bessere Ausgehmöglichkeiten für junge Leute und auch eine Disko sind.Die Stadt selbst kann das jedoch nicht realisieren, „und es gibt derzeit niemand, der bei uns sein Interesse angemeldet hat“, sagt Kuhlmann. Den Standort in Birkendorf hält er nach wie vor für ideal. „Wir haben wenig Flächen im Stadtgebiet, die so wenig Probleme aufweisen wie diese.“ Potenzielle Betreiber dürften sich gerne an die Stadtverwaltung wenden. Große Hoffnung hegt der Baubürgermeister indes nicht: „Mein Gefühl sagt mir, dass das Ganze ein sehr kurzlebiges Geschäft ist und deswegen viele Betreiber vor größeren Investitionen zurückschrecken.“

Den potenziellen Betreiber, der sich nun von den Diskoplänen zurückgezogen hat, hat die SZ diese Woche telefonisch kontaktiert. Er teilte mit, dass er sich zu dem Thema nicht äußern wolle.

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