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Der Barbier von Aalen

In einem Aalener Herrenfriseurgeschäft fanden die Vorentscheide der „International Barber Awards“ statt
Sechs Barbiere kämpften in Aalen um den Einzug ins Finale.
Sechs Barbiere kämpften in Aalen um den Einzug ins Finale.
Anja Lutz

Aalen sz Was früher der Barbier war, ist heute ein „Barber“. Männer, die Wert auf Ihr Äußeres legen und sich nicht nur die Haare schneiden lassen möchten, gehen nicht mehr nur zum normalen Herrenfriseur. In so genannten „Barber Shops“ wird geschnitten, rasiert und shamponiert. Den besten Barber der Welt möchte Micha Birkhofer von 1o1 Barbers finden. 2015 wurden die sogenannten „Barber Awards“ ins Leben gerufen. Im vergangenen Jahr waren Teilnemer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz dabei. Nachdem das Interessse aus dem Ausland stark gestiegen ist, wird 2017 erstmals ein großer internationaler Wettbewerb mit Teilnehmern aus den verschiedensten Ländern, darunter Frankreich, Spanien oder Belgien ausgetragen.

Die erste Runde läuft übers Internet

Bevor am 22. Oktober in Nürnberg der beste Barber der Welt gekürt wird, finden verschiedene Vorentscheidungen statt. Die erste Runde lief übers Internet. „In der Online-Runde findet eine erste Vor-Selektion statt“, erklärt Birkhofer. Die Bewerber stellen sich und ihre Arbeit anhand von Bildern vor. Wer online überzeugt hat, wird zu einem Live-Qualifying eingeladen. Von diesen Vorrunden, in denen sich die Barbiere fürs Finale qualifzieren, fanden dieses Jahr schon mehrere in London, Glasgow oder Madrid statt. Aber auch in Aalen kämpften sechs Barbiere aus Baden-Württember, darunter ein Teilnehmer aus Crailsheim, zwei aus Stuttgart, einer aus Ludwigsburg und zwei aus Siengen, um den Einzug ins Finale. Diese Vorentscheidung fand im Barber Shop „Gentlemans Barber“ von Bülent Yilmaz in der Gartenstraße statt. Betritt man diesen Salon, fühlt man sich fast wie in einer Whiskey-Bar aus vergangenen Zeiten. Der Raum ist komplett in warmen Brauntönen gehalten, Getränke sind bereit gestellt. Große, gemütliche Ledersofas laden zum Verweilen vor dem Kamin ein.

Siebzig Minuten Zeit haben die Teilnehmer, um ihren Modellen einen Business-Haarschnitt zu verpassen und sie nass zu rasieren. Vorher-/Nachher-Bilder helfen der Jury bei der Bewertung der Arbeiten. Dabei kommt es nicht nur auf Präzision an. „Die Juroren achten neben der Qualität des Haar- und Bartschnittes auch auf Hygiene und den Barbier selbst“, sagt Birkhofer. So fließe zum Beispiel auch in die Bewertung ein ob eine frische Klinge benutzt werde oder ob die Kanten an Haaren und Bart exakt geschnitten seien. Wichtig sei auch der Gesamteindruck des Barbiers, sein Zeitmanagement und sein Umgang mit dem Kunden, so Birkhofer weiter. In Nürnberg müssen die Barbiere dann noch einmal zeigen, was in ihnen steckt. „Wir wollen im Wettbewerb die drei Dienstleistungen der Barbers zeigen, die Nassrasur, der Voll- sowie Teilbartschnitt und den Haarschnitt“, sagt Birkhofer. Daneben gebe es im Finale auch einen kreativen Teil. „Da können sich die Barbiere austoben. Da erwarten wir dann schon etwas Besonders, einen Wow-Effekt“.

Eine spezielle Ausbildung brauchen die Barbiere nicht, um am Wettbewerb teilzunehmen. “Wir haben Quereinsteiger, aber auch Barber mit einer klassischen Friseurausbildung dabei“ , erklärt Birkhofer. Wer die besseren Chancen habe, könne man nicht pauschal sagen. In Aalen konnte schließlich Can Misirra aus Ludwigsburg mit Rasiermesser und Schere überzeugen. Er konnte sich direkt für das Finale im Oktober qualifizieren. In einem Nachrückverfahren könnten gegebenenfalls aber noch weitere Teilnehmer nachrücken, sagt Bettina Ludewig, von 1o1 Barbers.

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