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Leutkirch im Allgäu
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Bauarbeiten an Center Parcs gehen zügig voran

Christoph Muth über den Allgäu-Ferienpark  – Bauarbeiten gehen zügig voran

Leutkirch sz Der Chef ist bereits vor Ort. Christoph Muth kümmert sich aktuell besonders intensiv um die Vorbereitungen für die Personalauswahl, er ist aber auch in Detailfragen eingebunden, wenn es um die Innenausstattung der 1000 Ferienhäuser des geplanten Ferienparks Allgäu nahe Leutkirch geht, den der Konzern Center Parcs Ende 2018 eröffnen will. Rund 350 Millionen Euro will das Unternehmen für die aktuell größte Tourismusinvestition in Deutschland bereitstellen.

Am 1. Oktober hat Muth seinen neuen Posten als „General Manager“ des Parks angetreten. Frank Daemen, der Deutschland-Chef aller Center-Parcs-Einrichtungen, betont bei einem Treffen mit der SZ-Redaktion, mit Muth übernehme ein Mann die Verantwortung, der mit dem Konzern vertraut ist. „Er besitzt die Center-Parcs-DNA“, sagt Daemen. Vereinfacht ausgedrückt: Das Management legt großen Wert darauf, zusammen mit dem Personal für alle Gäste eine Verbindung zur jeweiligen Region und deren Besonderheiten herzustellen. Bildmotive für die Wohneinheiten zählen dazu. Es gilt auch, Wiedererkennungswerte zu schaffen für jene Kundschaft, die mal an der Ostsee, mal im Sauerland, im Elsaß oder in den Niederlanden oder eben in Zukunft im Allgäu buchen möchten oder gebucht haben. Ein Markenbegriff entsteht nicht ohne gründliche Planung.

"Eine reizvolle Region"

Christoph Muth, Jahrgang 1964, hat im Allgäu gerne Quartier bezogen. Das liegt nicht nur daran, dass er in seinem früheren Berufsleben bei den Gebirgsjägern im Einsatz war. Oder dass er von 1989 bis 1992 in Ravensburg an der Berufsakademie studiert hat. Zurück zu den Bergen, oder zumindest in deren Nähe, das gefällt dem gebürtigen Würzburger, der die meiste Zeit seines Berufslebens in der Touristikbranche an Küsten verbracht hat. Anfangs in einem Robinsonclub in der Türkei. Weitere Stationen führten ihn nach Italien und Ägypten. 2006 hat er bei Center Parcs die Verantwortung für den Park Nordseeküste übernommen, hat sich im Laufe der Jahre konzernintern Respekt verschafft und immer schon ein wenig damit geliebäugelt, einmal im Allgäu landen zu können.

„Das ist eine reizvolle Region“, sagt Muth eher zurückhaltend. „Es ist schön, dabei zu sein“, diese Äußerung lässt sich der gelernte Koch entlocken beim Ausblick darauf, ein in diesem Ausmaß in Deutschland so noch nicht vorhandenes Tourismusvorhaben schon im Aufbau zu begleiten und später zu leiten. „Von zahnlos bis zahnlos“, so beschreibt Muth den Anspruch, ein Ferienangebot für alle Altersgruppen anzubieten. Center Parcs in der heutigen Auslegung versteht sich längst als Adresse dafür, dass sich mehrere Generationen gemeinsam als Familie oder aber auch in Kleineinheiten zurechtfinden in dem Angebot, die Freizeit zu gestalten.

Ein weiterer Bürgermeister

Frank Daemen bezeichnet Muth eher scherzhaft als einen neuen, weiteren Leutkircher Bürgermeister. Aber wenn in Spitzenzeiten bis zu 5000 Gäste im Urlauer Tann betreut werden sollen, wenn bis zu 1000 Beschäftigte dort in den verschiedenen Arbeitsfeldern aktiv sein werden, dann wirkt so ein Vergleich nicht völlig schräg. Aktuell geht es dem Konzern vorrangig darum, die Rohbauten voranzubringen, insbesondere für das Zentralgebäude, in dem in Zukunft sowohl viele gastronomische Angebote aber auch die große tropische Badelandschaft ihren Platz finden müssen. Gegen den Begriff „Spaßbad“ aber wehrt sich Daemen: „Wir wollen nicht das Neueste und das Verrückteste anbieten.“ Aber auch keinen Chlorgeruch. Das Grundkonzept sei so ausgerichtet, die im Allgäu entstehende Badelandschaft so naturnah wie möglich zu gestalten. Das beginne damit, schon jetzt die Voraussetzungen dafür zu schaffen, im kommenden Jahr Tropengewächse anpflanzen zu können.

Tropenfeeling im Allgäu. Steht alles, könnte das Konzept wie an anderen Orten auch funktionieren, sofern der anstehende Winter nicht alle Kalkulationen und Zeitpläne gefährdet. Bei Frost geraten nun mal Bauarbeiten schnell ins Stocken. Grundsätzlich, so Daemen, werde der Zeitplan aktuell aber eingehalten. In zwei große Bereiche haben die Planer das Herz des Parks unterteilt, „und wenn der zweite Abschnitt bis Ostern fertiggestellt sein wird, dann bekommen wir kein Problem“, sagt Frank Daemen. Mit dem Einsatz von fünf Baukränen trieben derzeit bis zu 500 Arbeitskräfte Tag für Tag das Projekt voran, für das der Konzern im kommenden Jahr sowohl bei der Internationalen Tourismusbörse in Berlin als auch bei der CMT in Stuttgart in größerem Stil werben will.

Derzeit, zum Teil mit Partnern aus der Region, konzentrieren sich ein belgisches, ein französisches und ein bayerisches Konsortium um den Bau der 1000 Ferienhäuser, die vorgefertigt angeliefert werden. Fast alle Erdarbeiten seien bereits erledigt, auch 90 Prozent der Infrastruktur für die Versorgungsleitungen seien verlegt. Noch bis Ende der Woche sollen die endgültigen Design-Regeln für die Innenausstattung mit Möbeln abgeschlossen sein. Häuserangebote in vier Ausstattungskategorien verspricht der Konzern.

Auch deshalb wird Christoph Muth in einer neuen Phase in der Geschichte des Konzerns eine Schlüsselposition einnehmen. So einen Park betreibt das Unternehmen im besonders attraktiven deutschen Markt noch nicht.

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