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Baindt will im digitalen Zeitalter ankommen

Freies WLan im Rathaus und auf dem Dorfplatz sowie eine Gemeinde-App sind geplant
Das Land Baden-Württemberg soll nach dem Willen von Innenminister Thomas Strobl digitale Leitregion in Europa werden. Auch die Gemeinde Baindt will seinen Beitrag dazu leisten.
Das Land Baden-Württemberg soll nach dem Willen von Innenminister Thomas Strobl digitale Leitregion in Europa werden. Auch die Gemeinde Baindt will seinen Beitrag dazu leisten.
Archiv: Colourbox

Baindt sz Die Gemeinde Baindt will ins digitale Zeitalter – und das schnell und mit einem ambitionierten Plan, den Kämmerer Wolfgang Abele in der jüngsten Gemeinderatssitzung vorstellte. „Wir müssen Schritt halten mit der Zeit“, sagte Abele in der Sitzung. Avisiert im Projekt „Baindt 4.0“ sind neben einer Baindt-App, freiem WLan im Rathaus und dem Dorfplatz unter anderem auch ein Onlinebezahlsystem für die Mittagessen der Ganztagsschule.

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Erst jüngst sagte Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl beim Zukunftsforum Ravensburg, dass das Land digitale Leitregion in Europa werden soll und Bodensee-Oberschwaben eine wesentliche Rolle spielen soll (die SZ berichtete). Laut dem CDU-Politiker will die Landesregierung in der laufenden Legislaturperiode dazu eine Milliarde Euro in die Hand nehmen. Baindt will da vorne mit dabei sein und bewirbt sich deshalb für zwei Förderprogramme, die den digitalen Ausbau vorantreiben.

Der erste Antrag betrifft das Programm „Digitale Zukunftskommune“. Hier erhofft man sich einen Zuschuss von 35 000 Euro. Der Antrag dafür ist bereits Anfang Dezember nach Stuttgart gegangen. Außerdem bewirbt sich Baindt für das Programm „Freies WLan für Europa“ von der Europäischen Union. 20 Millionen Euro hat die EU für rund 1000 Gemeinden vorgesehen.

Kosten in Höhe von rund 105 000 Euro

Nach der Aufstellung von Kämmerer Wolfgang Abele und EDV-Administrator Robert Müller kämen für die Digitalisierungsoffensive der Gemeinde Baindt Kosten in Höhe von rund 105 000 Euro zu. Jährliche laufende Kosten werden auf rund 15 000 Euro beziffert.

Vorgesehen ist das Folgende: kostenloses WLan im Rathaus, auf dem Dorfplatz und in der Schenk-Konrad-Halle, eine Rathaus-App, die unter anderem einen Antrag auf Briefwahl online zulässt, ein Onlinebezahlsystem für die Mittagessen der Ganztagsschule, eine neue barrierefreie Internetseite der Gemeinde, ein interaktiver Veranstaltungskalender, ein Rathaus-Service-Portal, wo man unter anderem Anträge stellen kann oder Pass- und Ausweisgeschäfte erledigen kann, elektronische Rechnungen mit QR-Codes, online Wasserzählerstand ablesen, eine Medienoffensive an der Klosterwiesenschule (WLan, Anschaffung von iPads und Laptops, Apps) sowie eine Gewerbesoftware ohne Medienbrüche.

Die Druckkosten werden reduziert

Aber nicht nur für den Bürger, sondern auch für die Verwaltung selbst soll sich durch die Digitalisierung einiges ändern. Abläufe sollen so auch für das Personal vereinfacht werden und Druckkosten reduziert werden. Wie Wolfgang Abele in der Sitzung sagte, wird es – selbst wenn alle Digitalisierungsschritte gegangen sind – vorerst keine Personalkosteneinsparungen geben. „Es wird erst mal viel Kapazitäten binden“, so Abele.

Sogar einen groben Zeitplan hat die Gemeindeverwaltung Baindt aufgestellt. Unter anderem die App, das Bezahlsystem, die Gewerbeverwaltung und das öffentliche WLan im Rathaus sollen noch in diesem Jahr umgesetzt werden. 2019 sollen unter anderem das öffentliche WLan auf dem Dorfplatz und die Medienoffensive kommen. 2020 soll der Rest folgen und die Digitalisierungsoffensive umgesetzt sein.

Die einzelnen avisierten Projekte muss der Gemeinderat noch beschließen, aber die Richtung scheint klar zu sein. CDU-Gemeinderat Anton Eberle sagte in der Sitzung: „Ich finde das extrem wichtig.“ Und so beauftragte der Gemeinderat in seinem einstimmigen Beschluss die Verwaltung, Angebote für die Teilprojekte einzuholen und diese voranzutreiben.

Wolfgang Abele: „Selbst wenn wir keine Zuschüsse bekommen, wollen wir zumindest einzelne Projekte angehen.“

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