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Riedlingen (Donau)
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Ausgedient: Bewegungsbad und Café schließen

Aus wirtschaftlichen Gründen wird das Café im Krankenhaus geschlossen, das Bewegungsbad ist schon zu
Noch bis zum 22. Februar werden im Café im Krankenhaus Gäste bedient, dann ist Schluss. Unser Bild zeigt Alena Rueß und Krankenhaus-Patient Günther Klaus, der die Schließung sehr bedauert.
Noch bis zum 22. Februar werden im Café im Krankenhaus Gäste bedient, dann ist Schluss. Unser Bild zeigt Alena Rueß und Krankenhaus-Patient Günther Klaus, der die Schließung sehr bedauert.
Thomas WArnack

Riedlingen sz Die Veränderungen in der Gesundheitslandschaft haben nun konkrete Veränderungen in Riedlingen zur Folge: An der Sana Klinik Riedlingen wurde das Bewegungsbecken in der Physiotherapie geschlossen. Und auch das Café im Krankenhaus, das von der St. Elisabeth-Stiftung betrieben wurde, schließt im Februar seine Pforten.

Bereits seit Ende des vergangenen Jahres ist das Bewegungsbecken in der Klinik geschlossen. Das wurde in der jüngsten Zeit vornehmlich von externen Gruppen etwa für Aquafitness-Kurse oder für Schwimmkurse genutzt. Die Physiotherapie im Krankenhaus hat schon vor der Schließung gar keinen Gebrauch mehr gemacht, heißt es von der Sana. Das Bewegungsbad sei früher von der physiotherapeutischen Abteilung genutzt worden, erläutert Pressesprecherin Anja Wilhelm. Inzwischen gehe man in der Physiotherapie aber neue Wege. „Die neusten Ansätze setzen im Akutbereich beziehungsweise in der stationären Therapie vor allen Dingen auf die direkte Mobilisation des Patienten am Bett“, so Wilhelm. Der Schwerpunkt liegt dabei darauf, den Patienten wieder fit für den Alltag zu machen, das heißt: Mit ihm werden Alltagssituationen geübt und trainiert. Von der Therapie im Wasser habe man im Akutbereich hingegen Abstand genommen. So ist etwa auch im geplanten neuen Krankenhaus in Biberach kein Bewegungsbad mehr vorgesehen.

In die Jahre gekommen

Darüber hinaus sei das Bewegungsbad in die Jahre gekommen, was steigende Instandhaltungskosten zur Folge hatte. „Im Hinblick darauf, dass wir das Bad jedoch selbst nicht mehr nutzen, haben wir uns dazu entschlossen, es zu schließen.“ Das wurde den Gruppen, die das Bad bislang nutzten, im Vorfeld mitgeteilt. Bsei denen ist das Bedauern darüber groß. So wie bei Agnes Hironimus. Elf Jahre hat sie an einer Aquafitness-Gruppe teilgenommen. Das war gut, habe viel Spaß gemacht. Dass dies nun nicht mehr möglich ist, findet sie sehr schade.

Im Dezember lag in Riedlingen eine Unterschriftenliste aus, um die Schließung des Bewegungsbads zu verhindern. Doch bei der Sana ist sie nicht angekommen. Stand letzter Woche liege der Klinikleitung keine Unterschriftenliste vor, so die Sana..

Im Café im Krankenhaus ist noch Betrieb. Am Mittwochnachmittag war das Café gut besucht. Zehn Gäste tummelten sich in den Räumlichkeiten, die sich direkt an die Pforte anschließen. Doch das ist und war nicht immer so. Daher wird das Café aus wirtschaftlichen Gründen am am 22. Februar geschlossen. Seit 2012 wird das Café unter Regie der St. Elisabeth-Stiftung (SES) geführt. „Leider müssen wir das Café aufgrund des immer mehr reduzierten Betriebs im Krankenhaus schließen“, erklärt die Leiterin bei der SES, Silvia Kiesle. Der Schritt sei nicht leicht gefallen. Aber einen Zuschussbetrieb auf Dauer kann es nicht geben, heißt es von der St. Elisabeth-Stiftung. Die vier Beschäftigten, die dort Teilzeit oder auf 400 Euro-Basis gearbeitet haben, sind derzeit auf der Suche nach neuen Einsatzorten.

Dass dieser Schritt eines Tages kommen würde, war absehbar. Sagt zumindest Krimhilde Hübler aus Riedlingen. Sie hat das Café im Krankenhaus von 1994 bis 2008 gepachtet und dann schweren Herzens aufgegeben. Am Anfang sei es noch gut gelaufen. Doch die Veränderungen in der Gesundheitslandschaft haben sich schon damals auch auf dem Betrieb niedergeschlagen, denn die Verweildauer im Krankenhaus wurde immer kürzer. „Nach einer Knie- oder Hüftoperation sind die Patienten damals drei bis vier Wochen stationär geblieben“, sagt Hübler. Heute werden Patienten sehr viel schneller entlassen, vieles wird auch ambulant gemacht. Das drückt auch auf die Besucherzahlen im Café.

Doch damit fehlt künftig auch ein Treffpunkt für Patienten oder ein Platz um zu erzählen. So mancher Besucher habe ihr damals das Herz ausgeschüttet, berichtet Krimhilde Hübler. Oft genug hat sie den Gästen am Gesichtsausdruck angesehen, wenn sie eine schlechte Nachricht zu verdauen hatten. Und oft genug haben sie sie dann ins Vertrauen gezogen.

Angebot angepasst

Krimhilde Hübler ist der Entschluss aufzuhören schwer gefallen. Sie mochte und mag den Umgang mit den Gästen. Darum hat sie danach im ZfP Zwiefalten wieder in der Gastronomie gearbeitet und inzwischen mit dem Feuerwehrstüble ihre eigene Gaststätte. Das Café wurde 2008 von den Heggbacher Einrichtungen und dann 2012 von der St. Elisabeth-Stiftung übernommen. Doch nun ist bald Schluss. Man habe versucht das Angebot anzupassen und die Öffnungszeiten zu optimieren, um das Café zu retten, heißt es von der SES. Doch letztlich hat es nicht geholfen.

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