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Die „Neue“ war als Kind schon hier

Yvonne Schwarz hat Kindergartenleitung in Ahausen von Kerstin Freisem übernommen
Keine Küsse, sondern Indianergeheul: Die Kinder rings um die neue Kindergartenleiterin Yvonne Schwarz proben ihr Geheul für Fasnacht - und passend fürs Foto:
Ingeborg Wagner

Bermatingen sz Für Yvonne Schwarz, die seit September die Leitung des Ahausener Kindergartens inne hat, war es ein bisschen wie Heimkommen: Im Haus gegenüber des Kindergartens ist sie aufgewachsen, hat als Kind die Einrichtung besucht und hier ihr Vorpraktikum gemacht. Witzigerweise ist eine ihrer damaligen Erzieherinnen heute noch im Haus. „Birgit Schmid war schon meine Kindergärtnerin“, erzählt Schwarz lachend. Jetzt sind sie Kolleginnen – und beide fühlten sich wohl mit dieser Situation.

Dabei hatte Yvonne Schwarz anfangs durchaus Bammel, wie sie hier aufgenommen wird. „Das war total unbegründet“, sagt die 33-Jährige im Nachhinein. Das Miteinander passe sehr gut, im Team, mit den Kindern, mit den Eltern. Zudem hat sich ihr Arbeitsweg durch die neue Stelle erheblich verkürzt. Die letzten sieben Jahre war sie täglich nach Weingarten zum Arbeiten gefahren. Nun spare sie nicht nur Benzingeld, sondern auch Zeit. Zeit, die sie zum Ausgleich gerne in der Natur verbringt, sei es beim Spazierengehen mit Hund „Othello“ oder bei Treffen und Märkten, die sie mit ihrem historischen Verein „Katzbalger“ besucht. Zumindest im Sommer. Jetzt, zur fünften Jahreszeit, schlüpft sie lieber ins Häs des „Ahausener Moschobsts“.

Fasnet ist ein großes Thema

Die Fasnet ist derzeit auch im Kindergarten ein großes Thema. Anlehnend an das Moschtobstmotto „Alles aus Film und Fernsehen“ hat der Kindergarten Sankt Jakobus das Thema Leben im Indianerstamm herausgepickt. „Wir sind fleißig am Basteln“, sagt Schwarz. Natürlich stehen auch die fastnächtlichen Gebräuche der Region an, mit Besuchen der Maskenträger soll die Angst abgebaut werden. „Das klappt meistens ganz gut, wenn die Kinder sehen, dass ich oder die Mütter von anderen Kindern unter dieser Verkleidung stecken“, sagt Yvonne Schwarz.

20 Prozent ihrer Stelle ist für Leiter- und Bürotätigkeit eingeplant, die anderen 80 verbringt sie „am Kind“. Diese Zeit ist ihr wichtig: „Ich sehe meine Aufgabe als Erzieherin in erster Linie darin, dass sich das Kind lernt zu lösen und soziale Kontakte aufzubauen.“ Doch am Wichtigsten ist ihr, dass Kinder – und Eltern – gerne in den Kindergarten kommen. Natürlich habe auch sie mit neuen und anderen Ideen hier angefangen, doch im ersten Jahr geht es ihr in erster Linie darum, sich anzuschauen, wie es läuft. „Ich bin gerade noch Mittendrin am Kennenlernen.“

Sankt Jakobus ist ein recht kleiner Kindergarten – zwei Gruppen gibt es – in Trägerschaft der katholischen Kirche. Die Gemeinde stellt das Gebäude und kümmert sich um den Unterhalt. Das Platzangebot ist begrenzt, so fehlt unter anderem ein Raum, um mit Kleingruppen zu arbeiten. Und selbst im Sozialraum ist es drückend eng. Allein mit dem Mobiliar ist das Platzangebot ausgeschöpft, deshalb hat Schwarz nun bei der Gemeindeverwaltung nach Spinden gefragt, um Mäntel, Taschen und Schuhe der vier Kolleginnen verstauen zu können. „Ich hoffe, dass das klappt“, sagt sie. Ansonsten ist sie voll des Lobes, wie sie und ihre Kolleginnen in der täglichen Arbeit vom Bauhof und damit auch vob der Gemeinde unterstützt würden.

„Spielen, bewegen, singen“, kurz SBS, heißt ein Programm von Musikschule und Landesbank, in das Sankt Jakobus aufgenommen wurde. Jeden Dienstag kommt eine Mitarbeiterin der Markdorfer Musikschule, um vor allem mit sprachauffälligen Kindern im Bereich Musik, Bewegung und Rhythmik zu arbeiten. Im März nimmt eine weitere Mitarbeiterin die Arbeit auf.

Die Kinderkrankenschwester – Eltern kennen sie als Krankheitsvertretung – kommt als sogenannte Integrationshilfe zeitgleich mit einem Kind mit Down-Syndrom in den Kindergarten Ein weiteres Kind mit einer Einschränkung kommt im Sommer. „Die Welt ist im Wandel, und wir mit ihr“, sagt Schwarz. „Wir sind offen und neugierig und freuen uns darauf, was auf uns zukommt.“ Und dabei lacht sie ihr ansteckendes Lachen.

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