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Buck sorgt für Freizeitspaß

Dürmentinger Unternehmen liefert bis Dubai, Korea und Iran
Im Bayernpark steht die Buck'sche Hügelrutsche.
pivat

Dürmentingen sz Wer kennt ihn nicht, den rot-weiß-gestreiften Leuchtturm mit Röhrenrutsche in Käpt’n Blaubärs Abenteuerland. Ist er doch eine markante Attraktion im Ravensburger Spieleland. Auch im Heidepark in Soltau und im Europapark in Rust stehen Leuchttürme aus Dürmentingen. Und wer schon mal auf dem Baumwipfelpfad im Naturerlebnispark Scheidegg in luftiger Höhe unterwegs war, hat vielleicht nach einer rasanten Abfahrt durch die Röhrenrutsche wieder festen Boden unter den Füßen bekommen.

Entwickelt, konstruiert und gebaut werden diese raffinierten Freizeitgeräte bei Buck in Dürmentingen – dort befasst sich Geschäftsführer Ulrich Bertler und seine Entwicklungsabteilung mit Kundenwünschen sowie neuen Spielideen und sucht nach Möglichkeiten, diese Realität werden zu lassen. Und das gelingt den kreativen Köpfen, die für Spaß und Freude von Jung und Alt in der Freizeit sorgen.

„Die Gesellschaft wird immer älter“, sagt Ulrich Bertler. Darauf hat der Dürmentinger Freizeitgerätehersteller längst mit seinem Aktivprogramm reagiert. Dieses beinhaltet Spielgeräte, die sowohl für Senioren als auch für Kinder attraktiv sind. Ein weiteres Standbein ist die Herstellung von Draisinen: Auf 20 Schienensystemen stillgelegter Eisenbahnstrecken in ganz Deutschland sowie in Österreich laufen Draisinen von Buck. Und damit die Anstrengung auch für ältere Herrschaften nicht zu groß wird, wurden die Draisinen im Stil eines E-Bikes weiterentwickelt. Gute Ideen werden von Buck in Dürmentingen auch für Integrationsspielplätze umgesetzt. Etwa ein Karussell, dessen Drehscheibe in den Boden eingelassen ist und so auch mit dem Rollstuhl befahrbar wird. Auch eine Rollstuhlfahrerschaukel bietet die Firma Buck an. 50 Prozent der Integrationsspielgeräte gehen in die Niederlande. Aber auch in Deutschland ist die Nachfrage da – überwiegend für Spielplätze bei Heimen für behinderte Menschen.

Zu den Kunden des Dürmentinger Freizeitgeräteherstellers gehören namhafte Anbieter von Spielgeräten in Europa. Bringen diese neue Kataloge heraus, wird zuvor oft bei Buck in der Hochbergstraße nachgefragt, ob es dort zündende Ideen für neue Spielgeräte gibt. Ein weiteres Produkt von Buck, das vorwiegend in den Export geht, sind Skateanlagen wie Half- und Quarterpipes. Diese finden vor allem in Teheran, Dubai und Korea großen Anklang.

Bekannt sind die Spielgeräte von Buck auch aus dem Kindergartenbereich – in nächster Nähe stehen neue Außenspielgeräte in den Kindergärten in Dürmentingen, Heudorf und Ruppertshofen. „Der Trend geht heute zum Stahlspielgerät“, sagt Ulrich Bertler, der dies in der Langlebigkeit und der Resistenz gegen Vandalismus begründet sieht.

Dass dieser Sektor einmal ein eigenstehender Unternehmensbereich werden würde, war bei der Firmengründung im Jahr 1961 zuerst nicht vorgesehen. Georg Buck hatte sich damals im landwirtschaftlichen Gebäude seiner Eltern in der Hochbergstraße mit einer eigenen Drehbank selbständig gemacht. Gerade als die Dreherei gut lief und das erste Produktionsgebäude errichtet war, bedrohte eine gewaltige Wirtschaftskrise das Unternehmen.

Doch Georg Buck wagte Neues und bot im Jahr 1966 auf der Nürnberger Spielwarenmesse seine Ringcarbahn sowie Schaukeln und Rutschbahnen an, die er für seine eigenen Kinder gebaut hatte. Damit hatte er großen Erfolg und sein Unternehmen war gerettet. Daneben wurde mit modernster CNC-Technik die Herstellung von anspruchsvollen Maschinenbauteilen weiterentwickelt. Weil man hier aber als Zulieferer immer großen Konjunkturschwankungen unterworfen ist, entschied man sich im Jahr 1990 für den weiteren Ausbau des Spielgerätesektors.

Schwäbische Tüftler

Ein neuer Mitarbeiter, der ursprünglich den Vertrieb übernehmen sollte, wurde eingestellt. Fündig wurde man in dem Maschinenbautechniker Ulrich Bertler, der heute geschäftsführender Gesellschafter im Unternehmen Buck-Freizeitgeräte ist. Nicht nur im Vertrieb, sondern auch in der Konstruktion fand Bertler seinen Arbeitsplatz, denn dort konnte er seiner Kreativität freien Lauf lassen. Verfügt er doch – genau wie Georg Buck – über den Ideenreichtum eines schwäbischen Tüftlers. Weil für beide Unternehmensbereiche am alten Firmenstandort auf die Dauer der Platz nicht reichte, entschied sich Harald Buck, den Bereich CNC-Technik auszulagern.

Das neue Produktions- und Verwaltungsgebäude im Gewerbegebiet Dautenhau wurde im Jahr 2002 bezogen. Dort produziert die Buck GmbH technisch anspruchsvolle CNC-Teile für Kranantriebe, Schiffsmotoren, Elektro- und Verbrennungsmotoren, Getriebe und mobilhydraulische Aggregate. Im Jahr 2004 wurde der Freizeitgerätebereich durch Gründung der eigenständigen Gesellschaft Buck Freizeitgeräte GmbH abgekoppelt, die sich in den vergangenen Jahren am alten Firmenstandort erfolgreich entwickeln konnte. Neben der Fertigung von Freizeitgeräten werden dort zwischenzeitlich auch Lohnarbeiten in den Bereichen Glasperlenstrahlen, Biegen und Schweißen ausgeführt.

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