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Das Wohnmobil wird zum Chauffeur

Hymer und Carthago präsentieren sich auf dem Caravan-Salon in Düsseldorf
Auf dem Caravan-Salon in Düsseldorf informieren sich die Messebesucher über die neuen Trends bei Wohn- und Reisemobilen.
Auf dem Caravan-Salon in Düsseldorf informieren sich die Messebesucher über die neuen Trends bei Wohn- und Reisemobilen.
dpa

Düsseldorf ank/mws Die neuesten Trends und Entwicklungen bei Reise- und Wohnmobilen sind derzeit auf dem Caravan-Salon in Düsseldorf zu sehen. Sowohl Carthago aus Aulendorf als auch Hymer aus Bad Waldsee präsentieren ihre neuesten Entwicklungen.

Der Hersteller Hymer setzt auf Elektromobilität, Leichtbau und autonomes Fahren. Denn schon 2030 sollen die ersten vollautonomen Reisemobile von Hymer über die Straßen rollen. Ziel eingeben, Füße hochlegen und entspannen, bis man da ist, wo man hinwill. So stellt sich Jörg Reithmeier, Mitglied des Vorstands der Erwin Hymer Group, die Zukunft des Wohnmobils vor: „Dadurch wird das mobile Reisen spürbar entschleunigt, denn die Erholung beginnt bereits beim Einstieg ins Reisemobil.“ In Kanada testet Hymer nach eigenen Angaben bereits autonom fahrende Reisemobile im öffentlichen Straßenverkehr. Damit der Autopilot sicher und zuverlässig arbeiten kann, müsse das Fahrzeug seine Umgebung erkennen, zum Beispiel den befahrbaren Raum, bewegte Objekte, Verkehrszeichen und Ampeln.

Alle Daten sammle das Reisemobil mit Kartendiensten, Radarsystemen, Kamerasystemen, Sensoren und Nachtsichtsystemen. Forschungsziel sei es, die Daten in einem System zusammenzubringen und über einen Cloud-basierten Abgleich in Echtzeit zu verarbeiten.

Um den Komfort für den Passagier weiter zu erhöhen, setzt Hymer auf Vernetzung, wie Jan de Haas, Vorstandsmitglied bei Hymer, erklärt: „Das Wichtigste dabei: Es muss für die Nutzer einen klaren Mehrwert besitzen. Unnötige Anwendungen und Spielereien stören das Bedienerlebnis.“ So sollen wenige Fingertipps ausreichen, um online einen Stellplatz zu buchen, Füllstände zu kontrollieren oder Verriegelung, Klima und Licht zu steuern. Überwachungsfunktionen wie ein Smartphone-Alarm bei Gasaustritt sollen für Sicherheit sorgen.

Bei der Antriebstechnik bietet Hymer eine Alternative zum Verbrennungsmotor an und präsentiert auf dem Caravan Salon ein rein elektrisch angetriebenes Reisemobil – die Studie e.home. Durch drei in das Chassis integrierte Natrium-Nickelchlorid-Batterien mit einer Leistung von dreimal 76 Amperestunden bei 400 Volt soll das Gefährt bis zu 180 Kilometer weit fahren können. Laut Hymer bezieht der gesamte Wohnbereich Strom über die Fahrzeugbatterien. Damit entfalle die Abhängigkeit von Gas, es werde ausschließlich mit Strom gekocht und geheizt. Zusätzlich solle eine Photovoltaikfolie auf dem Fahrzeug 3000 Watt produzieren. Damit wird das Mobil zum Stromproduzenten und -speicher. „Unser Entwicklungsfokus liegt zurzeit auf Themen wie Batteriekapazität, Fahrzeuggewicht und Konstruktion, denn wir wollen die Reichweite unserer Fahrzeuge zügig erhöhen. Unser Elektromobil erlangt die Marktreife, wenn es 500 Kilometer fahren kann, ohne dass es zwischendurch aufgeladen werden muss“, sagt Reithmeier.

Größere Bäder, größere Garagen

Der Hersteller Carthago präsentiert auf der Messe laut eigener Mitteilung den Ausbau seiner Produktpalette auf nun insgesamt 56 Modelle sowie zahlreiche Verbesserungen und Verfeinerungen bestehender Modelle. Besonders beim Raummanagement durch Optimierung der Grundrisse wolle man beim Kunden punkten, beispielsweise mit großen Bädern und großen Betten. Größer geworden sei auch die Heckgarage für E-Bikes, Roller und andere Sportgeräte mit einer Höhe von 1,25 Metern, die nun auch in Kombination mit einem Queensbett bestellbar sein soll. Weitere Verfeinerungen der Carthago-Produktpalette seien durchgehende Doppelböden, leistungsstärkere Heizungen und optimierte Beleuchtungssysteme.

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