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Bodan als begehbares Geschichtsbuch

Stahlstelen und Aussichtspavillon sollen in der ersten Jahreshälfte fertig sein

Eines der zahlreichen Fotos, das für die Bodan-Ausstellung vorgesehen ist: der Stapellauf der MS Thurgau.
Eines der zahlreichen Fotos, das für die Bodan-Ausstellung vorgesehen ist: der Stapellauf der MS Thurgau.
pr

Kressbronn sz Eine Art begehbares Geschichtsbuch mit Informationen, die harmonisch in die einmalige Umgebung der ehemaligen Werft eingefügt werden, soll auf dem Kressbronner Bodan-Gelände entstehen. Die Menschen, die Schiffe und die Werft – auf drei Säulen soll sich die geplante Ausstellung stützen. Nachdem der Historiker und Bodensee-Schifffahrtsexperte Michael Berg das Projekt bereits inhaltlich ausgearbeitet und jede Menge historisches Material zusammengetragen hat, kümmert sich das Büro Hinterland aus Kressbronn nun um die Gestaltung und Umsetzung. In der jüngsten Gemeinderatssitzung stellten die Planer ihren bisherigen Konzeptentwurf vor, der jetzt bei weiteren Ortsterminen ausgearbeitet wird.

Als Erstes sollen die Stahlstelen sowie der Aussichtspavillon im Bereich des ehemaligen Bürogebäudes realisiert werden. Beides soll noch in der ersten Jahreshälfte fertiggestellt sein, berichtet das Büro Hinterland im SZ-Gespräch bei einem Vorort-Termin. Drei große Informationsstelen mit einer Höhe von 3,40 Metern sollen an der Bodanstraße aufgestellt werden, weitere drei sind auf dem restlichen Gelände vorgesehen. Entgegen dem ursprünglichen Entwurf habe man sich beim Pavillon inzwischen gegen Multimedia-Elemente entschieden, beispielsweise in Form von Audioberichten von Zeitzeugen. Für diese Art der Präsentation sei der Standort des Pavillons nicht geeignet, da die empfindliche Technik dort zu sehr der Witterung ausgesetzt sei. „Hier herrscht auch einfach zu viel Durchgangsverkehr“, weshalb man sich nicht in Ruhe aufs Zuhören konzentrieren könne, erklärt Martina Heise, Leiterin des Kressbronner Kulturbüros.

Es sei jedoch schon langfristig geplant, Multimedia-Elemente in die Ausstellung zu integrieren, betonen Hans Gaida, Sven Hiemer und Mark Minkner vom Büro Hinterland. Allerdings an anderer Stelle, vorstellen könne man sich so etwas beispielsweise in der Halle 1, wo auch die Gastronomie ihren Platz finden soll. Der Pavillon, der wie die gesamte Ausstellung frei zugänglich sein soll, werde dank einer entsprechenden Beleuchtung Tag und Nacht „nutzbar“ sein, so die Planer.

Wichtig sei bei dem Konzept für die Neugestaltung des Geländes, das Werft-Flair nicht zu verlieren: „Der industrielle Charakter soll erhalten bleiben“, betont Martina Heise. Daher wolle man beispielsweise auch alte Maschinen erhalten und es den Besuchern ermöglichen, deren ehemalige Funktion zu verstehen. Mit kreativen Ideen wie etwa einer in den Boden eingelassenen Seilverbindung zwischen dem Hellingwagen, dem „Herzstück“ der Halle 1, und der Seilwinde am gegenüberliegenden Ende der Halle, könnte dies gestalterisch umgesetzt werden.

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Kommentare (3)
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Die Werft hätte auf jeden Fall Zukunft gehabt , auch langfristig . Wenn man in einigen Jahren nur noch Passagier im eigenen PKW ist ( selbstfahrende Autos) ,
wird ein Segelboot manuell durch den Sturm steuern, oder ein Motorboot fahren, die letzte grosse Freiheit sein , die Männern noch übriggeblieben sein wird. mehr

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zu 1) Fast genauso schlimm wie die Sache selbst ist, dass diese kaum einen interessiert. Am wenigsten die Verantwortlichen der Gemeinde und des Gemeinderats. Aus guten Gründen. Geschichtsvergessenheit bestimmt das öffentliche Leben. mehr

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Und am Ende dieses Bodan-Geschichtsbuches steht dann hoffentlich auch, dass die Werft in die Insolvenz getrieben wurde, dass viele Menschen ihren Job verloren, dass schon Jahre vor der Insolvenz die Planungen für die Bebauung mit Luxuswohnungen begann, dass Bürgermeister Edwin ein Kaufangebot für die Werft in der Schublade verschwinden lies, welches einen Fortbestand der Werft ermöglicht hätte, usw. usw. usw., - nur damit das Geschichtsbuch dann auch wirklich vollständig ist, gell.... mehr

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