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Das Tschillers in Aalen schließt - Nachfolgerin ist bereits gefunden


Inhaber Sebastian (Sebbo) Kampmann im Gespräch über die Schließung seiner Kultkneipe Tschillers.
Inhaber Sebastian (Sebbo) Kampmann im Gespräch über die Schließung seiner Kultkneipe Tschillers.
Peter Schlipf

Aalen sz Aalen - „Nach 14 Jahren verabschiedet sich das TSchillers.“ Diese Facebook Nachricht hat bei den zahlreichen Stammgästen und Freunden der beliebten Aalener Szenebar eingeschlagen wie eine Bombe. Über ein Jahrzehnt hat das Tschillers im Hirschbach mit Partyvielfalt und Fußballübertragungen die „Gastrolandschaft“ mitgeprägt. Jetzt hat das Tschillers die Türen für immer geschlossen. Über die Hintergründe und neuen Perspektiven hat sich unserer Mitarbeiter und bekennender Tschillers Stammgast Lars Eigenbrodt mit Inhaber Sebastian (Sebbo) Kampmann unterhalten.

In den letzten Tagen ist über das plötzliche Ende des Tschillers in Aalen viel spekuliert worden. Was sind die Gründe für deine Entscheidung das Tschillers nach dieser langen Zeit aufzugeben?

Kampmann: Die Entscheidung das Tschillers aufzugeben ist sicherlich nicht über Nacht getroffen worden, sondern war an einen längeren Entscheidungsprozess gekoppelt. Im Frühjahr dieses Jahres habe ich schließlich eine Maklerin damit beauftragt, sich nach einer geeigneten Nachfolge umzusehen. Meine Entscheidung für die Aufgabe des Tschillers wurde letztendlich von drei wichtigen Faktoren beeinflusst.

Welche Faktoren sind das?

Kampmann: Der wichtigste Beweggrund war sicherlich meine veränderte private Situation. Meine Freundin und ich erwarten in Kürze zum zweiten Mal Nachwuchs und dieser Aufgabe möchte ich mich in aller Ruhe widmen. Zudem habe ich vor längerer Zeit eine neue Firma gegründet die sich auf Textildruck spezialisiert und dort bereits ein sehr gutes Netzwerk mit renommierten kooperativen Partnern aufgebaut. In dem geht es darum beispielsweise T-Shirts für Events, Firmen, Abschlussklassen und so weiter zu bedrucken. In diese berufliche Aufgabe und Perspektive möchte ich zukünftig mehr Zeit und Energie investieren. Der dritte Grund ist sicherlich auch nicht unwesentlich. Die Rahmenbedingen für die Fußballübertragung haben sich absolut nicht verbessert.

Was konkret meinst du mit den verschlechterten Rahmenbedingungen?

Kampmann: Es ist ja kein Geheimnis, dass durch die Neuvermarktung der TV- Verträge viele Gastronomen an an ihre Belastungsgrenzen kommen. Vielleicht ein Beispiel dazu: Als wir im Jahr 2003 mit dem TSshillers angefangen haben, mussten wir pro Monat 89 Euro für die Fußballübertragungen bezahlen. In der letzten Saison wurde mittlerweile das siebenfache im Monat aufgerufen. Deswegen waren wir gezwungen die Getränkepreise den gestiegenen TV Kosten anzupassen. In diesem Jahr werden einige Spiele über Eurosport 2 und nur über Livestream zu empfangen sein. Das bedeutet wiederum, dass man gezwungen wird, immer auf dem neuesten technischen Stand zu bleiben. Das ist eine Kostenspirale die am Ende einfach keinen Spaß mehr gemacht hat.

Kommen wir zu positiveren Themen. Das Abschiednehmen heißt zwangsläufig auch, sich an die Anfänge zu erinnern. Wie ging es damals 2003 mit dem Tschillers los? Kampmann: Meine damalige Geschäftspartnerin Teresa und ich saßen in Ulm im Biergarten und überlegten beide, uns beruflich zu verändern. Dabei entstand die Idee eine chillige Musikkneipe mit Events und Konzerten in Aalen zu entwickeln. Aus Teresa, Sebastian und chillen ist schließlich der Name „Tschillers“ entstanden und wir haben unsere Idee in die Tat umgesetzt.

Was bleibt dir nach 14 Jahren Tschillers am meisten in Erinnerung?

Kampmann: In erster Linie bin ich sehr dankbar dafür in den 14 Jahren Tschillers viele tolle Menschen kennengelernt zu haben. Daraus sind wertvolle Freundschaften entstanden.

Zudem hatte ich das Glück sehr zuverlässige und loyale Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu haben, die unsere Philosophie, dass der Gast schnell und freundlich bedient werden sollte, perfekt umgesetzt haben. Inhaltlich bleibt bei mir beispielsweise hängen, dass wir ab 2004 die wahrscheinlich erste Bar im Ostalbkreis waren, die Shishas für ihre Gäste im Angebot hatte. Das Herzstück des Tschillers waren natürlich immer unsere Partys. Wir waren immer bemüht, neue Wege zu gehen und haben einige neue Partykonzepte, wie beispielsweise die Kopfhörerparty nach Aalen transportiert. Zu guter Letzt waren wir immer auch eine Fußballkneipe, die viele heiße Fußballspiele und die dazugehörige Stadionatmosphäre im „Wohnzimmer“ Tschillers ermöglicht hat.

Kommen wir zum Abschuss unseres Gespräches zu einer Frage, die sicherlich viele Stammgäste brennend interessiert. Das Tschillers verabschiedet sich und eine neue Bar tritt die Nachfolge an?

Kampmann: Das ist richtig. Ich darf vielleicht so viel verraten. Eine Nachfolgerin ist gefunden, die im September unter neuem Namen eröffnen wird. Da ich bei der Suche nach einer Tschillers Nachfolge maßgeblich beteiligt war, war es mir persönlich ein Anliegen, dass die Bedürfnisse unserer Stammgäste, wie beispielsweis die Fußballübertragen auch zukünftig realisiert werden.

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