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Riedlingen (Donau)
Lokales

Citymanagerin Silvia Pöhlsen verlässt Riedlingen

Kündigung zum Jahresende – Im neuen Jahr werden Strukturen auf den Prüfstand gestellt
Citymanagerin Silvia Pöhlsen (stehend) hat zum 31. Dezember ihre Stelle gekündigt. Frank Oster (links) von der RGW, Kornelia Eisele (HGR und RCM) sowie Bürgermeister Marcus Schafft wollen in den nächsten Monaten Struktur und Prozess der Stelle überdenken.
Citymanagerin Silvia Pöhlsen (stehend) hat zum 31. Dezember ihre Stelle gekündigt. Frank Oster (links) von der RGW, Kornelia Eisele (HGR und RCM) sowie Bürgermeister Marcus Schafft wollen in den nächsten Monaten Struktur und Prozess der Stelle überd
Bruno Jungwirth

Riedlingen sz Die Riedlinger Citymanagerin verlässt die Stadt: Silvia Pöhlsen hat zum 31. Dezember ihre Stelle gekündigt und wechselt in die Stadtverwaltung Ehingen. Der Vertrag der Citymanagerin wäre noch bis Ende Oktober 2018 gelaufen. Ob die bis dato befristete Stelle erneut ausgeschrieben und die Laufzeit verlängert wird, werden der Gemeinderat und der Riedlinger City- und Marketingverein (RCM) in den kommenden Monaten diskutieren.

„Der Schritt ist mir total schwer gefallen“, sagt Silvia Pöhlsen. „Mit viel Herzblut“ habe sie die Aufgabe gemacht. Und noch gibt es viele Themen, die es anzupacken gilt, die sie noch gerne fortgeführt hätte. Aber die Zukunft der Stelle ist auf lange Sicht ungewiss. Daher hat sie sich nun für den beruflichen Wechsel zum Jahresende entschieden.

Silvia Pöhlsen ist die erste Citymanagerin der Stadt. Vor etwas über zwei Jahren hat sie mit der Übernahme der Position Neuland in Riedlingen betreten. Dem ging ein mehrjähriger Stadtmarketingprozess voraus, der in der Gründung des Riedlinger City- und Managementvereins mündete. Unter diesem Dach sind sowohl der Handels- und Gewerbeverein (HGR) als auch die Riedlinger Gemeinschaftswerbung (RGW) und die Stadt Riedlingen vereint.

Die Citymanagerin ist seither beim RCM angestellt, allerdings auf Teilzeit. Ihr Stellenumfang betrug 50 Prozent, doch im ursprünglichen Modell war enthalten, dass sie an der SRH Fernhochschule Riedlingen berufsbegleitend mit einem Stipendium studiert und so ihre Praxisarbeit in die Theorie einbetten kann – wissenschaftlich begleitet durch die SRH. Doch dieses Studium hat die Citymanagerin nach relativ kurzer Zeit aufgegeben. Sie hätte auch gern mit einem höheren Stellenanteil gearbeitet. Das wurde aber Anfang des Jahres vom Gemeinderat abgelehnt.

An vielen Projekten war Silvia Pöhlsen beteiligt; auch Projekte die nicht unbedingt einer Citymanagerin zuzuordnen sind. So hat sie sich um die Taubenplage in der Altstadt gekümmert, um recyclebare Hundekotbeutel, um eine Gestaltungssatzung in der Innenstadt; auch die Umstellung auf LED-Leuchten, das Leerstandsmanagement, der Christkindlesmarkt, die Gesundheitstage oder die Innenstadtmöblierung waren Themen, an denen sie beteiligt war. Und vor allem beim 1. Theatersommer im Jahr 2016, an dem sie intensiv beteiligt war. Der bleibt als eine Erfolgsgeschichte mit ihrem Namen verbunden.

Drei Beteiligte am RCM heißt auch drei verschiedene Ansprüche, die geltend gemacht wurden. Nicht immer war klar, welche Aufgaben die Citymanagerin per se nun erfüllen soll – mehr Grundsätzliches im Stadtmarketing oder eher Aktionen für die Händlerschaft in der Innenstadt. Vieles sei auch aus personeller Not heraus entschieden worden, aus der „Akutheit“ der Themen. Zumal nach dem Ausscheiden des damaligen Wirtschaftsförderers. Letztlich hätte sich die scheidende Citymanagerin mehr Einfluss auf die Prioritätensetzung erhofft. „Ich hätte mir gewünscht mehr Gehör zu finden, dass das Vertrauen da ist, dass ich selbständig Projekte umsetzen kann, die sinnvoll sind.“

Ob und wann die Stelle wieder besetzt wird, wird sich im neuen Jahr entscheiden. Dann startet ein Evaluierungsprozess. Gemeinsam werden Gemeinderat, HGR und RGW unter Begleitung von Professor Steffen Bouchard von der SRH Fernhochschule die Arbeit und Abläufe der vergangenen zwei Jahre, aber auch die Strukturen genauer anschauen und ihre Schlüsse für die Zukunft ziehen. Vor Ablauf dieser Auswertung wird wohl keine Ausschreibung erfolgen.

