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Der Kirche fehlen Pfarrer und Dekan

Gleich zwei Stellen der evangelischen Landeskirche sind unbesetzt: Die Markdorfer Pfarrerstelle und die des Dekans.
Gleich zwei Stellen der evangelischen Landeskirche sind unbesetzt: Die Markdorfer Pfarrerstelle und die des Dekans.
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Markdorf sz Die Pfarrstelle der evangelischen Pastorin Iris Roland ist seit September unbesetzt – und das wird sich auf die Schnelle wohl nicht ändern, sagt Pfarrer Andreas Quincke, der sich zusammen mit seiner Frau Christiane die andere Pfarrerstelle für Markdorf, Bermatingen, Deggenhausertal und Kluftern teilt. Nur einen Interessenten gab es bislang für Markdorf. Und der habe sich nicht zu einer Bewerbung überwinden können. In diesem speziellen Fall sei es angeblich an der Pfarrerswohnung gescheitert, die nicht zugesagt habe.

Als weitere Gründe für das verhaltene Interesse nennt Quincke, dass Markdorf am südöstlichen Rand des Gebiets der Landeskirche Karlsruhe liegt – „die Rheinschiene ist weitaus gefragter“. Zudem hat auch die evangelische Kirche an der demografischen Entwicklung zu leiden: „Immer weniger Pfarrvikare kommen nach.“

Nun soll die Stelle erneut im Mitteilungsblatt der Landeskirche ausgeschrieben werden. Tut sich dann immer noch nichts, dann macht die Landeskirche einen entsprechenden Vorschlag. Der muss dann vom Kirchengemeinderat gutgeheißen werden.

Andreas Quincke hat in dieser Übergangszeit seine Arbeitszeit von 50 Prozent auf eine volle Stelle aufgestockt. Teilweise hilft die Immenstaader Pfarrerin Martina Schüssler aus. Zudem kommen ehrenamtliche Helfer zum Einsatz, um die Lücke zu schließen. An der Anzahl der Gottesdienste oder anderen elementaren Dingen wie beispielsweise dem Konfirmandenunterricht soll sich durch den Weggang von Roland aber nichts ändern.

Im Januar klärt sich der Dekanatssitz

Es ist nicht die einzige Vakanz, mit der die evangelische Kirche derzeit zu kämpfen hat. Dekanin Susanne Erlecke ist ebenfalls seit September weg. Ihre Nachfolge ist noch nicht einmal ausgeschrieben. Aus gutem Grund: Im Zuge dieses Wechsels hinterfragt die Synode des Dekanats Überlingen-Stockach den bisherigen Dekanatssitz Salem. Mitte Januar soll geklärt sein, ob es bei Salem bleibt oder ob der Sitz nach Überlingen verlegt wird. Denn die Belastung in der Doppelfunktion als Pfarrer für Salem und Heiligenberg und Dekan „ist einfach zu groß“, sagt Andreas Quincke. In Überlingen, in dem es schon jetzt zwei Pfarrerstellen gibt, könnte man diese Zuständigkeiten eher aufteilen.

Falls es bei Salem bleibt, gibt es die Überlegung, einen zusätzlichen Diakon einzustellen. „Auf jeden Fall soll der oder die neue Dekanin mehr als bisher entlastet werden.“ Susanne Erlecke war in ihrer Gemeinde zuletzt für ihre Amtsführung kritisiert worden. Nach dem Rücktritt von fünf teilweise langjährigen Mitgliedern aus dem evangelischen Kirchengemeinderat Salem und Heiligenberg waren diese Gremien kirchenrechtlich nicht mehr handlungsfähig.

Markdorf ist als Dekanatssitz aus dem Rennen. Wohl auch wegen seiner Randlage. Das Dekanat Überlingen-Stockach mit rund 33000 Kirchenmitgliedern erstreckt sich von Steißlingen bis Immenstaad und im Norden bis Pfullendorf. Für den Posten als Dekan wollen weder Andreas Quincke noch seine Frau kandidieren. „Das kommt für uns nicht infrage.“ Üblich sei, dass ein neuer Dekan von außerhalb des Kirchenbezirks kommt – „das hat sich bewährt“. Andreas Quincke hofft, dass die Entscheidung noch im Frühjahr fällt. Selbst dann könne es sein, dass bis Sommer eine Vakanz besteht.

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