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Die Do 24 kommt wieder nach Hause

Dornier-Flugboot wassert am Freitag, 18. Mai, im Hafenbereich von Friedrichshafen
Zuletzt landete die Do 24 im Herbst 2005 vor dem Hafen in Friedrichshafen.
anja köhler

FRIEDRICHSHAFEN hin Wenn die Do 24 am Freitag, 18. Mai, um 19 Uhr im Hafenbereich von Friedrichshafen wassert, wird sie dies erstmals nach ihrer Wieder-Indienststellung unter deutscher Zulassung tun, genauer gesagt, unter der vorläufigen deutschen Zulassung.

„Wir freuen uns schon außerordentlich auf das Wassern in Friedrichshafen“, sagt Iren Dornier, Besitzer des Flugboots und Enkel von Flugzeugpionier Claude Dornier. „Das ist ein kleines bisschen wie heimkommen.“

247 Maschinen vom Typ Dornier Do 24 wurden in den 30er- und 40er- Jahren des vergangenen Jahrhunderts gebaut. Die Maschine von Iren Dornier ist das weltweit einzige noch flugfähige Exemplar. Direkt aus dem Museum hatte er seine Do 24 geholt, auseinandergenommen und auf die Philippinen, wo er lebt, verschifft. Dort wurde sie unter Einsatz von 8000 Arbeitsstunden und geschätzten sechs Millionen Euro wieder hergerichtet. Am 5. Februar 2003 war der Erstflug der „neuen alten“ Do 24. Einige Zeit flog sie unter philippinischer Zulassung. Weil die philippinische Administration sich nicht mehr kompetent für das Flugboot fühlte, wie Iren Dornier berichtet, beschloss der Pilot, Unternehmer und Abenteurer, für seine Maschine die deutsche Zulassung zu beantragen – wie sie beispielsweise die Ju 52 hat, die ab München auch gewerblich abhebt.

Keinerlei Sicherheitsprobleme

Große Schwierigkeiten auf dem Weg zur „richtigen“ deutschen sieht Iren Dornier nicht, und er geht auch davon aus, dass die richtige Zulassung „nicht allzu lange“ auf sich warten lässt – ein paar Tests stehen noch aus. „Wir sind schon etliche Hundert Stunden mit der Maschine geflogen und können dies auch belegen“, sagt er. „Sicherheitstechnisch hatten wir kein einziges Problem. Die Do 24 entspricht europäischen Bestimmungen.“

2005 wasserte Iren Dornier das letzte Mal mit seiner „Latina“, wie er die Do 24 liebevoll nennt, vor dem Hafenbereich in Friedrichshafen, 2009 das letzte Mal auf dem Bodensee, und zwar vor Seemoos. Weil das Dornier Museum dieses Jahr „75 Jahre Erstflug Do 24“ feiert, wird das Flugboot sogar aus nächster Nähe zu bestaunen sein: Am 19. und 20. Mai wird es auf dem Vorfeld des Museums stehen. Zudem wird Iren Dornier an beiden Tagen Autogrammstunden geben. Unterdessen plant Iren Dornier bereits ein weiteres Projekt: Mit zwei „völlig überarbeiteten Maschinen vom Typ S-Ray 007“, ein Flugboot, das durch die Do 24 geboren wurde, soll noch in diesem Jahr Start für eine Welttournee sein – ganz in der Tradition der alten Do X. Mit seiner Do 24 war Iren Dornier auf den Spuren der Do X, des Flugschiffs seines Großvaters, des ersten „Jumbos“ unterwegs. Bald sollen zwei neue, von Iren Dornier gebaute Maschinen an den Start gehen. „Die beiden S-Ray sollen Medien für spannende Geschichten rund um die Welt sein“, verrät er. Unterschiedliche Länder will er anfliegen und sich den Themen widmen, „die die Menschen bewegen und inspirieren“.

„Es kann sein, dass ein kranker Mensch, der nur noch kurze Zeit zu leben hat, zwei Stunden mit uns fliegt und aus seinem Leben erzählt“, sagt Iren Dornier. „Oder beispielsweise ein Wissenschaftler von einer Mission erzählt.“ Wassern will er überall dort, wo es möglich ist: im Eismeer beispielsweise oder auf dem Titicaca-See. Übers Satellitentelefon sollen die neuesten Bilder ins Netz gestellt werden, von den Homepages der Do 24 und der S-Ray kann man die Tour verfolgen. Iren Dornier ist überzeugt: „Das wird ein hoch spannendes Projekt.“

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