Damit gerechnet

Riedlingens Bürgermeister Marcus Schafft spricht von einer „persönlichen Entscheidung“ von Silvia Pöhlsen. Er zieht eine positive Bilanz ihrer zweijährigen Tätigkeit, vor allem „der Theatersommer war ein gutes Projekt“. Kornelia Eisele, Vorsitzende des RCM und in Personalunion des HGR, bedauert das Ausscheiden von Silvia Pöhlsen. Gleichwohl hatte sie damit gerechnet. „Ich habe es gefühlsmäßig erwartet“, so Eisele. Sie kann den Wunsch nach einer sicheren berufliche Perspektive und nach einem deutlich höheren Stellenumfang nachvollziehen.

In der Rückschau erinnert sie daran, dass im Stadtmarketinggutachten zwei ganze Stellen definiert worden sind: eine für den Wirtschaftsförderer und eine für die Citymanagerin. Doch letztlich wurde mit einem Viertel dieses Budgets, nämlich nur mit einer 50-Prozent-Stelle, gearbeitet. Sie erinnert auch daran, dass man zunächst von einer 70/30-Kostenaufteilung ausgegangen sein: 70 Prozent übernimmt die Stadt und 30 die Handelsverbände. Doch auch das sei in ein 50/50 umgewandelt worden. „Für mich ist das Thema Stadtmarketing wichtig, ohne geht es nicht“, sagt Eisele. Dafür müssen auch personelle Ressourcen eingestellt werden, sonst „laufen die anderen Städte weiter und Riedlingen versinkt im Dornröschenschlaf“.

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Sodele jetzt möcht i au mal no mein Senf dazugäba. I be dr Willy ond be au von dr Gegand. Ob I jetzt zur inteläktuälla Mittelschicht ghör wois i it aber met mir kennet´dr au oifach schwätza. Mei früheres Fraule, d´ EVA, dia hat sich in LUft aufglöst ond IERe jUNGS (vielleicht au meine) waret am PROZESStag au da. Dr Richter hat nach so entschieden, wias dia gsagt hen.
Jetzt kennad dr euch ja denka was i vom EVALUIERUNGSPROZESS halt. Wenn i des Wort scho hör, da block i voll. Da hat dr Erscht voll räacht. Da kack au i drauf. mehr

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sorry, Kommentar 3 bezieht sich auf Kommentar 1

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@2 Sie schimpfen auf die Mieter meinen aber richtigerweise die Hauseigentümer. Haben Sie den Dank ihrem Nachbar schon mal persönlich (an)ausgesprochen?
Für die Schlichtung von Nachbarschaftsstreitigkeiten war Frau Pöhlsen nicht zuständig.
Tauben finden in einer Fugängerzone, in der Cafés und Gastaronomie das Stadtbild prägen, genug zum Fressen. Gehört nach wie vor zum urbanen wohnen. In Venedig sind es auch die Tauben und auf dem Land die Hühner, die gackern und der Hahn der kräht und in der Grüninger Siedlung die Krähn und Raben.
Wohin führt die Reise? mehr

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„Ich hätte mir gewünscht mehr Gehör zu finden, dass das Vertrauen da ist, dass ich selbständig Projekte umsetzen kann, die sinnvoll sind.“

Gedanken:
Es ist mir klargeworden, daß das, was wir unseren Willen nennen, die Drähte sind, die uns Marionetten bewegen und an denen Akteure mit unterschiedlichen Ansprüchen ziehen.

Vielen Dank Frau Pöhlsen, dass sie trotzdem solange durchgehalten haben. Vielleicht übernimmt jetzt Herr Leitz auch hier das Ruder. Wirtschaftsförderer und Citymanager in einem. Aber jetzt wird das Ganze erst mal richtig wissenschaftlich aufbereitet und nachgeforscht. Warum nicht, wenn´s nichts kostet. mehr

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Ich wohne mitten in der Stadt und habe von all den "Veränderungen" nichts mitbekommen ... mmmh, woran das wohl liegt? Fakt ist, für den Bürger hat sich nichts geändert. Tauben kacken mir inzwischen auf den Balkon ... hier einen Dank an meinen Nachbarn der sie anfüttert und Unterschlupf gewährt; die Bruchbuden stehen immer noch leer oder sind von Mietern bewohnt, denen unsere schöne Altstadt am Hintern vorbei geht ... hier einen Dank an die Hauseigentümer die mehr an den Einnahmen der Miete interessiert sind, als daran, das Stadtbild zu verschönern/erhalten.
Was ich sagen will ... den Job einer City-Managerin könnt ihr euch sparen ... die Innenstadt verkommt so oder so wenn die Hauseigentümer nicht bereit sind daran zu arbeiten ...!
Ich muss hier leider weg ... mir fehlt der intellektuelle Mittelstand in Riedlingen. mehr

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