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Laichingen
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Aufbruch und Aufschwung, aber auch viel Arbeit

Trotz einigen Baustellen: Laichingens Bürgermeister blickt zuversichtlich auf 2018

Auf 2018: Bürgermeister Klaus Kaufmann prostet den Gästen des Neujahrsempfangs am Samstag in der DSH zu.
Auf 2018: Bürgermeister Klaus Kaufmann prostet den Gästen des Neujahrsempfangs am Samstag in der DSH zu.
Rauneker

Laichingen sz Viele Aufgaben kommen in diesem Jahr auf Laichingen laut Bürgermeister Klaus Kaufmann zu. Stichworte: die Zukunft der Schullandschaft, die Sanierung der Infrastruktur, die Digitalisierung sowie die Betreuung von Flüchtlingen oder die Kinderbetreuung. Beim Neujahrsempfang der Stadt am Samstag zeigte sich das Stadtoberhaupt zuversichtlich, all das meistern zu können. „Ich freue mich, dies anzupacken“, sagte er. Der angespannten Haushaltslage zum Trotz.

Wohin geht der Weg für die Stadt Laichingen und ihre Bürger? Bürgermeister Klaus Kaufmann hat am Samstag beim städtischen Neujahrsempfang in der Daniel-Schwenkmezger-Halle versucht, eine Richtung vorzugeben. Nach einem Rückblick auf 2017 nannte er Ziele, die er gemeinsam mit den Bürgern und den Laichinger Institutionen in den kommenden zwölf Monaten erreichen möchte. Trotz „angespannter finanzieller Lage“ und einem abermaligen Rekordhaushalt, den der Laichinger Gemeinderat aller Voraussicht nach im Februar verabschieden soll, will Kaufmann einiges angehen. Im Fokus stehe beispielsweise die Sanierung von Straßen, die Sicherstellung der Kinderbetreuung und die Digitalisierung (Kaufmann sprach gar von einer neuen „Digitalisierungsstrategie“, in die auch die Bürger zeitnah eingebunden werden sollen, auch versprach er öffentliches WLAN).

Größte Herausforderung in 2018 sei die Baustelle Erich-Kästner-Gemeinschaftsschule. Laut Kaufmann würden sich viele fragen, „wie soll es hier weitergehen?“ Und auch er selbst kann diese Frage noch nicht abschließend beantworten. Im Sommer 2021 läuft die Betriebserlaubnis für das marode Gebäude der Erich-Kästner-Gemeinschafts- und Grundschule (EKS) aus. Klar ist: Es muss neu gebaut werden. Unklar: Beteiligen sich auch die Umlandgemeinden finanziell? Wo wird gebaut? Lange warten will Kaufmann hier angesichts des bestehenden Handlungsbedarfs allerdings nicht mehr. Er versprach Beschlüsse schon für die kommenden Wochen. Womit es aber nicht getan sein wird, denn noch viel größere Umwälzungen stehen an, und im Raum eine Schließung der EKS-Außenstelle am Bleichberg, der Neubau einer Mensa, sowie der Abriss der DSH. Jene Halle, die die Sternsinger bei ihrem Besuch des Neujahrsempfangs noch segneten.

Züge sollen auch halten

Die optimistischen Töne aber überwogen bei Kaufmanns Blick in die Zukunft. Die anwesenden Bürger, Vereinsvertreter, Gemeinderäte und Politiker – Manuel Hagel (CDU), Jürgen Filius (Grüne), Daniel Rottmann (AfD) und Hilde Mattheis (SPD) – vernahmen auch eine Ankündigung zum Bahnhof Merklingen. Kaufmann, der Vorsitzender ist des mit für den Bahnhof zuständigen Verbandes „Region Schwäbische Alb“, kündigte an: „Ich sage hier: Wir fahren im Dezember 2021 auch den Bahnhof Merklingen an.“ Hintergrund ist die wohl verspätete Fertigstellung des Stuttgarter Tiefbahnhofs und die Frage, ob dann trotzdem schon Züge fahren auf der Neubaustrecke (NBS) Ulm-Wendlingen und dann auch Merklingen angefahren wird. Denn die NBS und der Bahnhof werden pünktlich fertig in drei Jahren. Und die Alb-Kommunen haben ihre Hausaufgaben gemacht, bringen gemeinsam mit dem Kreis 13 Millionen Euro auf. Es wäre den Bürgern der Alb nur schwer zu vermitteln, würden NBS und Bahnhof wegen Verzögerungen in Stuttgart mehrere Jahre brach liegen. Und es wäre ein Bruch vertraglicher Vereinbarungen.

Hohes bürgerschaftliches Engagement

So soll es nicht kommen, im Gegenteil. Kaufmann scheint – vor allem in seiner Stadt – generell einen Aufschwung zu verspüren, getragen von Bürgern selbst. Bürger, die sich einbringen. Beispielhaft nannte er die überwältigende Resonanz auf die Spendenaktion zugunsten der Machtolsheimer Familie Dokter und das Ehepaar-Häberle mit seinem Häberle-Fonds für sozial benachteiligte Kinder. Und er räumte einigen Gruppen extra Raum ein, die sich auf besondere Weise engagieren. So ehrte der Schultes anwesende Mitglieder des Laichinger Helferkreises für Menschen auf der Flucht und in Not. Nicht hoch genug sei deren Leistung bei der Integration von Flüchtlingen in Laichingen einzuschätzen. Außerdem durften sich den Besuchern des Neujahrsempfangs vorne am Podium Vertreter des neuen Laichinger Jugendbeirats vorstellen. Dessen oberstes Ziel: In 2018 so richtig durchstarten mit Projekten, die vor allem den Laichinger Kindern und Jugendlichen nutzen sollen.

Nach rund zwei Stunden ging das offizielle Programm über in lockere Gespräche an den Stehtischen. Umrahmt wurde der offizielle Teil von Klängen des Feldstetter Musikvereins und von teils atemberaubenden Pirouetten am Reck des Laichinger Männerturnens. Tom Anhorn legte eine knackige Einlage am Schlagzeug hin. Für die Verpflegung sorgten die Laichinger Schützen. Kurzum: ein kurzweiliger Volltreffer, dieser Neujahrsempfang.

Alle Fotos des Neujahrsempfangs auf schwaebische.de

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