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Bäder: Nichts zu tun, geht gar nicht

Grünen-Fraktion im Gemeinderat erläutert im Hirschbach ihre Sicht der Dinge

Mit einer bloßen Sanierung werde es im Hirschbach-Freibad nicht getan sein, haben die Grünen den Bewohnern und Anhängern des Bades erklärt.
Mit einer bloßen Sanierung werde es im Hirschbach-Freibad nicht getan sein, haben die Grünen den Bewohnern und Anhängern des Bades erklärt.
Archiv: Claudia Heller

Aalen sz Zumindest unter den Bürgern prallen auch weiterhin teilweise unterschiedliche Vorstellungen aufeinander, wenn es um die Zukunft des Bäderstandorts im Hirschbach geht. Die wollten die Grünen im Aalener Gemeinderat durchaus auch hören, als sie am Donnerstagabend zu einer Versammlung in die DJK-Gaststätte eingeladen hatten. Mindestens genauso stark ging es ihnen aber darum, einen weiterhin hohen Informationsbedarf in der Bevölkerung zu befriedigen und auch Informationsdefizite abzubauen, wie Fraktionsvorsitzender Michael Fleischer zu Beginn sagte.

Fleischer fasste eingangs die bisherige Entwicklung der Bäderdebatte seit Sommer 2015 zusammen. Die Präsentation des Schlussberichts des Schweizer Büros Kannewischer in einer Gemeinderatsklausur im September sein ein „grober Webfehler gewesen“, das hätte unbedingt öffentlich geschehen müssen. Von vornherein eine Schnapsidee sei die Alternative mit einem so genannten Gartenhallendad auf dem Gaskesselgelände gewesen. Jetzt stehe ein Kombibad im Hirschbach wohl fest, aber man wisse noch nicht, wohin der Hase bei dem für Dezember anvisierten Beschluss laufen solle. „Ein attraktives Kombibad ist noch immer nicht eingetütet“, sagte Fleischer.

Der einmal mehr deutlich machte, wie für die Grünen die beste Lösung aussieht: nämlich ein Kombibad im Hirschbach mit einem Außenbecken von 50 auf 21 Meter mit acht Bahnen und einem Nichtschwimmer-Freibecken sowie mit dem Hallenangebot eines achtbahnigen 25-mal-21-Meter-Beckens, einem separaten Sprungbecken, einem Lehrschwimmbecken und einem Warmbecken. Diese Variante wäre, so Fleischer, ein „gewaltiger Sprung nach vorne“, würde für die Vereine die zur Verfügung stehende Stundenzahl um das 1,5-Fache erhöhen und für die Schulen verdoppeln und die Zugänglichkeit des Hallenbads für die Öffentlichkeit an allen Abenden garantieren. Außerdem würde es die notwendige Trennung von Springern und Schwimmern geben und das Außenbecken könnte länger im Jahr genutzt werden. Zugegebenermaßen würde ein 50-Meter-Becken in der Halle (bei einem 25-Meter-Becken draußen) die Stundenzahl für Schulen und Vereine noch einmal deutlich erhöhen, mit 37 statt 32 Millionen wäre dies aber auch die deutlich teurere Variante, „und wir würden viele verärgern mit einer solchen Lösung“, sagte Fleischer.

In der Diskussion offenbarte sich ein breites Spektrum an Einschätzungen. Ihre oberste Intention sei der Erhalt des Hirschbach-Freibads im Prinzip wie es sei, machte Ruth Heintel namens der dafür angetretenen Bürger- und Unterschrifteninitiative deutlich. Ein zusätzliches Hallenbad würde man dabei eventuell akzeptieren. Günther Heldenmaier sagte, Erhalt des Freibads bedeute eigentlich Erhalt der jetzt vorhandenen Wasserflächen, also keine Verkleinerung des Freibads im Hirschbach. Er vermisste in den bisherigen Planungen die Themen Rutsche, Sauna, Fitness und Physiotherapie. Weitere Anfragen und Äußerungen aus der Saalrunde lauteten so: Weshalb werden Hallenbad am Galgenberg und Hischbach-Freibad nicht einfach saniert? Kommt zu einem Kombibad dann auch noch ein Sportvereinszentrum in das Hirschbachtal? Und wie viel Verkehr soll dort noch hinzu kommen? Wasseralfinger Schwimmerinnen vom Spiesel warnten davor, mit nur einem kleinen Bädle im Hirschbach noch mehr Besucher nach Wasseralfingen zu verlagern.

Grünen-Stadtrat Gerhard Graule machte deutlich, dass nichts zu tun oder nur ein bisschen zu sanieren, gar nicht gehe. Man laufe in eine Situation hinein, in der sowohl im Hirschbach als auch im Wasseralfinger Spiesel die Schließung aus Sicherheitsgründen drohe. Außerdem sei überall die Bädertechnik veraltet. Fleischer hielt die zu erwartende mögliche geringe Verkehrszunahme bei einem Kombibad angesichts der aktuellen Zahlen für vertretbar. Hingegen sei zumindest für seine Fraktion ein Sportvereinszentrum im Hirschbach noch nicht „gesetzt“. Da müsse man auf jeden Fall alternative Standorte überprüfen. Am Ende sagte der Vorsitzende des Schwimmclubs Delphin, Uwe Mohr, sein Verein habe sich von verschiedenen träumen bereits verabschiedet. Ein Kombibad werde durchaus Synergien bringen, jedoch sollte man ein 50-Meter-Außenbecken nicht für ein Becken dieser Größe drinnen opfern. Mit dem jetzigen Hallenbad sei man aus schwimmsportlicher Sicht absolut unzufrieden, hingegen wäre man mit einer Kombibad-Lösung mit 50 Metern draußen und 25 Metern drinnen sehr zufrieden.

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