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Christen und Muslime tauschen sich über ihre Gebete aus

Seminar im Haus im Weinberg lädt zum Gespräch über Gebete und Glaubensbekenntnisse nach Markdorf ein
Kristina Wagner, Hanna Kröger-Möller und Ulrich Hund laden zum Seminar über christliche und muslimische Gebete ein.
Kristina Wagner, Hanna Kröger-Möller und Ulrich Hund laden zum Seminar über christliche und muslimische Gebete ein.
Gempp

Markdorf sz Wie beten Muslime und wie beten Christen? Und welche Glaubensbekenntnisse haben die beiden Weltreligionen? In einem Seminar des christlichen Bildungswerkes Markdorf und der Evangelischen Erwachsenenbildung soll ein interreligiöser Dialog über das Thema „Beten“ entstehen. „Wir müssen vor allem über Dinge reden, die den Alltag berühren, so wie zum Beispiel das Gebet“, sagt die evangelische Pfarrerin Kristina Wagner.

Gemeinsam mit dem Christlichen Bildungswerk Markdorf organisiert die Evangelische Erwachsenenbildung den Seminarabend unter dem Motto „Christen und Muslime unterwegs zum Dialog“. Miteinander sprechen und sich kennenlernen soll an diesem Abend im Mittelpunkt stehen. Es gehe nicht darum, den jeweils anderen von der eigenen Religion zu überzeugen. „Es geht in diesem Seminar darum, sich selbst zu vergewissern: Wie bete ich eigentlich? Und wie begegne ich selbst Gott in meinem Alltag?“, sagt Mitorganisatorin Hanna Kröger-Möller von der Evangelischen Erwachsenenbildung. Zusammen mit Ulrich Aeschbach aus Überlingen wird sie durch den Abend führen. Zu Gast werden die beiden Muslime Hüseyin Tuncay, Sprecher der drei Friedrichshafener Moscheen, und Emel Coban, Vorsitzende im Rat der Nationen, sein.

Reger und offener Austausch

Der Austausch zwischen den Gläubigen beider Religionen sei schon seit Jahren aktuell und werde zurzeit auch täglich aktueller, meint Kröger-Möller: „Uns war es auch ganz wichtig, dass am Seminar Muslime teilnehmen, die selbst aus ihrem Leben berichten können.“ Das Ziel sei, sich gegenseitig besser kennenzulernen und erkunden, in welcher Form ein Miteinander weitergehen kann. Der Abend sei daher nicht als Vortrag geplant, sondern als offene Dialogrunde. Ein reger Austausch über die unterschiedlichen Formen zu beten und sich zu seinem jeweiligen Glauben zu bekennen solle entstehen. Dass es dabei auch zu Meinungsverschiedenheiten kommen könnte, das sei klar, sagt Pfarrerin Kristina Wagner: „Wo Menschen zusammen leben, braucht man den Dialog. Dass es dabei zu Konflikten kommen könnte und man sich nicht über alles einig wird, das ist uns bewusst. Unser Ziel ist es auch nicht, die Thematik weichzuspülen. Wir wollen ganz bewusst miteinander ins Gespräch kommen.“

Der Seminarabend schließt sich an einen Termin im vergangenen September an, der ebenfalls unter dem Motto „Christen und Muslime unterwegs zum Dialog“ stand. In jedem Halbjahr möchte das Christliche Bildungswerk einen ähnlichen Seminarabend anbieten.

Unabhängige Seminare

Als ein nächstes Thema wäre der Schwerpunkt „Gebäude in beiden Religionen“ denkbar, erklärt Kröger-Möller. „Die Seminarreihe wird locker geplant, von Abend zu Abend. Beim nächsten Termin wollen wir mit den Menschen dann auch offen darüber reden, wie ihnen die Seminarform gefällt und ob sie weitermachen wollen.“ Danach werde sie mit Erwachsenenbilder Aeschbach zusammen das nächste Thema vorbereiten. Geplant sei bisher ein weiterer Termin im September. Interessierte können die Seminare aber jeweils unabhängig voneinander besuchen.

„Wir wollen nicht locker lassen und immer wieder den interreligiösen Dialog suchen,“ sagt der katholische Pfarrer Ulrich Hund. Sich gegenseitig besser zu verstehen , sich auszutauschen und zu respektieren sei das Wichtigste.

Das Seminar findet am Montag, 27. März, ab 19 Uhr im Haus im Weinberg statt. Um Anmeldung unter cbw-planung@ekima.de wird gebeten, ist aber nicht erforderlich. Auch Kurzentschlossene sind willkommen. Der Beitrag für den Abend beträgt 7 Euro.

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