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Biberach an der Riß
Lokales

Brunnenkünstler ist sauer über Abbau

Wolfgang Thiel hat kein Verständnis dafür, dass sein Brunnen nicht im Spitalhof bleiben darf

Biberach gem „Ich bin nicht beleidigt, sondern sauer“ – so reagiert der Stuttgarter Künstler Wolfgang Thiel auf die Entscheidung des Biberacher Gemeinderats, den von ihm vor knapp 20 Jahren geschaffenen Brunnen im Spitalhof abzubauen und einzulagern (SZ berichtete). Mit ihm sei im Vorfeld der Entscheidung nie über das Thema gesprochen worden, kritisiert er.

Bekannte hätten ihm vor einigen Tagen den SZ-Bericht über den Ratsbeschluss am vergangenen Donnerstag zukommen lassen. „So habe ich von der Sache erfahren“, sagt Thiel. Andere Argumente, außer dass der Brunnen „deplatziert“ sei und deshalb anscheinend weg müsse, habe er bislang nicht gefunden. Offenbar werde einem freien Platz eine höhere Bedeutung beigemessen. „Das ist dann auch eine Wertung“, sagt der Künstler.

Wenn die Stadt den Brunnen jetzt einlagern wolle, dann komme das aus seiner Sicht einer Entsorgung gleich. „Da muss man nicht drumherum reden“, so Thiel. Ansonsten hätte man aus seiner Sicht sofort einen Alternativstandort nennen müssen. Dann, so Thiel, hätte er auch versucht, sich vernünftig in den Prozess einzuschalten. Dass dies bislang nicht erfolgt sei, finde er schade und nicht fair. „So ein Kunstwerk ist ja auch ein Stück meiner selbst. Da fühlt sich so eine Entscheidung wie eine Art Amputation an.“ Er werde aber weiterhin auf eine städtische Reaktion warten. Die Stadtverwaltung hatte im Rat angekündigt, mit Thiel in Verhandlungen treten zu wollen. Denn vertraglich hat er bei einer Versetzung des Brunnens einen Anspruch auf eine Entschädigung von rund 27 000 Euro. Mit Thiel will die Stadt besprechen, ob diese Entschädigung möglicherweise auch geringer ausfallen kann, wenn der Brunnen einen neuen Standort erhält.

„Nicht mehr diese Bedeutung“

Der Künstler sieht einen anderen Standort kritisch. „An einem anderen Ort hat der Brunnen nicht mehr diese Bedeutung, wenn er dort als Dekoration aufgestellt wird.“ Der Brunnen beziehe sich auf die Figuren von Anton Braith und Christian Mali am Aufgang zur evangelischen Spitalkirche. „Ich habe den zwei Herren zwei Damen gegenübergestellt“, sagt Thiel. Ebenso kontrastiere die bunte Farbe des Brunnens mit dem Werkstoff Bronze der beiden Männerplastiken. Der Spitalhof sei der angemessene Raum für beide Kunstwerke. „Es wird schwer, da einen anderen idealen Standort zu finden, wenn er mehr sein soll als nur ein Deko-Element für einen Platz“, sagt Thiel. Er hatte den Brunnen 1998 im Auftrag einer inzwischen verstorbenen unbekannten Stifterin angefertigt, die sich dafür den Standort im Spitalhof gewünscht hatte.

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Kommentare (3)
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Es wäre eventuell hilfreich wenn sich alle Biberacher melden würden die in dessen Kunstwerk zwei Herren und zwei Damen erkennen konnten. Künstler die sich selbst völlig überschätzen gibt es genug, denke ich. mehr

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Ist ja nicht wirklich schön ,das Ding
Was muss der "Künstler" da gedacht haben , als es er das zusammenschusterte ?
Also weg damit auf den Schrottplatz

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Kunstwerk auf Zeit! Vertraglich hat der Künstler bei einer Versetzung des Brunnens einen Anspruch auf eine Entschädigung von rund 27 000 Euro. Wo liegt das Problem?

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